Monatsarchiv für November 2014

RTZapper

Die schlechtesten Filme aller Zeiten: Sharknado 2

Mittwoch, den 26. November 2014
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FR 21.11.2014 | 22.05 Uhr | Tele 5

Anthony C. Ferrante hat einen schwierigen Job. Er muss beschissene Filme drehen. Denn mit beschissenen Filmen hat er Erfolg. Und weil er mit der Scheißigkeit von “Sharknado” einen riesigen Erfolg hatte, musste nun ein zweiter Teil her – und ein dritter natürlich auch.

Tele 5 zeigt gerade wieder jeden Freitagabend “Die schlechtesten Filme alle Zeiten”. Heißt: Der Sender zeigt absichtlich besonders schlechte Filme – lässt sie aber von Oliver Kalkofe und Peter Rütten durch den Kakao und Punkt für Punkt aufdröseln, was denn bei den jeweiligen Filmen schiefgelaufen sein könnte.
“Sharknado” hat sich zum Kult entwickelt – nicht nur in Deutschland. Wegen der miesen Handlung. Wegen der lächerlichen Wendungen. Wegen der niveaulosen Gags. Wegen der miseablen Schauspieler. Wegen der billigen Effekte.
Man könnte meinen, Regisseur Anthony C. Ferrante kann es schlicht nicht besser.

Nun lief “Sharknado 2”. Und die Frage stellt man sich als Zuschauer schon: Ist der Regisseur absichtlich so mies? Schafft man es wirklich, unabsichtlich nur grottige Streifen herzustellen? Oder ist Ferrante in Wirklichkeit ein Trashgenie, ein Meister seines Faches? Ist es vielleicht so, dass er absichtlich haarsträubende Wendungen in seine Story einbaut? Dass seine Effekte absichtlich billig sind?

Zwei Varianten sind also möglich: Ferrante ist auch mit “Sharknado 2” grandios gescheitert. Er kann es eingfach nicht.
Oder: Ferrante ist mit “Sharknado 2” ein Trash-Geniestreich gelungen. Er weiß, wie ein Film aussehen muss, damit er als Trash gilt und gefeiert wird.
Ich vermute einfach mal, Variante Nummer 2 kommt der Wahrheit nahe. lles andere wäre schon bitter.

Hits: 125

RTelenovela

Vorspiel

Mittwoch, den 26. November 2014
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Bekommen manche Leute es eigentlich nicht mit, dass sie nicht alleine sind? Ist es ihnen wurscht?
Neulich im Filmtheater am Friedrichshain in Berlin. Das junge Pärchen vor uns scheint sich noch nicht lange zu kennen. Die Liebe ist jedenfalls noch sehr, sehr groß.

Sie will kuscheln. Dabei ist der Film, den sie sehen, eigentlich gar kein Kuschelfilm: “Mommy”, es ist eigentlich eher ein Drama mit recht lustigen Augenblicken.
Aber egal, sie will kuscheln. Sie legt ihren Kopf in seinen Schoß. Er beginnt, ihren Nacken zu kraulen und zu massieren. Er streichelt ihren Arm.
Sie kommen in Fahrt, sie zieht ihr Shirt aus, hat noch ein Hemdchen drunter. Es gibt leises Gelächter bei den Umsitzenden, die nun alle aufmerksam geworden sind. Und er hat nun mehr Streichelfläche.

Irgendwann hat sie genug. Dafür legt er seinen Kopf in ihren Schoß. Sie beginnt ihn zu streicheln, ihre Hand wandert in sein Shirt.
Nein, man muss dazu nicht besonders hingucken, in der Sitzreihe dadinter bekommt man das alles auch so mit. Dass es die hintere Reihe unter Umständen nervt, wenn da plötzlich ein massierender und streichelnder Arm im Blick ist, spielt dann keine Rolle.
War wohl das Vorspiel, das Hauptprogramm gab es dann wohl nach dem Film, an einem anderen Ort.

Hits: 86

RT im Kino

Mommy

Dienstag, den 25. November 2014

Es geht nicht mehr. Steve (15, Antoine-Olivier Pilon) war schon in mehreren Heimen. Immer musste er gehen. Und jetzt schon wieder, nachdem er in der Cafeteria ein Feuer gelegt hat. Steve muss nach Hause, zu seiner Mutter.
Keine einfache Sache für Diane (Anne Dorval). Steve ist schwierig, er rastet oft aus, seine manieren lassen zu Wünschen übrig. Aber sie liebt ihn, wie eine Mutter eben ihren Sohn liebt. Immer wieder stellt Steve sie auf die Probe, dabei hat sie eigentlich ihre eigenen Probleme. Die Kohle, um Leben zu können, muss sie sich hart erarbeiten. Aber es reicht einfach nicht.
Hilfe bekommen die beiden von der Nachbarin gegenüber, und das, obwohl Kyla (Suzanne Clément) ebenfalls ihre Schwierigkeiten hat.

