Tagesarchiv für 28. September 2018

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„An allererster Stelle steht die Kita“

Freitag, den 28. September 2018
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Kremmens Bürgermeister Sebastian Busse über Bauvorhaben, Punkfestival und Entertainerqualitäten

MAZ Oberhavel, 28.9.2018

Kremmen.
In unserer Reihe „MAZ zu Hause in … Kremmen“ äußert sich Bürgermeister Sebastian Busse zu aktuellen Themen.

Sie sind jetzt anderthalb Jahre im Amt. Macht’s noch Spaß?
Sebastian Busse: Ja, definitiv. Ich habe noch nicht einmal drüber nachgedacht, dass ich lieber weniger Verantwortung gehabt hätte.

Am Wochenende hat man Sie bei der Hüttengaudi ausgelassen singen hören. Zeigen Sie da auch mal Ihre andere Seite?
Das bin ich einfach. So war ich früher schon, jetzt ist es aber so, dass ich eine öffentliche Person bin. Früher hätte das niemanden interessiert, wenn ich da auf der Bühne gestanden hätte. An mir ist ein kleiner Entertainer verloren gegangen.

Auf Kremmen kommen ein paar dicke Finanzbrocken zu. Kita-Anbau, Schulkomplex, Feuerwehr-Anbau, Klubhaus-Sanierung. Was muss als erstes angepackt werden?
An allererster Stelle steht ganz klar die Kita. Wir wollen, dass sich Kremmen weiterentwickelt, es werden neue Wohngebiete erschlossen, zum Beispiel in Staffelde, wo gerade kräftig gebaut wird. In den nächsten zwölf bis 18 Monaten entstehen 40 neue Wohneinheiten, am Ziegeleiweg in Kremmen gut 50 Wohneinheiten. Wir müssen dafür sorgen, dass wir Plätze in den Kitas und Schulen schaffen.

Bei der Kita herrscht Einigkeit unter den Stadtverordneten. Nicht so beim Schulkomplex. Es gibt die Forderung, nochmal prüfen zu lassen, ob die alte Schulsporthalle nicht doch saniert werden kann. Überrascht Sie das?
Ja. Ich lasse mich gern eines Besseren belehren, wenn wir jemanden finden, der sagt, er baut uns das und garantiert uns 30 Jahre Standzeit. Wir reden von 750 000 Euro, ohne Fördermittel zu bekommen. Grundsätzlich hoffe ich, dass wir das andere Ziel weiterverfolgen können – also den Abriss der Halle und den Bau eines Gebäudes mit Turnraum und zusätzlichen Klassenzimmern.

Eine Sanierung der alten Halle wäre nicht preiswerter?
Auf keinen Fall. Wenn ich jetzt eine Planung habe, die 2,3 Millionen Euro kostet und wir bekommen eventuell 75 Prozent Fördermittel, dann bin ich bei 600 000 Euro Eigenkosten. Die Sanierung würde 750 000 Euro kosten – ohne Fördermittel, und wir haben keine weiteren Klassenräume.

Auch bei der Feuerwehr in Kremmen muss investiert werden. Wie groß ist denn der Handlungsbedarf?
Die Kameraden rennen sich da gegenseitig um. Die müssen sich zwischen den Fahrzeugen umziehen. Im Gefahrenabwehrbedarfsplan wird seit vielen Jahren gefordert, dass dort etwas passieren muss. Das Konzept, im hinteren Bereich anzubauen, wäre top. Und wir würden einen Teil vom Altbau erhalten, für Werkstatt und Lager.

Für die Sanierung des Klubhauses schlagen Sie eine Minimallösung vor. Wird da in den nächsten drei bis vier Jahren überhaupt was passieren?
Das Klubhaus ist ein Luxusprojekt. Wir wissen, dass wir das wollen und müssen es auch, weil Fördermittel dran hängen. Wir müssen aber realistisch sein und überlegen, was wir im Klubhaus machen wollen. Klar, unsere Einwohner sind scharf darauf, mal wieder Veranstaltungen dort zu haben oder eine Einschulungsfeier. Dafür sollten wir das Minimalprinzip anwenden, den Saal mit Bühne und Anbau für die Barrierefreiheit. Der Denkmalschutz muss mit an den Tisch kommen. Ich muss aber auch sagen, dass wir ein kleines Bauamt haben und viele, viele Projekte. Wir müssen mit etwas beginnen, aber dann richtig und das abschließen und nicht fünf Sachen auf einmal.

