Tagesarchiv für 3. Oktober 2009

RTelenovela

Vor 20 Jahren (3): Der Tag, an dem wir noch nicht wussten, dass ein Jahr später Deutschland vereinigt wird

Samstag, den 3. Oktober 2009
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(2) -> 1.9.2009

Dienstag, 3. Oktober 1989.
Dutzende Menschen durchbrechen in Prag die Polizeibarrieren. Panisch und schreiend rennen sie zum Gelände der westdeutschen Botschaft.
Bilder, die sich ins Gehirn eingebrannt haben. Bis heute. Genau 20 Jahre danach.
Drei Tage, nachdem FDP-Außenminister Hans-Dietrich Genscher auf dem Botschaftsbalkon zu den DDR-Flüchtlingen sprach (“Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise…”), ist das Gelände wieder überfüllt. und wieder dürfen die Flüchtlinge raus – mit der DDR-Reichsbahn über DDR-Gebiet ins bayerische Hof.
Unterdessen macht die DDR-Regierung die Grenze zur CSSR dicht.
Und am Tag zuvor demonstierten in Leipzig Zahntausende für eine neue Politik – die größte Nicht-SED-Demo seit 1953.

Das waren am 3. Oktober 1989 die Nachrichten. Und wir wussten noch nicht, dass genau ein Jahr danach die DDR bereits Geschichte sein würde.
Am 3. Oktober 1989 sahen wir zu Hause die Nachrichten, sprachen auch darüber. Aber in der Schule ging das DDR-Leben weiter. Berichte von ARD und ZDF wurden als westliche Medienhetze abgetan. Als Propaganda, die die arme DDR vor dem 40. Republikgeburtstag treffen sollte.
Ich, als 11-Jähriger stand irgendwie zwischen den Systemen. Es fiel mir schwer, zu unterscheiden, was eigentlich Sache war in unserem Staat.
In unserer Klasse wurden inzwischen die Gruppenratswahlen vorbereitet. Ich war bis dahin stellvertretender Gruppenratsvorsitzender, und ich wusste: Ich wollte das nicht mehr.

Meine Eltern waren unterdessen Ende September 1989 beide in West-Berlin. Anlass war, dass ihr Neffe, mein Cousin, kurz vorher Papa wurde. Dennoch war es bemerkenswert, dass beide rüber durften. Es war das erste Mal. Davor durfte immer nur einer von ihnen in den westen. Es habe aber nie zur Debatte gestanden, dass sie drüben bleiben wollten, sagen sie heute und sagten sie auch damals.
Mein Geschenk von ihnen damals: Nach dem Westbesuch 1989 bekam ich meine allererste “ALF”-Kassette geschenkt.

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RTZapper

Die Oliver Pocher Show

Samstag, den 3. Oktober 2009
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FR 02.10.2009 | 22.20 Uhr | Sat.1

Pochers Late Night war sehr viel unterhaltsamer als Harald Schmidt in der vergangenen Zeit. Das ist das wohl wichtigste Fazit nach der ersten “Oliver Pocher Show” in Sat.1.
Während Schmidt sein Publikum, seine Fans (und da schließe ich mich mit ein) mehr und mehr mit intellektuellem Galaber anödet, hat Pocher eine unterhaltsame Show abgeliefert.

Das Late-Night-Konzept ist bekannt: Stand Up, Aktionen und Einspieler, Gäste. Pocher muss es mit Leben und Witz füllen. Und das hat er in seiner Premierenshow größtenteils geschafft.
Witzig der Einführungsfilm noch vor dem Vorspann: Pocher mit Bart (in Anspielung an Schmidt?) und Hündin Sandy (in Anspielung an… ähm…) beim Angeln. Vom Senderchef wird er zur Late Night überredet.
Lustig auch ein Film über Merkel und Westerwelle als Biene Maja und Willi. Auch ein Bericht über Pochers Ausflug zum Oktoberfest hatte gute Momente.
Der Talk mit Johannes B. Kerner war locker, lustig, kurzweilig.
Immer noch ein Manko: Pochers Stand-Up ist noch nicht ausgereift. Politische Themen nimmt man ihm nicht so ganz ab. Wirkt sehr aufgesagt. Auch das Englisch im Gespräch mit Shakira ist ausbaufähig – aber andererseits macht das Raab auch nicht besser. Und so muss man den Smalltalk nicht mal übersetzen, versteht man auch so. Dass Pocher dann mit Shakira über Kölns Straßen spaziert, um Kegeln zu gehen, machte auch Spaß, ist aber ausbaufähig.

Ein echter Glücksfall ist Peter Ruetten, der schon zum Team von “Schmidt & Pocher” sowie ganz früher zur “Harald Schmidt Show” von Sat.1 gehörte. Er drückt den Einspielern einen echt witzigen Stempel auf. Dass auch Ollis Papa dabei ist, ist auch eine nette Idee, wäre mal ein ganz spezieller Sidekick. Zumindest war der Film darüber, wie Sohnemann den Papa die Promis beim “Deutschen Fernsehpreis” vorstellte, ganz niedlich.

Das Fazit fällt also ganz optimistisch aus. Eine sehr unterhaltsame erste Sendung, an der hier und da noch gefeilt werden muss, aber schon viel Potenzial gezeigt hat.
Hoffentlich scheitert er nicht am bisher quotenschwachen Sat.1-Fun-Freitag.
Und wenn nicht: Pocher bald täglich? Ich würd mich freuen.

