RTZapper

Goldene Henne 2014

FR 10.10.2014 | 20.15 Uhr | MDR-Fernsehen

S-s-sehr unangene-ne-nehm. Da mö-möchte die DSD-D-DS-Gewinnerin B-Beatice Egli-li-li die Verleihu-hung der Goldenen-nen Henne m-mit einem-nem tollen Song-ong eröffnen, u-u-nd dann klem-em-emmt die CD.
Ach, Frau Egli, haben sie vorher gesagt, das klappt schon mit dem Playback. Aber dann stand sie auf der Bühne, bewegte zum Playback die Lippen – und dann das. Alle paar Sekunden hatte die eingelegte CD einen Hänger – aber Frau Egli war schon Profi genug, sich nichts anmerken zu lassen. Auch nicht die Musiker. Und der Chor.

Die ach so feierliche 20. Verleihung der “Goldenen Henne”, live im MDR und im rbb, war nicht nur unfassbar und absolut überflüssig lang (70 Minuten überzogen!! 220 Minuten lang!!!), sondern begann auch mit einer peinlichen Panne. Wenigstens war das aber der lustige Höhepunkt der Show, danach drehte sich alles nur noch um EMOTIONEN!
Schließlich kam die Show ja diesmal aus Leipzig. Wegen der friedlichen Revolution vor 25 Jahren. Da kann man schon mal ein bisschen EMOTIONAL werden. Noch mal sich die Bilder von früher ansehen. An den Osten denken. Und allen noch mal danken. so ganz EMOTIONAL!!

Die Wende ist ein Vierteljahrhundert alt, und die MDR-Show wirkt immer noch wie ein Relikt des DDR-Fernsehens. Oststars erinnern wehmütig, manchmal auch mahnend, an die DDR. Oststars (und manchmal, ganz selten auch Weststars) bekommen den Preis, der weniger wie eine Henne, dafür mehr wie ein goldener Kackhaufen aussieht. Ostmusiker singen ihre schönsten Osthits. Westmusiker kommen auch, aber nur wenn sie eine Ostgeschichte zu erzählen haben.
24 Jahre ist die deutsche Einheit her, aber der MDR hängt immer noch an einer befremdlich anmutenden Hochlebe- und Erinnerungsshow des Ostens. Es wird eine Zeit geben, wo sich die Show umorientieren muss, denn irgendwann sind die DDR-Bürger ausgestorben, und dann will keiner mehr das Ossi-Geheule hören.

Hits: 4786

Einen Kommentar schreiben: