Tagesarchiv für 8. Mai 2012

RTZapper

Günther Jauch: Der Eklat

Dienstag, den 8. Mai 2012
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SO 06.05.2012 | 22.05 Uhr | Das Erste

Günther Jauch – der Frank Elstner des Jahres 2012.
Das ist ein Vergleich, mit dem der ARD-Sonntagsplauderer wohl in seinem Leben nicht mehr gerechnet hat.
„Aus meiner Sendung wird niemand herausgeworfen”, sagte Frank Elstner in einer seiner “Wetten, dass…?”-Shows im Jahre 1984, als Robin-Wood-Aktivisten die Bühne stürmen und von der Security rausgeschmissen werden sollte.
So ähnlich reagierte Günther Jauch am Sonntagabend, es als zu einem ähnlichen Zwischenfall kam.

Als Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit über die Wahl in Schleswig-Holstein sprach, stürmte ein Berliner Student etwas laut rufend auf die Bühne zu. Erst hörte man nur Gepolter, sah aber zeigte die Kamera, wie die Security den Mann raustrug. Der Grünen Renate Künast war das eine Spur zu heftig, und auch Günther jauch stand auf, verließ die Bühne und sprach einen der Sicherheitsleute an, man möge den Mann doch bitte zurückholen. “Hier wird keiner einfach aus der Sendung wie in der Ukraine rausgehauen.”
Der Störer wollte auf sich aufmerksam machen, weil der Berliner Senat wohl den Neubau der Ernst-Busch-Schauspielschule gestoppt hat. Für die jungen Leuten durchaus eine Katastrophe.

Günther Jauch hat toll reagiert. Es wäre auch ein seltsamen Signal gewesen, wenn die Zeitungen am nächsten Tag berichtet hätten: Jauch schmeißt Zuschauer raus. Und die Security? War die zu hart? Hätte der junge Mann tatsächlich die Bühne gestürmt und hätte er einen der Gäste angegriffen, dann wäre das Geschrei auch groß gewesen, weil dann alle gefragt hätten: Und wo waren die Sicherheitsleute?

Nach der “Tatort”-Panne am selben Abend, war das schon der zweite außergewöhnliche Augenblick, den die ARD (unfreiwillig) zu bieten hatte.

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RTelenovela

Teures Fleisch. Was ganz Edles!

Dienstag, den 8. Mai 2012
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Der Kassierer im Supermarkt stutzt einen Moment: Er hat eine Packung Fleisch in der Hand. Er sieht auf den Preis und sagt: “48 Euro? Sind Sie sich sicher?” Der Mann, der das sehr teure Fleisch kaufen will, sieht den Kassierer an und scheint eher verständnislos zu sein: “Wieso, ich habe doch schon gespart.”
Der Kassierer scheint – wie ich auch – irritiert zu sein. Nochmal blickt er aufs Fleisch und den Preis. Aber, was solls: Er gibt den Preis ein, und schon ist der Kunde um 48 Euro ärmer.
Leider habe ich nicht sehen können, was für eine wertvolle Fleischart der Mann gekauft hat. Es muss was ganz Edles gewesen sein.

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RTZapper

Tatort: Die Ballade von Cenk und Valerie

Dienstag, den 8. Mai 2012
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SO 06.05.2012 | 20.15 Uhr | Das Erste

Na toll. Jörg Schönenborn hat ins “Tatort”-Finale reingequatscht. Faselt etwas von seinen Haaren. Und von Beitragslängen. Und das mitten in der dramatischsten Szene des Krimis – als der Kommissar stirbt.
Aber der ARD-Wahlreporter kann nichts dafür, dass eine technische Panne dafür sorgte, dass er irrtümlich im “Tatort” zu hören war. Aber um sich mal wieder ins Spiel zu bringen und sich bekannter zu machen, war das durchaus ein guter PR-Coup.

“Die Ballade von Cenk und Valerie” war der letzte “Tatort” für Cenk Batu alias Mehmet Kurtulus. Ob er freiwillig gegangen ist oder der NDR ihn wegen schlechter Quoten hat gehen lassen, weiß man nicht. Batu hatte die schlechtesten Zuschauerzahlen aller “Tatorte”. Und tatsächlich waren seine Fälle auch sehr außergewöhnlich. Batu war ein verdeckter Ermittler.
In seinem letzten Fall am Sonntagabend wurde er in eine Bank eingeschleust, wo er illegale Spekulationsgeschäfte aufdecken sollte. Doch die Trader planen ein Attentat auf den Bundeskanzler. Batu gerät zwischen die Fronten, seine Freundin Valerie wird entführt – er ist derjenige, der den Kanzler töten soll.

Es war ein sehr spezieller “Tatort”, ein wirklich spektakulärer. Normalerweise stirbt jemand, die Kommissare suchen nach dem Täter und klären den Mord dann auf. In dem Hamburger Krimi war alles anders. Der Kommissar gerät in die Fänge der Bösen und muss selbst Böses tun.
Das war spannend und auf jeden Fall kurzweilig. Nur eines manchmal nicht: logisch. Die jungen Spekulanten machten einen Eindruck wie in der Klapsmühle, absolut übertrieben abgedreht. Dass das Gebäude, in dem gerade der Kanzler als Geisel genommen wird, von Passanten gestürmt wird, erscheint auch seltsam.

Aber um Logik geht es in solchen Filmen selten. Wenn dafür am Sonntagabend so großes, so gut gefilmtes Kino geboten wird, ist das zu verschmerzen. Corinna Harfouch zeigte wieder mal, dass sie eine hervorragende Schauspielerin ist. Jonas Nay (“Homevideo”) spielte den verschüchterten Sohn der Erpresserin ebenfalls hervorragend.

Der NDR hat als Nachfolger für Kurtulus Til Schweiger engagiert. Ich bin gespannt. Kurtulus hat die Hamburger Messlatte recht hoch gelegt.

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