Bei einigen Kremmenern umstritten ist auch immer noch das Asylbewerberheim in der Berliner Straße. Warum finden Sie es besser, wenn der Landkreis Oberhavel das Objekt auch weiterhin dafür mietet?
Da geht es um die Wirtschaftlichkeitsrechnung. Mit der Mietzeit von drei Jahren konnten wir 1,5 Millionen Euro vom Kredit mit insgesamt 3,2 Millionen abzahlen. Der restliche Kredit selbst läuft aber über 20 Jahre. Die Einnahmen, die wir akquirieren, kommen aber auch der Stadt zugute. Wir können sie in anderen sozialen Projekten einsetzen. Deswegen ist das positiv, und ich verteidige das ganz klar. Ich wünsche mir, dass der Landkreis die Option auf Verlängerung zieht.

Wie ist denn die Flüchtlingssituation in Kremmen?
Die, die sich integrieren wollen, die integrieren wir. Wir haben dort zwei gute Sozialarbeiter, die für die Leute zuständig sind. Es gibt wenig Polizeieinsätze. Immer mal wieder, aber sehr überschaubar. Ich wünsche mir, dass es so ruhig bleibt.

Erleben Sie manchmal im Freundeskreis entsprechende Diskussionen?
Bisher noch nicht.

Das Punkfestival „Resist to Exist“ fand dieses Jahr mit Sondergenehmigung statt. Für 2019 wird wohl ein Bebauungsplan benötigt. Befürworten Sie das Fest und unterstützen die Veranstalter?
Dieses Jahr war ich im Urlaub, aber im Jahr davor habe ich das verfolgt. Alles weitere entscheiden die Abgeordneten, aber es ist noch nichts da, die Veranstalter hätten schon längst handeln müssen. Wenn ich nach dem Fest mit der Polizei spreche, dann haben die Einsätze ein sehr kleines prozentuales Gewicht. Wenn die Leute einfach feiern, wenn sie sich benehmen, ist das gut. Mit Einkaufswagen durch die Stadt fahren oder am Brunnen auf dem Markt zu duschen, ist aber eine Unart, die brauchen wir hier nicht.

2017 sorgte der Schutthaufen auf einem Privatgelände vor Kremmen für Wirbel. Tut sich da was?
Nachdem ich Nachrichten bekommen habe, dass dort Feuer gemacht worden, bin ich dort gewesen. Es war nur ein kleines Lagerfeuer – aber bei 30 Grad und Trockenheit. Der Besitzer der Fläche hat mir die Schriftstücke vom Landesumweltamt gezeigt, da steht alles drin, wie er es immer gesagt hat. Er hat die Auflage, Jahr für Jahr etwas vom Haufen abzutragen. Das muss er auch nachweisen. Nach Aussagen vom Inhaber entfernt er regelmäßig Containerladungen, ich werde es weiter kritisch beobachten.

Momentan gibt es immer wieder Meldungen, dass Gaststätten im Ort schließen. Sehen Sie das mit Sorge?
Das sind alles private Dinge, wir können nur Rahmenbedingungen schaffen. Von der Lebkuchenfabrik habe ich leider nur aus der Zeitung erfahren. Klar ist das traurig, aber sie werden ihre Gründe haben. Bei Meyhöfer war ich einer der ersten, der es wusste. Da konnte ich keine Hilfe mehr anbieten, da stand alles schon fest. Aber ich habe die Hoffnung, dass es da geeignete, neue Bewerber gibt.

Kommt da vielleicht wieder das Klubhaus ins Spiel? Schließlich fehlt dann ja auch ein Veranstaltungssaal.
Das Klubhaus wird keine Gastronomie im Tagesgeschäft. Kein Konzept sieht das vor. Eher für Veranstaltungen am Wochenende, aber dafür brauchen wir natürlich auch vernünftige Caterer. 

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Thadeusz und die Beobachter

Freitag, den 28. September 2018
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DI 25.09.2018 | 23.30 Uhr | rbb

Gut, dass die öffentlich-rechtlichen Programm nicht auf die Quote schauen müssen. Deshalb platzieren sie ihre Infoprogramme auch immer gern in zuschauerstarke Zeiten.
Da war natürlich pure Ironie. Der rbb setzt stattdessen weiter auf Seichtes.

Am Dienstagabend kehrten “Thadeusz und die Beobachter” zurück aus der Sommerpause. In dieser Sendung diskutiert Jörg Thadeusz mit vier Journalistinnen und Journalisten über das aktuelle Geschehen.
Bislang lief die Sendung wöchentlich um 22.15 Uhr, und ich finde die immer sehr interessant, weil die Runde sich bei weitem nicht immer einig ist.
Aber offenbar haben zu wenige Leute zugesehen, denn nun gibt es diese Sendung immer erst um 23.30 Uhr. Davor zeigt man lieber ARD-Schmonzetten wie die Familiendramödie “Ellas Baby”. Harten Stoff will der rbb seinen Zuschauern nicht mehr so früh zumuten. Lieber verschiebt man die Politdiskussion ins Nachtprogramm, wo nur noch Nachteulen zusehen.

Klar, man könnte in die Mediathek schauen. So wie ich. Aber gerade in Brandenburg – draußen auf dem Land – haben sie gar kein schnelles Internet und müssen sich die Sendung eben doch dann ansehen, wann sie läuft.
Die Sendeplatzverschiebung spricht in keinem Fall für den rbb.

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Mareike Krügel: Sieh mich an

Freitag, den 28. September 2018

Katharina hat eine Entdeckung an sich gemacht. Ist es Krebs? Wird ihr Leben demnächst enden?
Aber erst mal behält sie das Problem für sich – und lebt irgendwie ihr Leben weiter.
Sie muss sich um ihre Tochter Helli kümmern. Bei den Nachbarn passiert ein Unfall, bei dem sie sich kümmern muss, und ihr Freund Kilian, den sie seit dem Studium kennt, hat seinen Besuch angekündigt. Ihr Mann Costas ist unterdessen in Berlin – des Jobs wegen.

Joa, viel los im Leben von Katharina. “Sieh mich an” heißt der Roman von Mareike Krügel. Aufgebaut ist die Story um die Entdeckung, die die Frau an sich macht.
Das macht ihr Sorgen, aber eigentlich lebt sie ihr Leben weiter. Das aber ist für den Leser alles andere als aufregend. Es geht um die Tochter, es wird geredet. Es geht um die Nachbarn, es wird geredet. Es geht Freund von damals, es wird geredet. Und viel nachgedacht.
Auf seltsame Weise plätschert die Handlung vollkommen unspektakulär dahin. Es ist der Alltag einer Frau, die zwar hier und was Besonderes erlebt – für den Leser ist das aber nicht wirklich aufregend. Das ist extrem schade, denn der Aufhänger ist wirklich interessant. Aber die Autorin macht eigentlich nichts draus. Es vergehen mehr als 200 Seiten, bis Katharina einen Entschluss fasst. Aber das rüttelt dann auch nicht mehr wirklich wach.

Mareike Krügel: Sieh mich an
Piper, 255 Seiten
3/10

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ORA aktuell

Unfall führt in Oranienburg zu Verkehrschaos

Freitag, den 28. September 2018
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An der Kreuzung Stralsunder Straße/Bernauer Straße sind am Dienstagnachmittag gleich vier Autos zusammengestoßen. Dabei sind zwei Leute verletzt worden, wie die Polizei mitteilte.

Die Staus, die im Bereich Stralsunder Straße und Willy-Brandt-Straße sowieso schon immer recht lang sind – wegen der gesperrten Dropebrücke – wurden danach noch länger. Es kam zu einem vorübergehenden Verkehrschaos.

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