Tagesarchiv für 26. Februar 2012

RTZapper

Hochzeit mit Hindernissen

Sonntag, den 26. Februar 2012
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SO 26.02.2012 | 18.32 Uhr | zdf info

Heiko findet keine Frau, dabei möchte er sich so gerne verlieben.
Was macht man in so einem Fall?
Erstens: Im Internet nach einer hübschen Frau aus Osteuropa suchen. Da wird schon was Nettes bei sein.
Zweitens: Ein Fernsehteam dazuholen, damit sie alles beobachten können.

Man könnte meinen, dass es eine Spezialität der Privatsender ist, andere Leute zur Schau zu stellen, die sich eine Frau kommen lassen und meinen, dass das was mit Liebe zu tun hat. Auf zdf info liefen am frühen Sonntagabend zwei Folgen von “Hochzeit mit Hindernissen”. Ein 26-jähriger Fruchtsafttechniker (was immer das auch ist) sucht sich auf einer Datingseite eine Frau aus Usbekistan. Das hat zwar mit Liebe nichts zu tun, aber darauf kommt diesem Heiko wahrscheinlich auch nicht an.
Tatsächlich kommt die junge Frau nach Deutschland, zieht sofort bei Heiko ein. Blitzliebe. Oder so was Ähnliches. Schon wenige Tage später beschließt der junge Mann, dass die … ähm … Liebe so groß ist, dass er sie heiraten will.

Man könnte meinen, es handele sich um eine RTL-II-Dokusoap. Man muss sich schon fragen, warum das ZDF solche Leute derart prominent in die Öffentlichkeit zerrt und sie zumindest indirekt der Lächerlichkeit preisgibt.
Interessant wird es aber richtig, wenn man mal im Internet nach dem jungen Mann sucht.
Man stößt auf Einiges: Süddeutsche TV hat die Reihe im Jahr 2011 für das ZDF produziert. Oder besser gesagt: neu zusammengestellt. Denn die Geschichte, die erzählt wird, scheint schon mal im Jahr 2008 ausgestrahlt worden zu sein. So geht es aus diversen Foreneinträgen im Internet hervor. Und nicht nur das: Dieser Heiko wurde im Sommer 2010 wegen gewerbsmäßigen Betrugs in 77 Fällen zu drei Jahren Haft verurteilt. So habe er teure Hotelzimmer gemietet, ohne das Geld dafür zu haben – auch und gerade für seine Osteuropa-Touren.

Und auf zdf info laufen nun seine “Abenteuer”, als ob nichts passiert ist, neu produziert 2011. Hat Süddeutsche TV dem ZDF tatsächlich eine alte Story verkauft, dessen Protagonist inzwischen verurteilt im Knast sitzt?

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RTZapper

Kinowerbung: Prinz

Sonntag, den 26. Februar 2012
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FR 24.02.2012 | CinemaxX, Berlin

Der “Prinz” macht gerade kräftig Werbung für sich. Die Zeitschrift mit den aktuellen Veranstaltungsterminen erscheint seit einiger Zeit im neuen Look. Deshalb sollen die Leute das Blatt mal wieder kaufen, und deshalb läuft in den Kinos ein entsprechender Werbespot.
Und weshalb kauft man das Blatt? Wegen der spannenden Storys? Wegen der vielen Termine im Planer? Nein! Wegen der Coupons!

Es gab eine Zeit, da war der “Prinz” ein lesenswertes Magazin. Es standen ein paar lesenswerte Artikel drin, der eine oder andere Testbericht und viele Kulturtermine. Letztere sind inzwischen recht ausgedünnt, die Zahl der spannenden Artikel ist auch weniger geworden. Und jetzt soll der wichtigste Grund sein, den “Prinz” zu kaufen, Coupons sein, damit man insgesamt 60 Euro sparen kann? Ganz schön armselig. Vor allem dann, wenn es im aktuellen Werbespot der einzige Grund ist, der genannt wird, warum man die Zeitschrift kaufen muss. Das ist eine Bankrotterklärung, wenn man sonst nichts mehr zu bieten hat.

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RTelenovela

Ein Hoch auf die Technik (15): Flach, breit, HD

Sonntag, den 26. Februar 2012
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(14) -> 22.1.2012

Es wurde Zeit. Mein alter Fernseher wäre im kommenden Sommer neun Jahre alt geworden. Aber es war in den vergangenen Wochen nicht mehr schön mit ihm. Er zeigte die Farben an den Rändern nicht mehr richtig an, am Ende hatte die “Tagesschau” nicht mehr einen blauen Hintergrund, sondern weitgehend einen grünen.