Xavier Dolan hat mit “Mommy” sein fünftes Regiewerk abgeliefert. Das wäre erst mal nichts allzu besonderes. Das wird es erst dann, wenn man erfährt, dass Dolan gerade mal 25 ist.
Dolan hat ein gutes Gespür für packende Geschichten, für spannende Beziehungsdramen und dafür, daraus einen interessanten Film zu machen. In “Mommy” lernen wir gleich drei gestörte Menschen kennen – jeder auf seine Art. Der verhaltensauffällige Steve. Seine Mutter, die Gefühle auch nur vordergründig zeigt, und Kyla, eine Sprachstörung zu haben scheint, von der niemand weiß, woher sie kommt.
Sie sind eingeengt in ihrem Leben. Jeder für sich. Der Film ist nicht umsonst im 1:1-Quadratformat gehalten – die Enge ist auf heutigen Kinoleinwänden erdrückend.
Wir sehen aber, wie alle drei aufblühen. Und wenn sich das Bild plötzlich weitet, dann spürt auch der Zuschauer die Freiheit. Toll gemacht!
“Mommy” lebt aber auch von den tollen Darstellern, allen voran Antoine-Olivier Pilon mit seinen Ausrastern, Grimassen und liebevollen Augenblicken. Aber auch die beiden Frauen spielen ihre seelischen Leiden mit Verve, aber ohne großes Tun.
Nur die Länge des Films ist ein bisschen ausgeufert. Weit mehr als zwei Stunden sind schon arg viel…

Mommy
Kanada 2014, Regie: Xavier Dolan
Weltkino, 138 Minuten, ab 12
8/10

Hits: 84

RTZapper

Kesslers Expedition: Auf drei Rädern von Bayern an die Ostsee

Dienstag, den 25. November 2014
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FR 21.11.2014 | 20.15 Uhr | rbb

Im Ersten waren für Kesslers zehnte Expedition nur zwei Vormittagsprogrammplätze frei. Aber auf den rbb ist Verlass. Dort liefen sogar vier 90-Minüter zur Primetime. “Auf drei Rädern von Bayern an die Ostsee” war Michael Kessler diesmal unterwegs. Fast 1400 Kilometer weit entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze.
Es war die bislang beste Staffel der Reihe.

“Kesslers Expedition” ist ein wunderbares Kleinod im deutschen Fernsehen. Im Fall der 10. Staffel reiste der Comedian mit einem Tuk-Tuk. Alles, was unterwegs passierte, war spontan. Klar sind nur die Reiseroute und in der Regel auch die Übernachtungsorte. Was aber auf der Fahrt selbst geschieht – das bleibt vollkommen offen. Bei Kessler ist nichts gescripted, seine Begegnungen und Gespräche sind echt.

Auf der Grenze entlang des heutigen grünen Bandes, dort wo einst die Mauer stand, hat er viele spannende Leute getroffen. Leute, die ihm erzählten, wie wichtig ihnen die Wende vor 25 Jahren noch heute ist. Leute, die von ihren Vorteilen des Mauerfalls erzählten, und auch von den Nachteilen. Er traf damalige Flüchtlinge oder auch einfach nur neugierige Dorfbewohner. Die Reihe bot witzige, rührende und auch traurige Momente. Als Kessler einen Mann in seinem Garten besucht, berichtet der von seinen künstlerischen Ambitionen – und davon, dass er das in Todesangst wegen einer schweren Krankheit getan habe. Der Mann war den Tränen nah, und auch Kessler war schwer gerührt. Es war ein sehr stiller Augenblick – und dennoch sehr kraftvoll, einfach wahrhaftig.
Immer wieder merkte man Kessler an, wie viel Spaß er hatte, wie ihn bestimmte Begegnungen tief beeindruckte.

Auf dieser Expedition im rbb haben wir etwas über die deutsche Seele 2014 erfahren. Dafür, und dafür wie einfach und doch wirkungsvoll die Doku gemacht ist, sollte es zwingend sehr viele Fernsehpreise geben!

Hits: 4950

RTelenovela

Von vorn bis hinten scheiße: Im falschen Film

Dienstag, den 25. November 2014
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Sie fanden alles scheiße. Der Film war scheiße. Die Rahmenhandlung war scheiße. Das Gelaber danach war scheiße. Die beiden gastgebenden Moderatoren waren scheiße.
Die beiden Herren im Kino in der Reihe hinter uns waren, ja, man könnte sagen: unzufrieden.

Allerdings muss man auch sagen: Sie haben das Konzept des kompletten Abends nicht verstanden. Im Kino in der Berliner Kulturbrauerei lief nämlich ein Film aus der Reihe “Die schlechtesten Filme aller Zeiten”. Heißt: Wir sehen uns einen beschissenen Film an, der immer wieder unterbrochen wird, damit uns Oliver Kalkofe und Peter Rütten die Scheißigkeit des Films erklären.
Vielleicht mag man das kaum glauben: Aber das ist unfassbar witzig. Schaut man sich wissentlich einen miesen Film an, dann kann das sehr lustig sein. Besonders schlecht gemachte Szenen werden applaudiert, immer wieder wird gelacht und gefeiert.

