Tagesarchiv für 7. Juli 2010

RTelenovela

Der zerrissene Schulaufsatz

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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Auf der Schulstraße in Oranienburg muss sich am Dienstagabend ein Drama abgespielt haben. Direkt vor meiner Haustür war der Weg übersät mit kleinen und großen Papierschnipseln. Ein zerrissener Schulaufsatz.
Was ist da passiert? War die Schulnote so dramatisch schlecht, dass der ganze Kram vor lauter Wut zerrissen werden musste?

Ich begann, einige der Schnipsel aufzuheben. Irgendwo fand ich das Wort “Abschlussfahrt”. Irgendwer hatte Bauchkribbeln und jemand war aufgeregt und musste warten. Ah, ein Flugzeug. Die Klasse scheint weggeflogen zu sein.
Der nächste Schnipsel musste die rechte Blattseite gewesen sein, denn dort standen die Striche und Haken des Lehrers. Und da waren ganz schön viele Striche. Ein Komma, das fehlte. Mehrere kleingeschriebene Buchstaben nach Satzanfängen. Das scheint bei der Aufsatzzerrißerin ein großes Problem gewesen zu sein, die Satzanfänge.
Ich suchte weiter und fand den wichtigsten Schnipsel: die Auswertung. 1236 Wörter. Ausdruck: 4. Nun ja. Rechtschreibung: 3. Immerhin. Inhalt und Form: 2. Das ist doch gar nicht so schlecht. Die Gesamtnote scheint eine 3 gewesen zu sein.
Muss man deswegen die Schulstraße in eine Papiermüllhalde verwandeln?

Also, liebe(r) Aufsatzschreiber(in), falls du das liest: Ein paar der Schnipsel kannst du dir bei mir abholen. Und der Rest: Vom Winde verweht. Oder so.

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RTelenovela

Anonyme Grüße aus Würzburg

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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Postkarten sind ja was sehr Schönes. Montag hatte ich mal wieder eine im Briefkasten, aus Würzburg.
Würzburg scheint nicht besonders hübsch zu sein, denn die Karte bestand nur aus den Schriftzügen “Würzburg” und “Rock ‘n’ Roll-City” im Design der Ortseingangsschilder.

Die eigentliche Frage aber ist: Wer hat mir da geschrieben? Die Karte ist anonym, jemand wünscht mir nachträglich alles Gute zum Geburtstag und liebe Grüße aus Würzburg.
Auf dem oberen Teil der Karte sind zwei Zeichnungen, die aber wegen des Poststempels nicht zu deuten sind.
Okay, ich habe eine Vermutung, wer da in Würzburg war. Aber so ganz sicher bin ich mir nicht.
Ich werde wohl mal eine Schriftanalyse mit älteren Postkarten machen müssen…

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RTZapper

Mitten im Leben!: Familie B. aus Köln

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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MI 07.07.2010 | 14.00 Uhr | RTL

Klingelingeling, die Assis sind da! Mensch, das waren noch Zeiten, als RTL am Nachmittag noch Soaps zeigte. Und später die einigermaßen journalistischen Talkshows, die dann aber mehr und mehr zum Trash abglitten. Inzwischen blöken sich im Nachmittagsprogramm scheinbar nur noch noch arbeitslose, unsympatische, faule Assis an.

Gerd aus Köln zum Beispiel. Gerd sitzt den ganzen Tag zu Hause rum, lässt sich von seiner Frau bedienen, verlässt seine Couch höchstens, um mal aufs Klo zu gehen. Aber selbst das nur ungern. Gerd sagt, seine Frau kümmert sich nicht um sie. Schließlich habe sie das doch zu tun. Bedienen und so. Und als die das mal nicht mehr will, da ist der Gerd aber ganz schön sauer.