Sonnabend, am frühen Abend im Alexa in Berlin. Zu zweit stehen wir in der Abteilung mit den Fernsehern im La-la-la-lass-dich-nicht-verarschen-Laden.
Meine Vorgaben: Das Ding muss analoges und digitales Kabelfernsehen empfangen, ich möchte endlich – nachdem mein Digitalreceiver kaputt gegangen ist – wieder die ARD/ZDF-Digitalkanäle empfangen. Außerdem wäre die Möglichkeit schön, das Internet über den Fernseher zu nutzen. Stichwort: Mediatheken.
Welche Marke? Panasonic soll ganz gut sein. Grundig dagegen hat die beste Zeit hinter sich. Oder Sony?
Und welche Größe? Schnell war klar, dass er nicht größer sein soll als 32 Zoll. Damit ist er schon größer als mein altes Teil.

Viele Leute sehen sich meistens nur den Fernseher an, beobachten, wie scharf das Bild wirklich ist. Aber zur Kaufentscheidung gehört noch mehr: Ist die Fernbedienung hübsch? Ist die Bedienung einfach? Sieht die Benutzeroberfläche edel aus? So stehen wir mehr als eine Stunde im Laden rum. Schalten die Sender um, probieren das Internet aus und und und.
Am Ende entscheide ich mich für Sony.

Die Nacht zum Sonntag. Zu Hause beginne ich, den Kram auszupacken. Ich muss zunächst die Halterung zusammensetzen. Das ist der Moment, in dem ich glaube, dass es noch nichts wird mit dem neuen TV-Vergnügen.
Ich starre auf die Bilder der Bedienungsanleitung. Und starre weiter. Hä? Was sind das da für Schäubchen? Und wo kommt das Ding da rein?
Um es kurz zu machen: Ich habe es geschafft. Alles ist zusammengebaut, der Fernseher steht dort, wo er stehen soll, die Anschlüsse funktionieren, die Sender sind eingestellt und geordnet. Ich kann wiede die digitalen Programme sehen und Das Erste, das ZDF und arte sogar in HD.
Jetzt fehlt nur die Verkabelung zum Internet, eventuell eine kleine Festplatte zum Aufnehmen und vielleicht noch ein neues Verbindungskabel für den Festplattenrecorder. Aber das wird schon.

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aRTikel

Erregte Heimatkunde

Sonntag, den 26. Februar 2012
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Hennes Bender begeisterte die Zuschauer in der „Tiefsten Provinz“ in Kremmen

MAZ Oranienburg, 25.2.2012

KREMMEN
Hennes Bender kennt in Oberhavel nur Kremmen. Schon zum dritten Mal war er am Donnerstag in der Stadt, das zweite Mal trat er im Theater „Tiefste Provinz“ auf. An Kremmen fahre man ja sehr gerne vorbei, sagte er. Entsprechend logisch war dann auch seine Frage: „Oberkrämer? Wo ist dat denn?“ Bender wollte von den Gästen wissen, wo sie denn überall herkommen. „Löwenberger Land? Habt ihr keine Städte?“, fragte er und erntete die Lacher des Publikums im ausverkauften Theater.

„Erregt“ war er, der Hennes. So jedenfalls heißt sein aktuelles Bühnenprogramm. So ging es um die Wutbürger, die im vergangenen Jahr die, wie der 44-jährige Bochumer sagte, Diktatoren in Ägypten, Libyen und Baden-Württemberg abgewählt haben.

Er sei ein bisschen auseinandergegangen, meinte er entschuldigend. „Aber das hat einen ernsten Hintergrund“, sagte er. „Ich habe aufgehört zu rauchen.“ Nach dem Applaus des Publikums schob er nach: „Ich habe aber auch vorher nicht geraucht.“ Er merke mit seinen 44 Jahren aber schon deutlich, dass sich das Alter bemerkbar mache. „Ich bin wetterfühlig geworden“, erzählte er. „Ich merke, wenn der Wind sich dreht.“ Auf seinen 42. Geburtstag vor zwei Jahren habe er sich eigentlich total gefreut, aber dann hatte er ausgerechnet an diesem Jubeltag einen Gichtanfall im Fuß.

Hennes Bender sprach in den gut zwei Stunden extrem kurzweilig über gesellschaftspolitische Missstände, regte sich über die katholische Kirche auf, über Facebook und die, wie er sie nannte, I-Phone-Wichser.
Bender scheint gern nach Kremmen zu kommen. Er freut sich, „dass es hier so einen Laden gibt“ und bezeichnete die „Tiefste Provinz“ als eine der schönsten und erhaltenswerten kleinen Bühnen Deutschlands.

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