Tagesarchiv für 2. August 2012

RTelenovela

Radtour (19): Peng und platt

Donnerstag, den 2. August 2012
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(18) -> 31.7.2012

Mit einem kleinen Klappfahrrad durch die Wedemark.
Eines fällt gleich auf: Radwege gibt es hier eigentlich überall. Und wenn es nur ein schmaler, kombinierter Rad- und Fußweg ist. Auf der Straße fahren muss hier jedenfalls niemand.

In Hellendorf tollen die jungen Gänse auf der Wiese umher. Noch haben sie Zeit dazu. Bis zum November müssen sie groß und dick werden. Ob sie von ihrem Schicksal wissen, dass sie im November schon geschlachtet werden und auf den Tellern der Menschen landen?

Weiter geht es nach Mellendorf. Dass sich die beiden Nachbarorte nur im Anfangsbuchstaben unterscheiden, scheint hier niemanden zu stören. In einer kleinen Seitenstraße radeln wir an einer Großbaustelle vorbei. Ein ganz neues Gymnasium hat man hier hingebaut, das Alte ist vollständig abgerissen worden. Für eine neue Gemeindeverwaltung hat das Geld auch noch gereicht.
Diese Gedanken muss irgendjemand erhört haben, denn nur kurz danach kommt es zu einem Zwischenfall. Auf dem schmalen Radweg fahre ich über einen Stein. Es macht “Peng”, und wenig später habe ich einen platten Hinterreifen. Die Luftpumpe, die wir bei haben, bringt auch nichts. Glücklicherweise sind wir unweit eines Fahrradreparaturservices. Er pumpt den Reifen auf, aber wir müssen feststellen: Das Ding ist hin. Das Rad bleibt bis morgen beim Service.
Ganz toll: Da leiht man mir ein Rad, und ich mache es kaputt. Immerhin bekomme ich Ersatz.

Die Bäke gibt es nicht nur in Schmachtenhagen und weiteren Orten. Auch zwischen Mellendorf und Meitze fließt sie. Allerdings ist sie nicht mehr als ein tiefer Graben mit etwas Wasser drin. Nebenan, auf den Feldern kurz vor Meitze, drehen schon die Mähdrescher ihre Runden.
Bis Meitze schaffe ich es ohne weitere Zwischenfälle.

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aRTikel

Mit Musik gegen Rassismus

Donnerstag, den 2. August 2012
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Josephin Bär und Justus Henze planen Musical / Premiere Ende 2013 / Helfer gesucht

MAZ Oranienburg, 2.8.2012

Das Stück, das noch keinen Namen hat, soll sich mit dem alltäglichen Rassismus in unserer Region beschäftigen.

OBERHAVEL
Josephin Bär hat es in Hohen Neuendorf erlebt: „Zwei Chinesinnen wurden aus einem Auto heraus beschimpft.“ Es ist der scheinbar alltägliche Rassismus, den sie immer wieder mitbekommt. Gemeinsam mit vielen Mitstreitern will die 16-Jährige aus Glienicke Ende nächsten Jahres ein Anti-Rassismus-Musical aufführen und damit durch die Schulen des Landkreises touren. „Dazu brauchen wir 100 bis 120 Mitwirkende“, sagt sie. Demnächst beginnen die Arbeiten am Drehbuch.
„Darin wollen wir solche Szenen wie die aus Hohen Neuendorf einbinden“, sagt Josephin Bär. Aber auch die Alltagssituationen an den Schulen sollen darin vorkommen. „Parallel dazu beginnt die Arbeit an der Musik“, erzählt Justus Henze (16) aus Leegebruch. Er spielt seit zehn Jahren Klavier und hat die musikalische Leitung für das noch namenlose Stück übernommen.

Vor oder nach den Musicalaufführungen soll es Workshops geben, die das Thema vertiefen. „Allerdings soll das Ganze kein Vortrag sein“, stellt Josephin Bär klar. „Aber wir wollen einen Anstoß geben, selbst über das Thema nachzudenken.“
19 Schulen in Oberhavel haben sie bereits angeschrieben. Daraufhin meldeten sich bislang 32 Leute bei ihnen. „Wir hoffen, dass es noch mehr werden.“ Natürlich braucht das Musical Schauspieler und Sänger, aber auch Kostümbildner, Choreografen oder Leute, die sich um die Werbung kümmern.

Unterstützt wird das Projekt vom Jugendforum Glienicke, von den Nordbahngemeinden mit Courage und dem Kreisjugendring. Wo die regelmäßigen Treffen stattfinden, steht noch nicht fest. „Wenn wir das auf die Beine bekommen, können wir stolz sein“, sagt Josephin Bär. Aber der Weg bis zur Aufführung ist noch lang. „Spaß macht es schon jetzt.“

Kontakt: www.facebook.com/JugendforumGlienicke.

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RTZapper

Ernst-Marcus Thomas – Der Talk: Tränen lügen nicht – Die Wahrheit muss ans Licht

Donnerstag, den 2. August 2012
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DI 31.07.2012 | 12.00 Uhr | Sat.1

Drama, Baby!
Marie ist 29, sieht aber aus wie 18. Max ist 16, sieht aber aus wie 20, und ist der Bruder von Marie.
Na ja, nicht ganz. Marie ist die Mutter von Max. Das ist das – uhhhh! – große Geheimnis, das Marie nun im Fernsehen lüften möchte. Ausgerechnet da. Dass Max nicht gerade amüsed ist, versteht sich von selbst.

