Tagesarchiv für 20. Juli 2012

RTelenovela

Verschenkte Filmperlen in Mono

Freitag, den 20. Juli 2012
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“Nathalie küsst” hieß der Film der am Mittwoch um 18.30 Uhr im Hennigsdorfer Kino lief. Das „Kino im Ziel“ hat immer mal wieder echte Filmperlen im Programm. Blöd nur, dass die irgendwo am Nachmittag versteckt werden.

Es ist durchaus etwas Besonderes, wenn kleine Kinos in kleinen Städten wie Hennigsdorf auch mal Filme abseits des Mainstreams
zeigen.Wenn in Hennigsdorf „The amazing Spiderman“ oder „Ice Age 4“ laufen,
dann ist das schön, aber erst mal nichts Besonderes.
Dann aber erblicken Filmfans plötzlich Werke wie „My Week with Marilyn“ auf dem Plan. Oder eben den französischen Streifen „Nathalie küsst“. Neulich lief in Hennigsdorf die Science-Fiction-Parodie „Iron Sky“, die schon bei der Berlinale für
Wirbel sorgte.

Aber was nützt das alles, wenn diese Perlen an einem Mittwochnachmittag um
18 Uhr beginnen? Jetzt, in den Ferien und der Urlaubszeit, mag das kein Problem
sein, aber wer geht denn in der Regel am späten Nachmittag ins Kino, um sich so eine Perle reinzuziehen?
Dementsprechend leer war es dann auch immer, wenn ich mir dann doch mal die Zeit genommen habe und schnell ins Kino gedüst bin. Da kommt es vor, dass ich allein im Saal sitze – oder höchstens noch eine Handvoll Menschen neben mir.

„Der besondere Film“ heißt die Reihe, die mittwochs im „Kino im Ziel“ läuft. Aber so viel Wert scheinen die Betreiber nicht darauf zu legen, dass diese Filme auch gesehen werden. Das macht der Oranienburger Filmpalast besser. Dort ist das „Kino für Kenner“ am Montag um 20 Uhr gerade richtig im Programmplan. Als dort diese Woche “Best exotic Marigold Hotel” lief, war der Saal gut dreiviertelvoll.

Und wenn wir schon mal dabei sind, liebe Hennigsdorfer: Einen akustischen Genuss kann man es auch nicht gerade nennen, was in dem Kino geboten wird. Dolby Surround habe ich in Hennigsdorf jedenfalls schon lange nicht mehr erlebt. Im „Kino im Ziel“ hört sich das eher wie Mono in den sehr frühen 90ern an – gerade erst wieder bei “Ice Age 4 – Voll verschoben” erlebt. So vergrault man
auch die Besucher.

(auch in leicht kürzerer Version in der MAZ vom 12.7.2012)

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RTZapper

Ab durch die Mitte – Das schnellste Quiz der Welt

Freitag, den 20. Juli 2012
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DO 19.07.2012 | 18.30 Uhr | Sat.1

Was ist das Besondere am angeblich schnellsten Quiz der Welt? Die Antwort wissen wir seit Donnerstag: Dass es ganz schnell abgesetzt wird.
“Ab durch die Mitte” läuft am frühen Freitagabend das letzte Mal auf Sat.1, nach nur 15 Ausgaben ist Schluss. Die Quoten waren zu mies.
Ab Montag läuft auf dem Sendeplatz wieder “K11”. Bei der Rumpeldoku sind die Quoten zwar genauso mies, aber wenigstens sind sie billiger mies.

Sat.1 findet einfach kein Rezept mehr für sein Programm. Mit Billigdokus haben sie ihr Image in die Tonne getreten, ein Quiz sollte es wieder anheben.
Das hat nicht funktioniert. Völlig zurecht. “Ab durch die Mitte” war nicht das entspannte Feierabendquiz, es musste unbedingt schnell sein und ganz viel Action dabei sein. Fixe Fragen, und wer nicht Bescheid weiß, donnert durch die Falltür nach unten.
Ich will so was nicht sehen. Und die meisten anderen Menschen auch nicht, wie sich nun gezeigt hat.

Dass das Programm mit der erneuten Wiederholung von “K11” allerdings noch schlechter werden wird – daran hat man sich bei Sat.1 anscheinend gewöhnt.
Da hilft nur eins, und Peter Lustig hat es uns jahrzehntelang gepredigt: Abschalten!

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RT im Kino

Das verflixte 3. Jahr

Freitag, den 20. Juli 2012

Im dritten Jahr der Liebe ist Schluss.
Im ersten Jahr kauft man Möbel. Im zweiten Jahr stellt man sie um. Im dritten Jahr verteilt man sie untereinander.
Du kennst das? Du kennst das verflixte dritte Jahr? Dann ist diese Liebeskomödie aus Frankreich genau das richtige für dich.

Marc Marronnier (Gaspard Proust) lässt sich von seiner Frau scheiden. Oder besser: sie sich von ihm. Es war langweilig geworden. Und langweilig ist auch Marcs Job als Literaturkritiker, selbst die Szenereportagen öden ihn nur noch an. Er schreibt ein Buch über seine zerbrochene Liebe. Es schlägt ein wie eine Bombe.
Auf einer Feier begegnet er der schönen Alice (Louise Bourgoin). Ob aus den beiden ein Paar wird, ist noch nicht sicher. Sicher ist nur, dass sie das Buch von Marc absolut inakzeptabel findet. Dass er es geschrieben hat, weiß sie jedoch nicht, es erschien unter Pseudonym.

Autor und Regisseur Frédéric Beigbeder, bekannt durch das Buch “39,90”, verfilmte seinen eigenen Roman “Die Liebe währt drei Jahre”. Er blickt auf die Tücken der Liebe und vor allem in den Abgrund der Liebe. Auf oftmals zynische Weise beschreibt er, wie so eine Beziehung auseinanderbricht und wie Marc versucht, darüber hinweg und später Alice für sich gewinnen zu können. Dabei werden die schon bekannten Männer-Frauen-Sexklischees durchgenudelt.
Besonders innovativ ist die Geschichte deshalb auch nicht. Die sympathischen Charaktere machen das aber wieder wett.
Wirklich schön: der Auftritt des Musikers Michel Legrand, der seinen schönen Chanson “Windmills of your Mind” singt.

7/10

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