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Tim Krohn: Erich Wyss übt den freien Fall

(1) -> 11.11.2017

Die Reihe “Menschliche Regungen” geht in die 2. Runde. Tim Krohn lässt im Internet die Leute eine Liste mit menschlichen Regungen führen. Außerdem dürfen die, die einen Vorschlag gemacht haben, auch bestimmte Wörter nennen, die vorkommen sollen.
So entstehen die Geschichten um die Genossenschaftssiedlung in Zürich. Und in diesem Fall mit 68 weiteren Kapiteln mit 68 weiteren Regungen wie Gemütlichkeit, Besonnenheit, Lust, Todessehnsucht, Weitsicht und vielen anderen.
Das kann man wissen, aber eigentlich ist es für den Leser außerhalb dieser Community nicht besonders wichtig, zu wissen.

Im zweiten Roman erfahren wir, wie es mit dem jungen Paar Petzi und Pit weitergeht. Sie scheinen in eine Krise zu geraten. Sie scheint ein bisschen gelangweilt, und er hat Probleme mit der Familie. Unterdessen zieht ein junger, neuer Hausmeister ein. Er fügt sich schnell ein, scheint sich mit Pit anzufreunden, aber dann kommt es auch da zu Problemen und zu einem geheimen Auftrag der Genossenschaft. Selina plagt sich unterdessen mit ihren Schauspielprojekten, und Erich Wyss steht vor einer Lebenswende.

Es hat wieder etwas von einer Seifenoper. Wir erleben, was in einem Mietshaus, bei den verschiedenen Leuten passiert. Leider hat aber dieser 2. Teil eine ziemlich Schwächephase. Die Geschichten erscheinen seltsam oberflächlich. Scheinbar wichtige Passagen werden ziemlich lieblos und ohne Details runtererzählt. Das macht es leider ziemlich spröde.
Das ändert sich erst wieder im letzten Drittel, da werden die Kapitel wieder spannender und man kommt als Leser wieder besser ins Geschehen.
Vermutlich ist das dann ein kleiner Schwachpunkt dieser Romanreihe, dass man sich immer an den vorgegeben Gefühlen entlanghangeln muss. Vielleicht sollte man sich noch mehr auf die Storys selbst konzentrieren.
Hoffentlich wird Band 3 wieder besser.

Tim Krohn: Erich Wyss übt den freien Fall
Galiani Berlin, 496 Seiten
6/10

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