Die beiden Herren hinter uns – leicht bis mittelschwer alkoholisiert – schienen nicht gewusst zu haben, was auf die zukommt, als ihnen offenbar irgendjemand die Freikarten für “Sharknado 2” in die Hand drückte.
Sie fanden das alles überhaupt nicht lustig, was sie uns auch immer wieder mal mitteilten. Dass das alles Schrott sei. Und warum denn alle lachen? Und ob sie nicht lieber gehen wollen? Was sie leider nicht getan haben.
Als dann Kalkofe und Rütten nach der Vorstellung noch auf die Kinobühne kamen, fanden die beiden Männer auch dies … ganz klar: scheiße. Was für Selbstdarsteller die doch seien. Was die für einen Müll reden würden. Und ob sie nicht lieber gehen wollen? Was sie leider noch immer nicht getan haben. Sie blieben bis zum bitteren Ende.

Es gibt Leute, die haben einen scheiß Abend einfach mal verdient. Die beiden Männer gehören ganz klar dazu.

Hits: 87

RTZapper

Videopremiere: Band Aid 30 Germany – Do they know it’s Christmas

Montag, den 24. November 2014
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FR 21.11.2014 | 19.55 Uhr | Das Erste

Endlich wieder Weihnachtszeit, und alles ist so schön beleuchtet, und, ja, dieser Kitsch. Aber ach, da ist ja noch was anderes: Ebola, am anderen Ende der Welt. Ja, darüber sollten wir auch mal kurz nachdenken. Und dann aber wieder Weihnachten feiern.

Ich vermute mal (oder eher: ich hoffe mal), dass die deutschen Popmusiksternchen ein paar Euro für die Ebola-Hilfe gespendet haben. Leider haben sie aber auch noch einen Song aufgenommen, den doch bitte alle so toll finden sollen, dass wir ganz gerührt ganz viele Euros locker machen und ebenfalls spenden.
Bob Geldof fühlte sich mal wieder bemüßigt – und das auch noch passend zum 30. Jubiläum – eine neue Version von “Do they know it’s Christmas” herauszubringen. Aber damit nicht genug: Es gibt auch eine deutsche Version.
Der Videoclip hatte am Freitagabend vor der “Tagesschau” im Ersten Premiere. Immerhin 1,27 Mio Zuschauer haben sich das angetan.

Nun ist es ja legitim, dass Prominente durch das, was sie am besten können, versuchen, Geld einzutreiben. Musiker singen für die Spendenkasse. Und trotzdem wirkt es, nun ja, provinziell, wenn ein internationaler Hit krampfhaft auf Deutsch vorgetragen werden muss. War niemand da, der einen eigenen Song kreieren konnte? Stattdessen stellen sich Campino, Thess Ullmann, Clueso, Udo Lindenberg, Ina Müller, Jan Delay und viele andere vors Mikro, um einen Song, der schon ziemlich lange ziemlich nervig ist, noch mal neu aufzunehmen.
So fängt dann der Videoclip mit Aufnahmen von Ebola-Kranken an, gefolgt von Campino, der singt: “Endlich wieder Weihnachtszeit!” Wenn einem sich da noch nicht die Fußnägel aufrollen, der bekommt dann auch in Zeile 9 endlich vorgerappt, dass man nach sechs Stunden Flug ganz andere Sachen erlebt.

Ich bin immer dafür, anderen zu helfen. Spenden sind wichtig, im Fall dieser Epidemie aber auch Aufklärung und Experten, die dort hinfliegen. Ob man wirklich Stars braucht, die spendensammelnd einen Kitschsong vortragen – nein, da bin ich mir nicht so sicher.

Hits: 76

RTelenovela

Achtung, Bahnhofstür!

Montag, den 24. November 2014
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Na, bist du auch schon mal von der Schwingtür am Oranienburger Bahnhof erschlagen worden? Nein? Dann herzlichen Glückwunsch! Ich bin neulich nur knapp an einem bösen Sturz vorbeigeschrammt, als mir eine der Türen regelrecht ein Bein gestellt hat.
Eine der Türen geht automatisch auf, die anderen beiden muss man selbst öffnen, und wer das schon mal gemacht hat, wird wissen: Die sind ganz schön schwer und haben dementsprechend ordentlich Schwung.

Wer durch will, muss ein bisschen Kraft haben, um die Tür zu öffnen. Wer dann tatsächlich durchläuft, sollte aber aufpassen. Unter Umständen ist die schwere Tür schneller als man selbst. Ich konnte mich gerade noch halten, obwohl sie mir – wumms! – ein Bein regelrecht weggeschlagen hat. Ein paar Tage später beobachtete ich eine Frau in ähnlicher Situation.

Wo ist bloß der Tüv, wenn man ihn mal braucht?

Hits: 72