Aber keine Angst. Diese haarsträubende Geschichte ist natürlich nicht echt. Die komplette Sendung, die Sat.1 am Dienstagmittag ausstrahlte, war nicht echt.
Ernst-Marus Thomas, der Mann mit den drei Vornamen, ist zurück. Nachdem er mit dem “ZDF-Fernsehgarten” scheiterte, scheitert er nun mit seiner eigenen, gefakten Talkshow. Herzlichen Glückwunsch.

Bei “Ernst-Marcus Thomas – Der Talk” handelt es sich im Grunde um die gleiche Sendung wie mit Anica Hansen – nur Titel und Moderator wurden ausgetauscht. Warum der – so steht es auf seiner Internetseite – erfolgreiche Moderationscoach sich nun in die Niederungen des Sat.1-Trashfernsehens begibt, ist mehr als fraglich.
Am Freitag ist erstmal Schluss mit dem Talkversuch – dann läuft um 12 Uhr wieder die gescriptete Hold-Gerichtsshow. Und weil glücklicherweise die Quoten des Talks so mies sind, kann man wohl davon ausgehen, dass Sat.1 erst mal die Finger davon lässt. Was Sat.1 aber sicher nicht davon abhalten wird, noch miesere Sendungen ins Programm zu nehmen.

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RTZapper

Olympia live: Fechten – die erste Medaille

Donnerstag, den 2. August 2012
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MO 30.07.2012 | 22.15 Uhr | ZDF

Die Deutschen atmen auf: Endlich gibt es bei den Olympischen Spielen in London eine Medaillle.
Okay, es ist nur eine Silbermadaille, aber immerhin. Die Fechterin Britta Heidemann hat’s geschafft. Die anderen Sportler haben das nicht hinbekommen. Die Deppen. Die Nichtskönner. Diese Idioten. Diese Flachpfeifen.

Keine Sorge, ich bin nicht größenwahnsinnig geworden. Aber wenn man sich mal in den Internetforen so umsieht, da war der Ärger doch schon sehr groß, dass es bis Montagabend für die Deutschen bei Olympia nicht so gut lief.
Die Schwimmer versagten. Die Radsportler. Beim Tischtennis lief es nicht gut. Und so weiter.
Da wird der Deutsche aber mal so richtig sauer. Da will er sich mal vor dem Fernseher entspannen, und dann gibt es keine Medaillen fürs eigene Land! Das kann doch wohl nicht wahr sein. Im Internet gibt es kübelweise Häme.

Wir sehen: Der Spruch “Dabei sein ist alles” zählt nicht. Vielmehr zählt: “Gewinnen ist alles.”

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RT im Kino

Ted

Donnerstag, den 2. August 2012

So ist das Leben. Wäre ich der Hauptdarsteller in diesem Film, dann wäre das Lieblingskuscheltier kein Teddybär, sondern ein Hase. Der Film würde dann auch nicht “Ted”, sondern “Geko” heißen.
Ich weiß, ist nicht so cool.

Ted aber, der ist cool. Ted ist nämlich ein ganz besonderer Teddy. Ted ist der beste Freund von John (Mark Wahlberg). Als John noch ein Kind war, da war sein größter Wunsch, dass Ted sprechen kann und lebenslang sein allerbester Freund wird.
Nun ist John 35, und Ted immer noch sein bester Freund. Ted ist inzwischen auch… nun ja, erwachsen geworden. Ted steht auf Partys, auf Frauen, ist immer irgendwie geil, und Drogen sind ihm auch nicht fremd. Alles, was einen entzückenden Teddybär nicht ausmacht.
John hat inzwischen auch eine Freundin. Und an sich hat Lori (Mila Kunis) Ted sogar akzeptiert. Aber dennoch: Wenn John endlich eigenständig sein soll, dann muss Ted ausziehen. Eine schwierige Entscheidung.

Die Erwartungen an “Ted” sind recht hoch, und das hat einen Grund: Hinter dem Film steckt Seth MacFarlane, der Macher von “Family Guy”. Diese Zeichentrickserie steht für ihren subversiven Humor, für die Satire auf die amerikanische Gesellschaft.
In seinem ersten Kinofilm geht es nun also um einen notgeilen, rülpsenden, sehr menschlichen Teddybären. Der ist dann in der Tat auch recht witzig, nicht selten blitzt der bitterböse MacFarlane-Humor durch.
Aber, und das ist dann doch ein bisschen enttäuschend: “Ted” hätte gerne noch viel böser sein können. Sicherlich – es ist lustig, zu sehen, wie ein erwachsener Mann bei Gewitter Angst hat und von seinem sprechenden Teddy getröstet wird. Aber gerade, als sich Ted verliebt, als er auszieht, als dann doch etwas Dramatik geschieht – da wird der Film plötzlich recht konventionell.
“Ted” ist sehenswert. Aber wie wäre es denn mal mit “Family Guy – Der Film”?

7/10

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