Tagesarchiv für 2. Oktober 2012

RTZapper

Domian: Trauer um Dirk Bach im Internet

Dienstag, den 2. Oktober 2012
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MO 01.10.2012 | 1.00 Uhr (Di.) | WDR

Der ergreifendste Augenblick am Montagabend, als wir erfahren haben, dass der Komiker Dirk Bach gestorben ist, war, als Jürgen Domian nachts um 1 im WDR mit seinem Telefontalk auf Sendung gegangen ist. Mit den Tränen kämpfend erzählte er über seinen Freund Dirk, den er noch von der Schule kannte.

Aber nicht alle trauern um Dirk Bach. Ein Anrufer bei „Domian“ berichtete in der Nacht zum Dienstag über Diskussionen auf Internetplattformen wie Youtube. Unter vielen Videos, die Bach zeigen, brachten User ihre Trauer zum Ausdruck – und andere ihr Unverständnis. Warum man denn um einen Promi trauere, fragen sie, in Afrika würden schließlich täglich Kinder an Hunger sterben. Andere machten sich über die Figur und seine Homosexualität lustig. Es sind vermutlich Leute, die noch nie wirklich getrauert haben. Sicherlich kannte niemand von uns Dirk Bach persönlich, aber das Fernsehen brachte ihn uns näher. Geht jemand von uns, den wir – auf welche Weise auch immer – mochten, dann ist Trauer ganz normal. Ekelhaft und dumm, wer sich darüber lustig macht.

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RTelenovela

Inselhopping

Dienstag, den 2. Oktober 2012
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Zwischen Stralsund und Greifswald befinden sich am Bodden mehrere Inseln, die, jede für sich, recht spannend sind.
An der Mündung zum Strelasund, am Greifswalder Bodden, ist die Insel Riems. Wer auf der B105 (der ehemaligen B96) unterwegs ist, biegt bei Gristow ab, die Insel Riems ist ausgeschildert.

Rauffahren darf man auf die Insel allerdings nicht – jedenfalls nicht, wenn man dort nicht wohnt und arbeitet. Auf Riems befindet sich das Friedrich-Loeffler-Institut, das Tierseuchen erforscht. Selbst die Mitarbeiter müssen durch Schleusen gehen, bevor sie das Institut betreten oder verlassen.
Es gibt dort eine Wohnsiedlung mit mehreren Mehrfamilienhäusern, fast wie ein richtiges Dorf. Es wäre wohl eine Idylle, wäre dahinter nicht das fabrikähnliche Gelände.

In Mecklenburg-Vorpommern wohnen seltsame Menschen. Auf unserem Spaziergang kommt mir ein Auto entgegen. Ich laufe auf der linken Straßenseite, links von mir sind größere Pfützen. Das Auto wird langsamer, stoppt. Ich bleibe auch kurz stehen und laufe dann ums Auto herum. Die Frau am Steuer öffnet die Tür und teilt mir mit, dass es ja auch einen Gehweg gebe. Ich frage sie im Gegenzug, ob denn ihr Lenkrad kaputt sei, sie hätte ohne weiteres an mir vorbeidüsen können. Aber vielleicht war sie ja auf Spaziergänger-Erziehungsmission.

Die Insel Koos liegt südlich von Riems. Sie ist sogar sehr viel größer. Ob wir rauf kommen und was wir dort machen können, wissen wir noch nicht.
Hinter Groß Karrendorf lassen wir das Auto stehen und machen uns zu Fuß auf den Weg. Sie führt auf einer Art Damm ins Nichts. Rechts und links sind Wiesen mit Feuchtgebieten, Schilf und hin und wieder ein paar Kühe.
Kilometerweit. Ein paar Radler bleiben immer wieder stehen und schauen durch ihr Fernglas. In der Ferne sind die Kraniche zu hören.

Wir erreichen eine kleine Holzbrücke. Angeblich können da Autos bis zu 30 Tonnen rüberfahren, allerdings sieht sie sehr marode aus. Es ist der Moment, in dem wir die Insel Koos betreten. Aber schon wenige Meter danach, ist Schluss. Ein Zaun versperrt den Weg. Der allergrößte Teil der Insel ist für die Öffentlichkeit gesperrt.
Wir nutzen die Sonne und die Decke, die wir dabei hatten und legten uns neben der Brücke – wieder auf der Landseite – auf die Wiese. Auf Koos näherten sich Angler.
Mit ihren Fahrrädern näherte sich ein Paar mit ihrem Sohn. Laut. Sie stoppten auf der Brücke und waren: laut. Nervig. Der Sohn – vielleicht 2 Jahre – wollte wissen, ob denn hier Steine seien. Papa machte sich auf die Suche und fand welche. Sohnemann feuerte die Steine von der Brücke aus ins Wasser. Die Angler (und wir) waren begeistert. Ob das denn jetzt sein müsse. Der Papa meinte daraufhin, ja, das müsse jetzt sein. Sein Sohn wolle jetzt Steine ins Wasser werfen, und überhaupt: Dürfen Sie denn hier angeln? Anstatt die Leute in Ruhe zu lassen, suchten papa und Sohn weitere Steine. Egoistisches Pack. Da lernt der Sohn ja gleich die richtigen, lebenswichtigen Dinge: den scheiß Egotrip. Manchmal kann man solche Eltern einfach nur hassen.

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