Tagesarchiv für 7. Januar 2020

RT liest

Garth Greenwell: Was zu dir gehört

Dienstag, den 7. Januar 2020

Ein junger amerikanischer Lehrer in Bulgariens Hauptstadt Sofia. Er lehrt Englisch an der Universität. Mit der bulgarischen Sprache hat er aber noch seine Probleme, mit der Kultur ebenfalls. Und er ist ziemlich allein. Ihn treibt es in die öffentliche Toilettenanlage des Kulturpalastes. Dort trifft er auf Mitko. Ein Mann, der ihn fasziniert. Er will seine Nähe, auch wenn er dafür zahlen muss.
Immer wieder treffen sich der Lehrer und Mitko, und immer zahlt der Amerikaner. Es ist ein Begehren, aber es ist eigentlich nur einseitig. Denn Mitko sieht das anders, er braucht das Geld.
Doch dem Amerikaner fällt es immer schwerer, sich emotional von Mitko zu lösen. Selbst als Mitko immer wieder nur Forderungen stellt und auch, als der junge Mann krank wird.

Garth Greenwell schreibt in seinem Debütroman über die unmögliche Liebe. Denn sein “Held” scheint sich in eine emotionale Sackgasse zu verrennen. Denn auch wenn er Liebe gibt, gibt er auch immer Geld, und Mitko scheint es auch immer nur darum zu gehen.
In dem Roman geht es um die Sehnsucht, darum, das Alleinsein in einer fremden Stadt zu bekämpfen. Um Scham, aber auch darum, entschlossen zu sein, wenn es darum geht, sich von etwas zu lösen, was einem ganz offenbar nicht gut tut.
Der Roman ist in Ich-Form aus Sicht des Lehrers verfasst. So werden die Sehnsucht, die Liebe und die Trauer besonders hervorgehoben. Manchmal atemlos, ganz ohne Absätze, mal getragen von einer Furcht und leisen Trauer, weil er nicht das bekommt, was er will – nicht bekommen kann und vielleicht auch darf.

Garth Greenwell: Was zu dir gehört
Suhrkamp, 238 Seiten
7/10

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RTZapper

Tatort: Tschill Out

Dienstag, den 7. Januar 2020
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SO 05.01.2020 | 20.15 Uhr | Das Erste

Ein Toter.
Nun gut, ein “Tatort” ohne einen Toten würde vielleicht nicht so gut funktionieren. Wenn allerdings Nick Tschiller ermittelt, und es ist nur ein Toter zu beklagen, dann ist das eher wenig. Da gab es schon 19 Tote in 90 Minuten.
Aber Nick Tschiller ist auch nicht mehr derselbe Nick Tschiller wie 2016.
Sehr viel Zeit ist vergangen, seit dem Til Schweiger als Nick Tschiller das letzte Mal am “Tatort” ermittelt hat – fast vier Jahre, um genau zu sein. Im Januar 2016 liefen zwei Filme, im Februar 2016 startete der Kinofilm. Die Quoten waren rückläufig, der Kino-“Tatort” war ein Flop.
Bis Januar 2020 dauerte es nun, bis die Geschichte weitergehen konnte.

Nick Tschiller ist ruhiger geworden. Auf der Insel Neuwerk kümmert er sich um Jugendliche. Schluss mit der Ballerei, wo er doch sowieso schon auf sein polizeiliches Disziplinarverfahren wartet.
Dann aber kommt sein ehemaliger Kollege Gümer (Fahri Yardim) auf die Insel – mit einem jungen Mann im Schlepptau, dessen Bruder erschossen worden ist. Auf Neuwerk soll er heimlich unterkommen. Aber natürlich ist alles dann nicht so, wie es anfangs schien.

Vom Actionkrimi ist kaum noch was übrig geblieben. Neue Autoren, vermutlich ein kleineres Budget, und überhaupt der Wille jetzt einiges anders zu machen, nachdem die letzten drei Filme nicht mehr so gut bei den Zuschauern ankamen. Zwar nuscheln sich Tschiller und Gümer weiterhin durch den Film, aber die Story war einigermaßen interessant und entwickelte sich später in eine unerwartete Richtung. Damit hebt sich Til Schweiger mit seinem “Tatort” zwar weniger von seinen Kollegen ab, aber wie heißt es so schön: Einfach mal runterkommen. Vielleicht gibt ja Nick Tschiller in den nächsten Krimis wieder mehr Gas…

-> Der Film in der ARD-Mediathek (bis 5. Juli 2020)

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RTelenovela

Boygroups auf dem Weihnachtsmarkt

Dienstag, den 7. Januar 2020
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Die Weihnachtszeit endete am 6. Januar. Und bis zum 5. Januar waren in Berlin die letzten Weihnachtsmärkte geöffnet. Nun ist es ja so, dass auch bis zum 6. Januar in den meisten Häusern alles noch weihnachtlich geschmückt ist. Aber direkt nach dem Weihnachtsfest hört man eigentlich keine Weihnachtsmusik mehr. Doch womit beschallt man eigentlich einen Weihnachtsmarkt nach Weihnachten?

Am Sonnabend schlenderten wir über den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz. Natürlich wurde das Gelände mit Musik beschallt, und tatsächlich war es keine Weihnachtsmusik mehr.
Stattdessen. Backstreet Boys. Zwischendurch was Altes von New Kids on the Block. East 17 durfte auch nicht fehlen. Zwischendurch was von den Spice Girls.
Im Januar scheint sich das Musikprogramm auf Boygroup-Musik zu beschränken, die ab und zu von Girlgroup-Musik unterbrochen wird.
Wenn man da so am Tisch steht, den Kakao mit Amaretto schlürft, die Bratwurst verspeist, dann ist man viel beschwingter als bei “Stille Nacht” und Co.

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