Tagesarchiv für 24. Oktober 2011

RT im Kino

Contagion

Montag, den 24. Oktober 2011
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BSE. Ganz schlimm. Schweinegrippe. Die war auch ganz schlimm. Vogelgrippe. Auch schlimm. Lauter Seuchen, die Unruhe auslösten. Und die letztlich gar nicht so schlimm waren wie befürchtet.
Doch nun kommt es wirklich schlimm.

Irgendwas stimmt nicht. Beth Emhoff (Gwyneth Paltrow) hustet. Kopfschmerzen hat sie auch. Ist das der Jetlag? Sollte sie sich erst mal hinlegen, wenn sie wieder zu Hause in Minnesota ist?
Am nächsten Tag ist Beth tot. Und ihre Tochter ebenfalls. Beth ist einer Seuche erlegen, von der keiner weiß, woher sie kommt.
Was aber nach und nach klar ist: Beth ist nicht die einzige. Erst sind es zwei. Dann 12. Dann Tausende. Dann acht Millionen.
Aärzte aus aller Welt forschen, um herauszufinden, was die Menschen dahinrafft. Sie finden heraus: Es ist ein Virus. Es breitet über die Luft aus, Flüssigkeiten, Keime. Eigentlich gibt es kaum ein Entkommen.
Bald bricht Panik aus.

“Contagion”, der neue Film von Steven Soderbergh, zeigt, wie schnell sich so ein virus ausbreitet, wenn es denn wirklich ein akuter Keimherd ist. es ist jeder Händedruck. Jede Stange, die man anfässt. Die Türklinke. Einmal ins gesicht gefasst. Der Thriller berichtet aber auch, wie Panik entsteht. Wie die Menschen verunsichert werden. So spielt Jude Law einen Blogger, der die Viren für eine große Verschwörung der Arzneimittelindustrie hält. Und selbst damit Millionen verdient.
Soderbergh überlässt die Wertung dem Zuschauer. Der weiß nicht, ob der Widerständler Recht hat. Er weiß nicht, ob die Experten richtig handeln. Er sieht nur die Pank unter den Menschen, das Wegbrechen jeglicher sozialer Geflogenheiten. Plötzlich zählt nur noch das Ich.
Den Thriller setzt Sonderbergh mit einem tollen Ensemble um: Kate Winslet ist ebenso dabei wie Matt Damon und der deutsche Armin Rohde.
Was “Contagion” dann leider doch noch fehlt, ist gegen Ende noch mal ein Blick auf das große Ganze. Irgendwann gibt’s eine Epidemie in Afrika. Es bleibt eine Randepisode. Es fehlt der kurze Blick auf die Welt, ob auch anderswo Panikkäufe getätigt wurden. Soderbergh verliert das ein wenig aus dem Blick – die Zeit wäre noch da gewesen.
sich ein durch die Luft übertragenes Virus rasend schnell ausbreitet und seine
“Contagion” ist ein beklemmender Thriller, der aber nicht sein ganhzes Potenzial ausgeschöpft hat.

8/10

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RTZapper

Footloose (1984)

Montag, den 24. Oktober 2011
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SO 23.10.2011 | 16.15 Uhr | kabeleins

Für Filmfans hatte kabeleins am Sonntagnachmittag einen speziellen Service im Programm: “Footloose”, das Teenie-Musikdrama von 1984. Im Kino läuft derzeit das Remake von “Footloose”. Es war also Zeit für einen Vergleich der beiden Filme.

Dabei stellt sich erneut die Frage, wieso wir eigentlich Remakes von schon mal gedrehten Filmen brauchen. Im Fall von “Footloose” wird tatsächlich ein und dieselbe Story zweimal erzählt.
Die 1984er und die 2011er-Version beginnen mit tanzenden Füßen sowie demselben Musiktitel. Auch sonst tauchen beide Male die gleichen Motive auf. Fremder Junge kommt in die US-Provinz. Er duelliert sich mit einem Proll. Er tanzt allein in einer großen Halle. Die Prügelei auf dem Abschlussball. Um nur wenige von vielen Beispielen zu nennen. Alle handelnden Personen tragen dieselben Namen, alle machen dieselbe Entwicklung durch.

Erstaunlich, dass sich an der Handlung in 27 Jahren nichts geändert hat. Nicht mal im Ansatz. Womit sich die Frage, wozu wir das Remake brauchen noch mehr aufdrängt. Der 2011er-Version wurde keine andere Moral ins Drehbuch geschrieben, die Jugendlichen haben die gleichen Rituale – selbst Handys scheint es nicht zu geben in der neuen Version (erwähnt werden sie allerdings schon).

Und doch: Die neue Version von 2011 ist cooler. Die Ausgangssituation ist ein wenig verändert worden, der Film hat einen Tick mehr Witz, mehr Drive, interessantere Darsteller.
Wer aber “Footloose” von 1984 kennt, muss nicht zwingend fürs Remake ins Kino gehen. Andersrum muss man sich nicht den alten Schinken ansehen, wenn man gerade das Remake gesehen hat.

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