RTL füllt seine sendezeit mit billigem Dokuschrott. Kostet nix, bedient alle Klischees und erhöht den Menschenhass.
Pascha Gerd ist gern ein Pascha, und er findet er völlig normal, dass er ein Pascha ist. Und schließlich ist er doch schon 25 Jahre verheiratet, da kann man doch mal ein Pascha sein.
Aber dann liebäugelt seine Frau mit einem anderen Mann. Der Sohn ist empört, empört, empört. Dabei kann er der Frau nur gut tun, von seinem öden Typen wegzukommen. Aber Gerd erhebt sich von seiner Couch, rast nicht angeschnallt mit dem Auto zu seiner Frau, stellt sie zur Rede.

Es ist unglaublich deprimierend, was sich im RTL-Tagesprogramm so alles abspielt. Wer hält das nur aus?

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RTelenovela

Vor 20 Jahren (40): Die Scheu vor Anstrengungen

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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(39) -> 3.7.2010

Freitag, 6. Juli 1990.
Die letzte Unterrichtsstunde vor den Ferien. Ich habe die 5. Klasse hinter mich gebracht, und es war ein aufregendes Schuljahr. Die Wende hat auch an der Pablo-Neruda-Oberschule einiges verändert.
Und zum letzten Mal überhaupt haben wir Zeugnisse mit einer schriftlichen Gesamteinschätzung bekommen. Und das hat Frau E. über mich geschrieben:

“Höflichkeit, Kameradschaft und eine hohe Zuverlässigkeit zeichnen Robert aus.
Es ist ihm auch in diesem Schuljahr gelungen, seine guten bis sehr guten leistungen zu bestätigen.
Roberts Ausgeglichenheit wirkt sich oft positiv auf sein Umfeld aus.
Nicht zufriedenstellend ist seine Beteiligung am Unterrichtsgeschehen, was nicht auf mangelndes Wissen, sondern auf eventuelle Scheu vor Anstrengungen zurückzuführen ist. Robert kann es sich durchaus leisten, selbstwusster und bestimmter innerhalb der Klasse aufzutreten. Bei größerer Aktivität innerhalb und außerhalb des Unterrichts kann Robert die Achtung seiner Mitschüler vor ihm erhöhen.”

Nun ja, vielleicht war es gut, dass es danach keine solchen Einschätzungen mehr gab. Scheu vor Anstrengungen. Pah! Man könnte auch von Faulheit sprechen.
Tatsächlich hatte ich in Mitarbeit nur eine 3, in Betragen eine 2, in Ordnung und Fleiß eine 1.
Und sonst: In Russisch eine 2, aber das sollte sich bald ändern. In Mathematik eine 2, aber das sollte sich bald ändern. In Sport eine 3, aber das… na ja, lassen wir das.
Die Ferien begannen, und wir waren glücklich.

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RTZapper

Sportschau live: Tour de France 2010, 3. Etappe

Mittwoch, den 7. Juli 2010
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DI 06.07.2010 | 15.55 Uhr | Das Erste

Herrlich, Frankreich bekommt wieder seine Sightseeingshow. Lange fliegt der Hubschrauber mit der Fernsehkamera über ein Schloss. Da könnte man ja mal hinreisen.
Aber eigentlich geht es in der Live-Übertragung am Dienstagnachmittag im Ersten eher im den Radsport. Diese blöde Sache mit dem Doping bei der Tour de France scheint vergessen zu sein, denn ARD und ZDF übertragen wieder einen großen Teil der Etappen.

Und die Organisatoren wollten es in der 3. Etappe so richtig wissen. Da musste Action her. Schmale Straßen, holpriges Kopfsteinpflaster, enge Sandpfade. Tja, da nimmt man einen Sturz oder viele Ausfälle oder gar einen Schlüsselbeinbruch gern mal hin. Unfälle lenken vom Doping ab, denken sich vielleicht die Tour-Planer. Und es hat ja sogar funktioniert.
Das Spiel mit der Gesundheit der Sportler geht also weiter. Und das muss man sich als Zuschauer nun wirklich nicht antun.

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