Tagesarchiv für 15. August 2011

RTZapper

Parteien zur Wahl: Bergpartei

Montag, den 15. August 2011
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SA 13.08.2011 | 19.57 Uhr | rbb

In einem Neubauviertel. Ein junger Mann – Glatze, aber zotteliger Kinnbart – läuft auf eine Kamera zu und glotzt. Er steht da und glotzt. Er sagt gar nichts, er glotzt nur. Guckt manchmal so, als wolle er sagen: Uuuh, ich mache jetzt mal was ganz…. nun ja. Keine Ahnung. Er glotzt ja auch nur.

Bei dem vom rbb am Sonnabend gesendeten Nichts handelt es sich um den Wahlwerbespot der Bergpartei. Untertitel: die Überpartei. Damit bewerben sich die, ähm, Politiker (?) um Stimmen bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl am 18. September 2011.

Damit es nicht ganz langweilig wird, passiert nach etwa 45 Sekunden doch noch was. Ein anderer junger Mann glotzt nichtssagend in die Kamera. Dann noch eine blonde, junge Frau. Sie glotzt auch.

Mensch, das ist doch echt mal eine Botschaft. Fresse halten. Das wünscht man sich tatsächlich öfter mal von, ähm, Politikern. Die jungen Damen und Herren haben es als erste gerafft.
Ihr Solgan ist übrigens: Nichts – wir verprechen es. Sehr schön. Wählen muss man die aber nicht, oder?

-> der Spot bei Youtube

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Mauerbau: Die Junge Welt sagt Danke

Montag, den 15. August 2011
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SA 13.08.2011 | Junge Welt

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich froh bin, dass es in Berlin keine Mauer gibt, die Ost und West trennt?
Bei der “Jungen Welt”, einer offenbar dunkelroten Zeitung, trauern sie der Mauer hinterher. Und eigentlich kann man gar nicht so viel kotzen wie man essen kann, wenn man das Geschmiere liest, das am Sonnabend auf Seite 1 stand.

“Danke für 28 Jahre Friedenssicherung in Europa”, heißt es da. “Danke für 28 Jahre ohne Beteiligung deutscher Soldaten an Kriegseinsätzen.” Oder: “Danke für 28 Jahre ohne Hartz IV und Erwerbslosigkeit.” Und: “Danke für 28 Jahre Club Cola und FKK.”
Das sind nur Auszüge aus dem Pamphlet.
Was für eine Verhöhnung: Die DDR konnte also nur den Frieden sichern, in dem sie sich (oder den Klassenfeind – je nach Perspektive) einmauerte. Die DDR konnte also nur den Frieden sichern, in dem sie Leute, die wegwollten, abknallte. Das ist wirklich eine schöne Welt, vielen Dank.
Unverschämt wirds, als es heißt: “Danke für 28 Jahre Hohenschönhausen ohne Hubertus Knabe.” Heißt dann wohl: Die Leute von der Jungen Welt fanden den Stasiknast geil. Sie fanden es geil, dass dort Leute eingesperrt wurden unter oft fadenscheinigen Begründungen. Die Leute von der Jungen Welt wollen also nicht, dass man daran erinnert. Sie wollen den DDR-Dreck am liebsten wegkehren, so dass keiner mehr drüber spricht.

Das ist einfach nur widerlich. Ich, der froh und dankbar ist, dass ich die Mauer nicht mehr erleben muss, fühle mich angeekelt, wenn ich so was lese.
Ach ja, und noch was: Club-Cola hat schon zu DDR-Zeiten immer scheiße geschmeckt.

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50 Jahre Mauerbau / Abendschau

Montag, den 15. August 2011
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SA 13.08.2011 | 18.32 / 19.30 Uhr | rbb

Der rbb muss sein Geld zusammenhalten. Beim rbb ist die Kohle knapp. Beim rbb müssen sie gerade sparen, damit sie in zwei Wochen die sehr spannende Hohenzollern-Hochzeit live übertragen können. Deshalb müssen sie einfach innerhalb von 45 Minuten zweimal dasselbe senden.

“50 Jahre Mauerfall” hieß die Sondersendung live von der Bernauer Straße und dem Checkpoint Charlie in Berlin. Der ehemalige Moderator und Leiter der “Abendschau”, Harald Karas, erzählte im Interview mit Raiko Thal, wie er Mauerbau und Mauerfall erlebt hat. Reporter Uli Zelle stand am Checkpoint Charlie und zeigte Bilder des Tages: einen Reisebus, Militär-Oldtimer und das Checkpoint-Häuschen, das ja, wie Zelle sagte, nur eine Kopie ist.

Die Sondersendung endete um 19 Uhr. Eine halbe Stunde später startete im Berliner Bereich des rbb die “Abendschau”.
Moderator Sascha Hingst schaltete in die Bernauer Straße. Dort erzählte der ehemalige Moderator und Leiter der “Abendschau”, Harald Karas, im Interview mit Raiko Thal, wie er Mauerbau und Mauerfall erlebt hat. Reporter Uli Zelle stand am Checkpoint Charlie und zeigte Bilder des Tages: einen Reisebus, Militär-Oldtimer und das Checkpoint-Häuschen, das ja, wie Zelle sagte, nur eine Kopie ist.

Kommt dir bekannt vor? Mir auch.
Dabei handelte es sich allerdings um keine Wiederholung. Thal und Karas unterhielten sich einfach noch mal über dasselbe Thema, und Zelle zeigte einfach noch mal denselben Einspielfilm von der Sondersendung etwa 45 Minuten vorher.
Hält der rbb seine Zuschauer für so senil? Rechnet beim rbb niemand damit, dass sich die Zuschauer für Sondersendung UND Abendschau interessieren?
“Danke für Ihre Gebühren” heißt es immer am Ende der Abendschau. Bitte! Aber für meine Gebühren hätte ich schon gern mehr als das immer selbe Geseier. Ansonsten hätte man sich eine der beiden Sendungen sparen können.

