Tagesarchiv für 12. Januar 2012

ORA aktuell

Oranienburger Sporthallen nicht mehr kostenlos

Donnerstag, den 12. Januar 2012
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In Oranienburg sollen ab 1. August 2012 erstmals Hallennutzungsgebühren erhoben werden. Damit wäre die Nutzung durch Gruppen und Vereine nicht mehr kostenlos.
Betroffen sind in der Kernstadt die Hallen der Wald-, Havel- und Torhorstschule sowie die Schlossturnhalle. Außerdem die Hallen in Schmachtenhagen, Lehnitz, Friedrichsthal, Germendorf und Sachsenhausen.

Das Entgelt soll 11,50 Euro pro Stunde und Spielfeld betragen, Ermäßigungen gibt es für Senioren, Kinder, Jugendliche, Behinderte und gemeinnützige Vereine.
Momentan sei es ein offenes Geheimnis, dass Vereine derzeit Hallenzeiten bunkere, ohne sie zu nutzen.

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RTZapper

Extra – Das RTL-Magazin: Making of Rach

Donnerstag, den 12. Januar 2012
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MO 09.01.2012 | 22.15 Uhr | RTL

Über die einschlägigen Dokureihen wissen wir: Oft kommen die Fernsehteams mit einem Drehbuch zu ihren Bewerbern. Die Geschichte, die erzählt werden soll, ist schon geschrieben, bevor überhaupt eine Sekunde gedreht wurde. Von “Schwer verliebt” was so etwas erzählt. Von “Mitten im Leben!” und anderen Real-Life-Dokus ist es bekannt. Aber auch Coach-Formate wie “Rosins Restaurants” sollen, so haben es schon betroffene Wirte berichtet, das Geschehen manipulieren.

Christian Rach ist da anders. Sagt zumindest Christian Rach. Am Montagabend lief nach “Rach – Der Restauranttester” die übliche Nachlese im RTL-Magazin “Extra”. Diesmal mit einem Making of: Wie wird eigentlich eine “Rach”-Folge gedreht?
Ein sehr bemerkenswerter, gut 20-minütiger Film.

Rach kommt tatsächlich unvorbereitet zu den Wirten. Sie wissen nur den ungefähren Zeitraum, in dem Rach und sein Team kommen. Wann genau, bestimmt Rach und verrät es vorher nicht. Rach lässt keine Szene nachdrehen oder stellen. Zufälligerweise ist beim Backstage-Dreh eine wichtige Szene verlorengegangen, Rach bestand darauf, sie nicht nochmal zu drehen – es wäre nicht echt. So zieht sich das durch den ganzen Beitrag. Rach entscheidet spontan, was zu tun ist. Die Kamera begleitet nur.

Eigentlich ist es schade, dass ein Mann wie Christian Rach auf diese Weise deutlich machen muss, wie wahrhaftig seine Sendung ist. Und in der Tat hat er das Image, dass bei seinen Drehs tatsächlich alles mit rechten Dingen geht.
Traurigerweise ist aber auch notwendig, dass Rach sagen und zeigen muss, wie er arbeitet. Denn es scheint, als ob er da eine der wenigen Ausnahmen ist. Und der Erfolg gibt ihm ja erfreulichweise recht.

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RT im Kino

Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen

Donnerstag, den 12. Januar 2012
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Am Ostseestrand von Warnemünde thront das Hotel Neptun und überstrahlt alles. Bis zur Wende stand für einen Ort in der DDR, in dem die Mauer scheinbar überwunden wird. Westgeld wechselte den Besitzer wahrscheinlich häufiger als Ostgeld. Es ist einst zur Devisenbeschaffung gebaut worden – vor allem für Geschäftsleute aus dem Westen. Willy Brandt war dort. Auch Uwe Barschel. Und Fidel Castro. Die Liste ist sehr lang. “Da wurde Globalisierung betrieben, bevor dieser begriff überhaupt erfunden wurde”, sagt Regisseur Marc Bauder.
Für seinen Film über “Das System” rollt er die Vergangenheit des Hauses wieder auf. Und nicht nur das: Er zeigt ein Stück Geschichte aus der Nachwendezeit, als reihenweise Akten aus den Archiven der Staatssicherheit verschwunden waren.

Mike Hiller (Jacob Matschenz) bekommt die Vergangenheit deutlich zu spüren. Der 20-jährige Rostocker schlägt sich als Kleinkrimineller durch, bis er Böhm (Bernhard Schütz) kennenlernt, einen alten Freund seines verstorbenen Vaters. Der Mann hat eine Baufirma und einen großen Fisch an der Angel. Böhms Firma soll mit an der Erdgas-Pipeline bauen, die mitten durch Mecklenburg-Vorpommern führt. Wie er an den Auftrag kommt, ist alles nicht ganz astrein.
Mike lernt, dass die alten Seilschaften von vor 1989 immer noch funktionieren. Läuft etwas nicht nach Böhms Geschmack, dann kennt er eben die richtigen Leute, die die richtigen Akten noch in ihren Unterlagen finden.

“Das System – Alles verstehen heißt alles verzeihen” basiert auf tatsachen und langjährigen recherchen über die Hintergründe des Baus der russischen Gas-Üipeline in Westeuropa. Bauder beruft sich auf die “Spiegel”-Geschichte von 2008 über Matthias Warnig, den Vorstandvorsitzenden der Pipelinebetreiber NordStream AG, der bis zum Mauerfall für die Stasi-Auslandsspionage gearbeitet hat. Auch die Machenschaften alter Stasi-Seilschaften haben sich Regisseur Marc Bauder und die Drehbuchautoren Dörte Franke und Khyana el Bitar nicht ausgedacht.
Der Film zeigt einen jungen Mann, der die DDR nie erlebt hat, der nun, 20 Jahre danach, aber feststellen muss, dass sie im Kleinen noch lebt. Dass es immer noch Menschen gibt, die ihre alten Selilschaften pflegen und auch ihr Wissen über die damalige Zeit. Jacob Matschenz macht das gut. In weiteren Rollen sind jenny Schilynund Heinz Hoenig zu sehen.
Bauders Film ist spannend, er macht stellenweise sprachlos und wütend. Schade, dass “Das System” weit mehr als ein Jahr auf einen kinostart warten musste.

7/10

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