Tagesarchiv für 19. Juni 2012

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1992: Käfer und Kampfhubschrauber

Dienstag, den 19. Juni 2012
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Mai 1992 II -> 30.5.2012

Vor 20 Jahren: Autoschau auf Soldatenflugplatz / Monika Mittelstädt wird Hohen Neuendorfs Stadtchefin

MAZ Oranienburg, 19.6.2012

Was passierte vor 20 Jahren im Altkreis Oranienburg? Diesmal: die erste Hälfte im Juni 1992.

OBERHAVEL
Die Bewohner der Oranienburger Neustadt sind genervt. Eigentlich sollte das neue Nahversorgungszentrum in der Straße des Friedens (Bernauer Straße) im April 1992 fertig sein, doch die Bauarbeiten laufen immer noch. In der Prenzlauer, Pasewalker und der Freienwalder Straße regieren Dreck und Staub.

Auf dem künftigen Atrium-Gelände zwischen Breite Straße und Leninallee (Berliner Straße) in Oranienburg tut sich dagegen gar nichts mehr. Der geplante Bau des Einkaufszentrums ruht. Baudezernent Horst Ganschow sagt, dass es auf eines der dort noch stehenden Häuser Ansprüche gibt. So lange die nicht geklärt seien, könne nicht abgerissen werden.

Kremmener Bürger verhindern am 2. Juni einen Raubüberfall auf die Sparkasse. Tagelang fiel den Leuten ein Golf aus Berlin auf. Zivilfahnder der Kripo bebeobachten die Sache und greifen schließlich zu. Im Auto liegen Stoffmasken und Gaspistolen.

Monika Mittelstädt wird am 4. Juni 1992 offiziell zur neuen Rathauschefin in Hohen Neuendorf gewählt. Erstes großes Projekt: der Zusammenschluss mit den Verwaltungen von Borgsdorf und Bergfelde.

In Hammer hält sich hartnäckig das Gerücht, dass die Schule geschlossen werden soll. Die Eltern wehren sich dagegen, dass sie ihre Kleinen zukünftig nach Liebenwalde schicken müssen.

Der Oranienburger Käferclub veranstaltet auf dem Flugplatz des ehemaligen GUS-Regiments eine Schau. Das nutzte die Gelegenheit gleich noch für einen „Tag der offenen Tür“. So vereinten sich VW Käfer und Kampfhubschrauber.

Die Region bekommt ihr erstes chinesisches Lokal. To-Wan Lam will im Juli sein Restaurant „Bo-sen“ in Sachsenhausen eröffnen. Ein Jahr lang haben die Handwerker an dem Gebäude gebaut und renoviert.

Das kann ja mal passieren: Eigentlich soll am 15. Juni 1992 die Kremmener Straße in Oranienburg gesperrt werden. In dem Gebiet wird eine Bombe vermutet. Der Kindergarten ist evakuiert, die Anwohner auch. Nur irgend jemand hat vergessen, die Sperrung der B 273 zu veranlassen. Die Bombenfreilegung muss verschoben werden.

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RTelenovela

Diese Spinner (2): Vermummt in Neuholland

Dienstag, den 19. Juni 2012
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(1) -> 12.6.2012

Ich habe so ein Jucken an der Hand. Zwischen Mittel- und Ringfinger. Hat mich der Spinner erwischt? Oder bin ich schon paranoid?
Die vom Eichenprozessionsspinner befallenen Bäume entlang der Landesstraße in Neuholland sind mir ja schon neulich aufgefallen. Diesmal habe ich sie mir ein wenig genauer gesehen. Eine Gruppe Frauen kämpft in Neuholland dafür, dass endlich mal was gegen die Plage unternommen wird. Sie haben handfeste Gründe dafür, sauer zu sein. Denn die befallenen Bäume stehen direkt am Radweg, der in die nächstgelegene Stadt, nach Liebenwalde, führt. Den Radweg können sie kaum noch benutzen, denn ein Härchen vom Spinner genügt für einen allergischen Schock, für Pusteln, für Juckreiz und mehr…
Auch im Dorf selbst herrscht Spinneralarm. Die Kitakinder können kaum noch raus, der Spaziergang zum nahegelegenen Kanal fällt aus.

Deshalb wollen die Neuholländer Frauen nun noch einmal auf die Situation aufmerksam machen. Sie schmissen sich regelrechte Schutzanzüge über, vermummten sich regelrecht, Mundschutz und Schutzhüllen – so radelten sie den Weg Richtung Liebenwalde entlang. Und ich machte davon ein Foto.
Natürlich auch nicht ganz ungeschützt. Bei 24 Grad zog ich mir meine warme Jacke über und zog mir die Kapuze drüber. Schließlich weiß man ja nie. Ich fotografierte also die Radlerinnen-Truppe und die Spinner an den Bäumen.

Und irgendwie juckt’s jetzt hier und da.
Ach, alles nur Einbildung.

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RTZapper

Wie das Leben so spielt

Dienstag, den 19. Juni 2012
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SO 17.06.2012 | 20.15 Uhr | RTL

Im Fernsehen läuft das EM-Spiel zwischen Dänemark und Deutschland. Wenn da fast 28 Millionen Leute vorm Fernseher sitzen (und ein paar weitere beim Public Viewing), können die anderen Sender eigentlich einpacken. Normalerweise wissen sie das auch und zeigen in dieser Zeit alten Müll, der nichts kostet und beim es es nicht schlimm ist, wenn die Quoten ein Desaster sind.

Und was macht RTL? Ausnahmsweise mal keinen Müll senden. Tag für Tag zeigt RTL Trash-TV, nur wenn das Deutschland-Spiel kommt, dann packt RTL plötzlich eine Perle aus.
“Wie das Leben so spielt” hieß der Film, der am Sonntagabend lief. Adam Sandler spielt einen Comedian, der eine seltene tödliche Krankheit hat und in dieser Zeit einen wahren Freund gewinnt.
Eine erstaunlich tiefsinnige Tragikomödie, in der Adam Sandler mal nicht das doofe, prollige Ekel spielt. Im Kino jedoch ging sie unter. Und wahrscheinlich hat man bei RTL dem Film auch nicht viel zugetraut. Also versendeten sie ihn gegen das Megaevent. Am Ende waren es gerade mal 570.000 Zuschauer, die sich “Wie das Leben so spielt” ansehen wollten – plus weitere 330.000, die die Nachtwiederholung sahen (wie ich).
So miese Quoten und so einen grauenvollen Sendeplatz hat diese Free-TV-Premiere auf har keinen Fall verdient. Schade drum.

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