Tagesarchiv für 21. März 2011

RTZapper

Abendschau: Knut ist tot

Montag, den 21. März 2011
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SO 20.03.2011 | 19.30 Uhr | rbb Berlin

Bei all den Katastrophen auf der Welt – den Berlinern stockt gerade der Atem: Knut ist tot. Knut, der Eisbär.
Am Sonnabend um 15.22 Uhr starb das Tier im Berliner Zoo vor den Augen Dutzender Menschen. Ein entsprechendes Video kursiert im Internet, und es sind schockierende Bilder. Das Tier dreht sich, scheint zu krampfen, fällt ins Wasser, kämpft noch mit sich und geht dann unter. Im Hintergrund schreien die Menschen, rufen nach Hilfe.

Am Sonntag schon kommt die “B.Z. am Sonntag” mit 16 Sonderseiten heraus. “Dieses Bild vom toten Knut bricht uns Berlinern das Herz”, steht auf der Titelseite mit dem großen Foto vom im Wasser treibenden toten Knut. Wäre ein mensch darauf zu sehen, würde das gegen jede Ethikregel verstoßen – im falle eines Tieres scheinen die nicht zu gelten. Da wird jede Sekunde seines Todeskampfes ausgeschlachtet und zur Schau gestellt.
Auch auf anderen Zeitungen verdrängt der Eisbär für einen Tag die Weltereignisse.
Die “Abendschau” des rbb in Berlin beschäftigt sich Sonnabend und Sonntag ebenfalls mit Knut. Berichtet von traurigen Menschen, von den Besuchern und den Angestellten des Zoos.

Man mag die Nase rümpfen angesichts der Trauer und des erneuten Medienhypes um ein totes Tier. Aber dieser Knut war für die Berliner mehr. Ein Symbol, ein Wahrzeichen, ein Freund. Sein Tiergehege ein Treffpunkt. Knut wird den Berlinern fehlen, und dass sie um ihn trauern, kann man ihnen nun wirklich nicht verdenken.

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RTelenovela

Die Polizei darf natürlich parken, wo sie will

Montag, den 21. März 2011
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Polizist müsste man sein. Dann könnte man die schönen Einsatzwagen fahren – und sie auch parken. Und zwar überall da, wo ich gerade Lust habe.
Auf dem Gehweg zum Beispiel. Nicht während eines Einsatzes, nein, das wäre ja langweilig. Die Polizei darf auch auf dem Gehweg parken, wenn man mal beim Imbiss in der Oranienburger Schulstraße einen Döner holen will. Sich auf den freien Parkplatz in Sichtweite zu stellen, wäre da leider zu umständlich, und außerdem darf ein Polizeiwagen ja parken, wo er will. Fußgänger können ja schließlich um das schöne Gefährt rumlaufen.

Gern darf so ein Polizeiwagen auch eine Kreuzung blockieren. Die an der Lehnitzstraße/Krebststraße in Oranienburg zum Beispiel. Die ist sowieso schon eine der gefährlichsten in der Stadt, weil die aus der Krebststraße kommenden wegen der parkenden Autos kaum in die Lehnitzstraße reinsehen können.
Am Sonnabend parkte direkt an der Einfahrt ein schicker Polizeiwagen. Er war im Einsatz, der Beamte musste auf die Antirassisten bei ihrer Demo aufpassen. Die liefen zwar woanders lang, aber egal.
Autofahrer aus der Krebststraße sahen nichts – außer den Polizeiposten. Wer den guten Mann hinter seiner runtergekurbelten Scheibe darauf hinwies, erhielt nur einen leeren, etwas schläfrigen, abwesenden Blick. Zu einer mündlichen Antwort war der Mann nicht fähig, er musste nach bösen Demonstranten Ausschau halten.
Na ja, wenn die Polizei einsatzmäßig parkt, muss die Verkehrssicherheit eben mal warten.

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