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RT im Kino

Die anonymen Romantiker

Montag, den 15. August 2011

Na, da haben sich ja zwei gefunden. Sie ist so schüchtern, dass sie in Ohnmacht fällt, wenn sie angesprochen wird. Er ist ebenfalls unfassbar schüchtern, so sehr, dass er ständig sein Hemd wechseln muss, weil er so schwitzt, wenn er mit anderen sprechen muss. Und genau die beiden verlieben sich ineinander.
Jean-René (Benoît Poelvoorde) und Angelique (Isabelle Carré) teilen eine Leidenschaft: Schokolade. Er hat eine Schokoladenmanufaktur, sie hat die Gabe, wohlschmeckende Pralinien zu kreieren.
Sie merken schnell, dass da was ist, doch beide haben sie ein gewaltiges Problem damit, ihre Liebe dem anderen auch zu zeigen. Denn sie sind ja nun mal schrecklich schüchtern.

Es sind “Die anonymen Romantiker”, die in dieser leichten Komödie aus Frankreich ein Denkmal gesetzt bekommen. Regisseur Jean-Pierre Améris erzählt eine leise, heitere Liebesgeschichte. Dabei kommt er ganz ohne Action aus, ohne sonstigen Schnickschnack. Er konzentriert sich ganz auf seine Story, auf das Zusammenspiel seiner beiden Hauptakteure. Alle anderen sind nur Beiwerk. Was man auch daran merkt, dass die Nebendarsteller oft recht holprig oder klischeehaft spielen. Sie schienen einfach nicht wichtig gewesen zu sein.
In diesem nur 78 Minuten dauernden Spiel ist bald klar, worauf es hinausläuft. Das zu beobachten, ist jedoch schön anzusehen.

7/10

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ORA aktuell

Willy-Brandt-Straße: Blei und Zink im Boden

Montag, den 15. August 2011
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Auf der Baustelle in der Oranienburger Willy-Brandt-Straße gibt es Probleme. Bauarbeitern fiel rötlicher Bodenaushub auf. Proben ergaben, dass es sich dabei um Blei und Zink im Erdboden handelt. Woher die Stoffe kommen, ist unklar, wahrscheinlich sind sie schon sehr alt, so eine Sprecherin des Tiefbauamtes.

In der Nähe der Arbeitsagentur wurden 500 Kubikmeter Bodenaushub zwischengelagert. Sie sollen demnächst entsorgt werden.
Am 5. November soll die Straße wieder für den Verkehr freigegeben werden. Dann sind die Fahrbahn erneuert und neue Rad- und Fußwege angelegt.

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RTelenovela

Feuchtes Feuerwerk

Montag, den 15. August 2011
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Es ist Mitternacht im Oranienburger Schlosspark, und Tausende Leute starren ins Nichts. Eigentlich sollte schon längst das Feuerwerk in den Himmel gejagt worden sein, aber es passiert einfach nichts. Fast nichts.

Es ist Schlossparknacht. Die Oranienburg strömen in Scharen in den Park, der herrlich beleuchtet ist. Bäume schimmern grün, blau und gelb. Die Orangerie ist in blaues Licht getaucht.
Auf der Bühne neben der Orangerie spielt Cora. Cora sind zwei Frauen, die irgendwann in den 80ern mit “Amsterdam” bekannt geworden sind. Seitdem tingeln sie über die Stadtfeste in Deutschland. Und das, obwohl ihr Gesang teilweise ganz furchtbar klingt. Rau und kratzig. Gut, dass ihre Lieder vom Band und sie nur noch mitsingen müssen. Aber eigentlich ist das auch egal, sie verbreiten Stimmung, und darauf kommt es an. Als sie in der Zugabe ein zweites Mal “Amsterdam” trällern, kocht die Masse.

Und dann sollte es losgehen, das Feuerwerk. John Miles’ “Music” erklang schon vom Band, nur am Himmel tat sich nichts. Die Musik wurde wieder ausgeblendet. Noch machte sich niemand Gedanken. Als aber “Music” wieder abgespielt und ausgeblendet wurde, war klar: Da stimmt was nicht. Beim dritten Versuch machte es immerhin mal “puff”, und zwei Raketen stiegen in die Luft. Gefolgt von Dunkelheit.
Dieses Spiel zog sich 45 Minuten lang.
Es ist erstaunlich, was sich die Leute ausdenken in dieser Zeit. Eine Gruppe feierte um Mitternacht “Prost Neujahr” und machte sich auf den Weg nach draußen. Andere vermuteten, dass da wohl der Bürgermeister schuld sei, er habe wohl nicht mit den Machern mit Sekt anstoßen wollen.
Aber auch Idioten waren unterwegs: Ein Man sagte, in Sachsenhausen würde das nicht passiert. Da sei der Ofen immer in Gang gewesen. Und falls den Wink niemand verstanden hat, warf er noch die Buchstaben K und Z ins Rennen. Das macht sprachlos, über so viel Dummheit kann man sich fast schon nicht mehr ereifern. Tatsächlich fiel irgendjemandem auf, dass sich niemand über diesen, nun ja, Scherz aufgeregt hat.

Inzwischen war es 0.15 Uhr, ich stand auch schon nicht mehr im Park, sondern davor, als das Feuerwerk doch noch begann. Es dauerte nicht lange, nicht mal fünf Minuten. es heißt, der Zünder sei feucht geworden. Das üben wir dann wohl noch mal bis zur nächsten Schlossparknacht.

-> Fotos

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