RT im Kino

Green Book

Tony Lip (Viggo Mortensen) braucht Geld. Sein Türsteher-Job ist erst mal hinfällig, denn der Club, für den er arbeitete, muss mehrere Monate lang saniert werden.
Er bewirbt sich um eine Stelle bei einem gewissen Doktor Shirley. Worum es da genau geht, weiß er noch nicht. Als er ihn erstmals trifft, ist er jedoch skeptisch. Doktor Shirley (Mahershala Ali) ist kein Arzt, und er ist Schwarz. Wir schreiben das Jahr 1962, und da sprach man noch davon, dass er ein Neger sei. Selbst Don Shirley selbst sagt das von sich. Er braucht jemanden, der ihn zwei Monate lang durch die US-Südstaaten fährt. Shirley ist ein begabter Pianist und wird Konzerte geben.
Schließlich bekommt Tony den Job. Tony, der Italoamerikaner, eine Großfresse, der bisher mit Schwarzen nie wirklich zu tun hatte. Aber sie machen sich auf den Weg – und beide müssen sie irgendwie miteinander klar kommen. Und beide müssen sie voneinander lernen.

“Green Book” ist der Reiseführer für Schwarze, den Tony in die Hand bekommt, und so heißt auch der wunderbare Film von Peter Farrelly, der auf wahre Geschehnisse beruht.
Der Film zeigt, wie die Amis Anfang der 60er-Jahre tickten. Wie Schwarze immer noch diskriminiert worden sind. Selbst Shirley, der großartige Pianist, muss sich dem Rassismus stellen, er erlebt ihn hautnah. Und auch Tony muss feststellen, wie es sich anfühlt, wenn ihm und seinem neuen Boss Rassismus und Missgunst entgegenschlägt.
Die beiden Hauptdarsteller ergänzen sich auf tolle Weise. Da ist der verschlossene Musiker, der durch Tony irgendwie gezwungen wird, sich zu öffnen – in vielerlei Hinsicht. Aber auch Viggo Mortensen als Tony spielt hervorragend den kauzigen Typen, der in eine ganz andere Welt schnuppert.
Ein Film, der spannend ist, wütend macht und andererseits oft für ein Lächeln sorgt.

Green Book
USA 2018, Regie: Peter Farrelly
Universal, 131 Minuten, ab 6
8/10

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