Tagesarchiv für 30. Mai 2013

aRTikel

Sommerfelder Wildschweine sorgen weiter für Ärger

Donnerstag, den 30. Mai 2013
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Hund angegriffen / Ordnungsamt verschickt Schreiben / In der Klinik werden keine Probleme gesehen

MAZ Oranienburg, 30.5.2013

SOMMERFELD
Norbert Kamrad aus Sommerfeld ist in Rage: „Die Viecher tauchen auf, wo man sie nicht erwartet.“ Gemeint sind die Wildschweine, die sich immer öfter im Dorf blicken lassen und für Unruhe sorgen. Neulich ist darüber bereits im Ortsbeirat heiß diskutiert worden.
Schon seit 1958 lebt Norbert Kamrad auf dem Gelände der Klinik in der Waldhausstraße, doch eine so große Wildschweinplage hat er noch nicht erlebt. „Es werden immer mehr“, sagte er in einem Gespräch mit der MAZ. „Neulich konnte er sogar Fotos machen, die er auf seine Facebook-Seite stellte. „Die Tiere haben keine Scheu“, so Kamrad. Am Wochenende ist der Dackel seines Nachbarn von einem Wildschwein angegriffen worden.

Der Sommerfelder versteht nicht, dass gegen die Plage kaum etwas zu machen sei. Sauenfänge, Jagdprämien und Vertreibungsaktionen lehnte der Ortsbeirat ab. Auch Wolfgang Mäding aus dem Kremmener Ordnungsamt ist gegen solche Maßnahmen. „Das fände ich sehr problematisch“, sagte Mäding gestern. In Wohnbereichen dürften die Jäger nicht schießen. Extra-Schulungen als Stadtjäger seien nötig. Auf den bejagbaren Flächen ist der Abschussplan mit „138 Prozent erfüllt, das sind fast 30 Schweine mehr“, sagte Wolfgang Kasper, Sprecher der Pächtergesellschaft der Jäger, im jüngsten Ortsbeirat. Wolfgang Mäding vom Ordnungsamt wird in den nächsten Tagen Post an die Sommerfelder verschicken. In dem Anschreiben will er darauf hinweisen, dass die Fütterung der Wildscheine strengstens verboten sei. „Eigentlich haben die Menschen selbst dafür gesorgt“, sagt Mäding über den Grund für die Wildschweinplage. Bekämen die Tiere Futter, durch Abfälle oder Ähnliches, dann kämen die Wildschweine immer wieder.

Norbert Kamrad, der auf dem Gelände der Klinik lebt, macht auch die Einrichtung für die Plage verantwortlich. „Es gibt dort einen Komposthaufen, da tummelt sich das Wild.“ Davon will man in der Klinik jedoch nichts wissen. „Die Wildschweine machen einen großen Bogen um unser Gelände“, sagt Martina Franzen, die Pressesprecherin der Klinik. Manchmal sei der Parkplatz aufgewühlt, ansonsten gebe es jedoch keine Probleme. Die Sommerfelder sehen das anders, und auch Ordnungsamtsleiter Wolfgang Mäding kündigte gestern an, mit der Klinikleitung über das Problem sprechen zu wollen.

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RTelenovela

Umleitung durch die Staubwüste

Donnerstag, den 30. Mai 2013
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Für die Bewohner des Kremmener Thomas-Müntzer-Weges und der Straße An der Mühle sind harte Wochen angebrochen. Die B 273 ist noch bis Juli gesperrt, und die schmalen Straßen drumherum werden von nicht wenigen Autofahrern als Umleitungsstrecke genutzt.

Mitunter spielen sich in dem Gebiet chaotische Szenen ab. Die Straßen sind an vielen Stellen so schmal, dass sich zwei Autos nicht begegnen können. Einer muss immer warten. In der Gegend, in der sonst kaum ein Auto unterwegs ist, gibt es plötzlich immer wieder Staus.
Bei Trockenheit verwandelt sich der Ziegeleiweg in eine vor Staub neblige Wüste. Einige Anwohner ärgern sich, weil der Spargelhof mit diversen Schildern auf den Schleichweg hinweist. Ab und zu sind wütende Leute zu sehen, die sogar die entsprechenden Schilder rausreißen. Ein Kollege erzählte mir, dass er von Anwohnern böse angeguckt wurde, als er mit seinem B-Kennzeichen-Auto dadurch gefahren ist.

Sicher, auch die Kunden des Spargelhofes könnten locker über Groß-Ziethen und Staffelde fahren, wie es die andeen auch tun sollen. Andererseits konnten die Kremmener bis vor kurzem monatelang den privaten Spargelhof als Abkürzung nutzen. Auch das war alles andere als selbstverständlich, wurde von vielen aber als gegeben hingenommen. Besonders gedankt hatte es dem Besitzer kaum jemand.

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RT liest

André Kubiczek: Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn

Donnerstag, den 30. Mai 2013

Seine Mutter kommt aus Laos, sein Vater aus dem Harz. Sie ist die Tochter des laotischen Außenministers, er ist ein einfacher Genosse aus einer Industriestadt. Beide lernen sich in den 60ern während des Studiums in Moskau kennen und lieben, es ist nicht einfach, sie müssen ihre Liebe zunächst geheimhalten. Gemeinsam ziehen sie in die DDR, bekommen zwei Kinder. Der kleine Bruder hat einen schweren Unfall, liegt lange in der Klinik. Er stirbt, während Kubi bei der Armee seinen Dienst schiebt.
Inzwischen ist die Mutter lange tot, ihr Sohn findet ein Manuskript, in dem sie beginnt, ihre Geschichte aufschreiben, aber es endet abrupt, sie kam nicht mehr dazu, es zu Ende zu bringen. Nun ist es ihr Sohn, der nach und nach die Familiengeschichte rekonstriert.

Und es ist eine sehr spannende Familiengeschichte, die André Kubiczek in seinem Roman erzählt. Wir erfahren etwas aus dem DDR-Alltag, über die NVA, die schwierigen Bedingungen einer Liebe beim Studium in Moskau, über die Nachwendezeit in Berlin. Kubiczek erzählt das Ganze nicht von A bis Z, stattdessen pickt er sich hier eine Begebenheit heraus und da eine weitere. Als Leser verliert man jedoch nie den Überblick.
Es ist ein bisschen deutsche Geschichte, die man ganz nebenbei erzählt bekommt, die ganz Kleine, die einer Familie, eines Mannes. Locker und spannend erzählt, ohne in Rührseligkeiten oder gefärbte Erinnerungen zu verfallen.

André Kubiczek: Der Genosse, die Prinzessin und ihr lieber Herr Sohn
Piper, 479 Seiten
7/10

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