Eurovision Song Contest 2014

SA 10.05.2014 | 21.00 Uhr | Das Erste

Alles Wurst! Könnte man jedenfalls meinen. Conchita Wurst ist zwar ein merkwürdiger Name, aber er – und vor allem der Song – brachte den Sieg für Österreich. Und was haben Udo Jürgens und Conchita Wurst gemeinsam? Es sind die beiden einzigen ESC-Gewinner unseres Nachbarlandes. Jürgens gewann 1966, und die Ösis mussten 48 Jahre bis auf Sieg Nummer zwei warten.

Und ich kann sagen: Ich habe Platz 1 und 2 richtig getippt, denn Conchita Wurst stieg mit „Rise like a Phoenix“ in meiner Gunst immer höher. Die Show und der Song waren großartig, eine wahnsinnige tolle Ballade. Und der Travestiekünstler, die Frau mit Bart, hat bewiesen, dass Europa doch toleranter sein kann, als man immer so denkt. Das ist vermutlich der schönste, fast schon herzerwärmende Aspekt dieses langen Abends.
Die Niederlande mit dem wunderbaren Countrysong „Calm After the Storm“ waren lange mein Favorit, am Ende setzte ich sie doch auf Platz 2, und dort landeten sie auch.

Es waren so viele tolle Songs dabei. Island ging in die Füße, Aserbaidschan, Weißrussland, Armenien, Finnland und Malta – alle standen recht weit oben in meiner Gunst.
Da hatte Deutschland mit Elaiza einach keine Chance. Der Song war gut, aber die Konkurrenz war in diesem Jahr unfassbar hart. Ich sah sie auf Platz 12, am Ende wurde es nur Platz 18. Aber Kopf hoch! Es war trotzdem schön. Und immerhin lag San Marino mit Ralph Siegel am Klavier immer noch hinter uns. Aber irgendwie sei ihm dieser Auftritt aber noch mal gegönnt – er ist ja lange genug dabei, und er hatte 1982 seinen letzten Auftritt auf einer ESC-Bühne.

Und die Polen? Was sollte denn diese Wichsfantasie? Was sollen wir daraus lernen, was wir da auf der Bühne gesehen haben? Dass die baltischen Frauen beim Putzen obszöne Bewegungen machen, dass sie lasziv den Boden wischen und dabei ihre Titten reiben? In Deutschland hat’s funktioniert – wir gaben den geilen Nachbarn zehn Punkte, und insgesamt gab’s immerhin den 14. Platz. Von mir den Letzten.

Insgesamt muss man aber sehen, dass der Eurovision Song Contest schon lange nicht mehr die Show mit den vielen wunderlich-schrecklichen Songs ist. Er ist international, europäisch geworden. Dass die Songs an sich nicht mehr landestypisch sind, kann man gut finden, kann man zugegebenermaßen aber auch langweilig finden. Die Ecken und Kanten sind verloren gegangen, spannend und groß ist der ESC aber immer noch. Er ist und bleibt ein Ereignis, das einmal im Jahr Europa zusammenführt.

2015 zieht der Eurovisionszirkus nach Österreich – vermutlich nach Wien. Liebe Ösis, macht was draus!
Und wie heißt es so schön? The Wiener takes it all!


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