RT im Kino

The Commuter

Man könnte sagen: Michael MacCauley (Liam Neeson) erlebt nicht gerade seinen besten Tag. Seit zehn Jahren pendelt er jeden Morgen aus einem Vorort mit dem Zug rein nach New York. Heute wohl zum letzten Mal: Ihm wird gekündigt.
Verwirrt, traurig und frustriert macht er sich auf den Weg nach Hause.
Wieder im Zug trifft er auf eine fremde Frau (Vera Farmiga). Sie kommen ins Gespräch, und sie teilt ihm Unglaubliches mit. Sie verspricht ihm 100.000 Dollar. Dafür muss er einen bestimmten Menschen im Zug finden. Jemanden, der nicht in diesen Zug passt, der nicht zu den täglichen Pendlern gehört. An einem bestimmten Bahnhof steigt der Mensch aus, und er hat etwas Wichtig-Wertvolles in einer Tasche dabei. Gelingt Michael die Suche nicht, dann geht es seiner Familie an den Kragen.

In “The Commuter” geht es um gleich mehrere Rätsel. Wen soll Michael im Zug finden? Und was hat es mit dieser zu findenden Person auf sich? Und wer erpresst Michael eigentlich wirklich? Das macht diesen Film von Jaume Collet-Serra geheimnisvoll und immerhin nicht langweilig. Der Auftakt ist flott gemacht, in dem gezeigt wird, wie Michael täglich als Pendler den Zug nimmt. Durch geschickte Schnitte werden mehrere Morgenabläufe ineinander verwoben.
Die Spannung macht sich der Film aber leider im letzten Drittel selbst kaputt. Denn da gibt es einige völlig übertriebene und irgendwie auch überflüssige Actionsequenzen. Nun geht es in solchen Filmen selten um völlige Wahrhaftigkeit – aber einige Wendungen sind einfach zu irre, als dass man sie dem Film abkaufen will. Und, nein, es gibt wirklich keine Zugscheiben, und keine Waggon-Verglasungen die dadurch komplett kaputt gehen, dass man mit dem Kopf dranstößt. Auch machen die Kampfszenen stellenweise den Eindruck, als seien sie durch (nicht ganz so gelungene) Tricktechnik aufgemöbelt worden.
Auch eine Szene, die ganz am Schluss noch angefügt ist, irritiert eher.
So bleibt schließlich die Erkenntnis, dass “The Commuter” zwar unterhaltsam, in einigen Phasen aber doch ziemlich blödsinnig ist.

The Commuter
USA 2017, Regie: Jaume Collet-Serra
Studiocanal, 105 Minuten, ab 12
6/10

Hits: 21

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