PS: Nur eines hat mich enttäuscht. Dass Pocher diesen seit Wochen kursierienden blöden Gag mit der Sandy-Meyer-Wölden-Schwangerschaft nicht aufgelöst hat.
Bitte? Das war gar kein Gag? Oh.

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RTelenovela

Die Hamburger-Verkäuferin hasst Hamburger

Samstag, den 3. Oktober 2009
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Ehrlichkeit kann manchmal ganz schön nach hinten losgehen. Heute hat sie der Hamburger-Verkäuferin auf dem Oranienburger S-Bahnsteig etwa 4 Euro Umsatz gekostet. Und das kam so.

Eigentlich mag ich ja diesen Imbiss. Es gibt diverse leckere Sachen dort. Nicht umsonst hat der Laden einen Imbisstest gewonnen – den Cheeseburgertest, und beim Pommestest den zweiten Platz.
Dann aber, es ist bestimmt schon anderthalb Jahre her, musste ich mir eines Tages die Sache mit dem Hamburger nochmal durch den Kopf gehen lassen. Ich denke nicht, dass der Burger und mein Abend an der Kloschüssel in Zusammenhang stehen. Wahrscheinlich hatte ich zusätzlich irgendwas gegessen, was mal wieder eine allergische Reaktion bei mir auslöste.
Aber: Seitdem habe ich dort keinen Burger mehr gegessen.

Aber heute, heute sollte der Tag sein.
Es regnete leicht, als ich zum Bahnhof stiefelte. Im Lädchen angekommen entschloss ich mich, wieder mal einen Hamburger zu bestellen. Mit Pommes und einem Multivitaminsaft – um auch was Gesundes zu mir zu nehmen.
Die Frau hinterm Tresen nickte, drehte sich um und sagte zu dem Typen, der hinter ihr stand und – ja, eigentlich auch nichts anderes tat, als da rumzustehen: “Ich hasse die Hamburger. Ich hasse sie.”
Ah ja. Das ist aber schön.
Als sie wieder zu mir sah, meinte ich: “Sie müssen mir den Hamburger nicht verkaufen, wenn Sie den so hassen.” Das irritierte die Frau und faselte irgendwas daher.
Womit ich mich auch wieder von ihr verabschiedete.
Da kenne ich ja nix. Wenn sie den Scheiß, den sie verkauft, hasst, dann verschone ich sie lieber und kaufe mir was anderes. Woanders.
Wobei der Döner, den ich stattdessen in der Breiten Straße kaufte, auch nicht mehr das ist, was er mal war.

Ein bisschen habe ich heute tatsächlich Neuruppin vermisst – und den leckeren Cheeseburger in der Schinkelstraße. Da war ich schon lange nicht mehr – da muss ich nächste Woche wohl mal wieder hin in der Mittagspause. Der wird seinen Kram hoffentlich nicht hassen. Oder es mir zumindest nicht mitteilen.

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ORA aktuell

Nach der Wahl: Zoff in Oranienburger SPD

Samstag, den 3. Oktober 2009
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Nach der Bundestagswahl streiten sich die SPD-Mitglieder auch in Oranienburg. In den lokalen Zeitungen äußerte sich Dirk Blettermann über den miesen Wahlausgang und über die Direktkandidatin Angelika Krüger-Leißner.
Blettermann krisierte sie nach ihrer Wahlanalyse, die besagte, dass einiges schief gelaufen sei. Krüger-Leißner habe die Gesetze der vergangenen Zeit mitgetragen. Sie habe kritische SPD-Genossen ignoriert.

Der SPD-Chef von Oberhavel, Thomas Günther, sagte der Märkischen Allgemeinen, dass er kein öffentliches “Hauen und Zerfleischen” wünsche. Die Kritik hangele sich nur an der Vergangeneheit und bringe die Partei nicht weiter.
Oranienburgs SPD-Chef Dieter Kohllöffel findet Blettermanns Kritik “nicht in Ordnung”.
Angelika Krüger-Leißner sagte, sie stehe weiterhin zur Agenda-Politik und der rente mit 67: “Ich bin kein Wendehals.”

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RTZapper

Die schönsten Hits der Deutschen

Samstag, den 3. Oktober 2009
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DO 01.10.2009 | 20.15 Uhr | Das Erste

Worin unterscheiden sich die Chartshows von RTL und dem Ersten? Ganz einfach: Fragt man RTL-Zuschauer nach ihren schönsten Hits kommen viele Popsongs aus der jüngeren Zeit vor. Fragt man die Zuschauer des Ersten kommt eine Oldieparade heraus.

Aber es ist ja schön, dass endlich, endlich auch das Erste seine eigene Chartshow hat. Das crazy Moderatorenduo Jan Hofer und Kim Fisher laberte in einer Bluebox und Meeresstrandhintergrund wahnsinnig spannendes Zeug und drückten – das passte allerdings – auf eine altmodische Jukebox, wenn ein Song präsentiert wurde.
Rex Gildo, Marianne Rosenberg, Ute Freudenberg, Hildegard Knef, Peter Maffay, Peter Alexander – alle unsere Lieblinge aus den 50ern, 60ern und dem Rest in einer Liste versammelt. Nur Tokio Hotel muss sich dann doch irgendwie auf Platz 3 verirrt haben.
Ein bisschen gruselig war das alles schon – und auf CD hat das Erste diese Oldieschlagertokiohotel-Mischung auch noch gepackt. Vielleicht in der Hoffnung, dass auch noch ein paar ver(w)irrte Teenies den Kram kaufen.

Als Nächstes wünsche ich mir vom Jan-Kim-Dream-Team die Hitliste der schönsten Ufa-Filme. Oder ist das zu modern?

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