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Christin May: Helga Hahnemann – Die Biographie. Die Süße mit der großen Klappe

Sie ist viel zu früh verstorben. Helga Hahnemann war gerade mal 54, als der Lungenkrebs sie im November 1991 besiegte. In der DDR war sie die bekannteste und beliebteste Entertainerin, und nach der Wende hätte sie sicherlich Potenzial für eine gesamtdeutsche Karriere gehabt.
Es gibt einige Biografien über sie, nun folgt sie nächste.

Christin May, geboren 1978, hat sich durch die Archive gewühlt und zusammengetragen, was sie gefunden hat. Da sie ihre Kindheit in der DDR verbracht hat, wird sie damals sicherlich Helga Hahnemann mindestens am Bildschirm erlebt haben.
Leider wirkt das Buch ein bisschen billig. Das Coverfoto ist nicht das Schönste und dazu leicht unscharf. Im Inneren gibt es keine Farbfotos.
Inhaltlich gibt es über Helga Hahnemann in diesem Buch wenig Neues zu erfahren. Die Geschichten sind bekannt, Christin May sie nur neu sortiert und aufgeschrieben.
Manchmal schweift sie dabei seltsam ab, streut irgendwelche geschichtlichen Einwürfe ein, die seltsam deplatziert und wie Seitenfüller wirken. Auch werden die nicht mal 200 Seiten an vielen Stellen mit dem Nachdruck von Sketchen und Liedtexten bestritten.
Das sind zwar nette Erinnerungen, aber in einer so dünnen Biografie ein wenig zu häufig.

Nichtsdestotrotz ist es mal wieder schön gewesen, in den Erinnerungen zu schwelgen. An sich ist die Biografie auch recht flüssig aufgeschrieben. Ob sie aber überhaupt nötig ist – die Frage kann dann schon mal gestellt werden.

Christin May: Helga Hahnemann – Die Biographie. Die Süße mit der großen Klappe
Bild und Heimat, 187 Seiten
6/10

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