Monatsarchiv für Dezember 2008

RTZapper

Ein Mann sieht rosa

Dienstag, den 30. Dezember 2008
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MO 29.12.2008 | 1.10 Uhr (Di.) | Das Erste

Francois Pignon (Daniel Auteuil) arbeitet als Buchhalter in einer Kondomfabrik. Eines Tages erfährt der schüchterne Kerl, dass seine Tage in dem Betrieb gezählt sind. Er soll entlassen werden. Das wäre ein großer Schlag, das Ende!
Doch sein Nachbar Belone (Michel Aumont) gibt ihm einen Rat. Francois solle sich einfach als schwul outen. So wird er nicht gefeuert, denn warum sollte eine Kondomfabrik ausgerechnet einen Homosexuellen rausschmeißen? Und so geschieht es, Pignon steht im Mittelpunkt des Betriebsklatsches.
Aber das Merkwürdigste: Sein Kollege Félix Santini (Gérard Depardieu), eigentlich ein gestandenes Mannsbild und Schwulenhasser, zeigt deutliches Interesse an Francois. Fortan wird er von ihm immer wieder aufs Neue umgarnt.
Unterdessen wird aus Francois Pignon, der eigentlich vollkommen „hetero“ ist, der Vorreiter für die französische Schwulenbewegung. Auf diesem Wege erfahren auch sein Sohn und seine Ex-Frau Christine (Michèle Laroque) von dieser Neuigkeit. Auch sie ist verwirrt und verlangt eine Erklärung…
Eines steht fest: So hat man Gérard Depardieu noch nie gesehen. Ein Polterjochen, der sich plötzlich hoffnungslos in einen anderen Kerl verknallt. Er ist die wohl größte Überraschung in dem Film. Einfach köstlich!
„Ein Mann sieht rosa“ vom Regisseur Francis Veber ist sowieso unerwartet lustig, denn er spielt gekonnt mit Klischees und bietet Situationskomik vom Feinsten.
Schön mitansehen, wie aus dem schüchternen Buchhalter, für den sich niemand interessiert, sozusagen vollkommen ungewollt eine heterosexuelle Schwulenikone wird. So eine erfrischende Komödie bekommt man selten zu sehen. Ganz nebenbei wird hier aber auch für Toleranz geworben.

RTZapper

Die 25 emotionalsten TV-Momente des Jahres 2008

Dienstag, den 30. Dezember 2008
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MO 29.12.2008 | 20.15 Uhr | RTL

Mensch, war das aber emotional! Da will sich Brigitte Nielsen runderneuern lassen, weil sie glaubt, damit… ja, warum eigentlich? Weil das jedenfalls noch nicht genug ist, muss auch ihr Hündchen daran glauben. Das Tierchen hat nur einen Hoden, und das geht ja nun wirklich nicht. Doch leider stirbt der Kleine bei der OP. Klar, dass die Nielsen ganz traurig ist.
Da ist es natürlich tröstlich, dass ein Fernsehteam dabei ist, und immer schön die Kamera drauf hält, wenn die Biggi Blumen ans Hundegrab bringt und sich von Freundinnen trösten lässt.
Für RTL war das einer der 25 emotionalsten TV-Momente 2008, Platz 11. Dabei war es nur eines: peinlich und ärgerlich. Da ist sich ein M-Promi wirklich nicht zu schade, selbst das Privateste medial auszuschlachten und wir Zuschauer sollen mitheulen. Nein, da machen wir in Wirklichkeit nur eins: umschalten!
Platz 10 war übrigens der Drogen-Willi. Willi Herren, der sich beim Entzug filmen ließ. Auch total emo…, nein, ekelhaft und unangehm.
Gewonnen hat übrigens Marcel Reich-Ranicki mit seiner TV-Wutrede beim Fernsehpreis. Da war RTL mit seinem Qualitätsprogramm natürlich an keiner Stelle mit gemeint. Oder so.
Sonja Zietlow hätte darauf verzichten können, hat sie gesagt. Ja, kann ich mir vorstellen.

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Ich+Ich in Berlin

Dienstag, den 30. Dezember 2008
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MO 29.12.2008 | Berlin, O2-World

Die riesige Leuchtreklame für eine Kreditkarte ist das Erste, was einem ins Auge fällt, wenn man auf die neue O2-World in Berlin-Friedrichshain zugeht. Und der große Parkplatz. Kostet nur 10 Euro Gebühr. Holla!
Das erste Mal bin ich in Berlins neuer Konzert- und Sportarena. Ich+Ich treten ohne die eine Ich-Hälfte auf. Also Adel Tawil ohne Annette Humpe. Nach den umjubelten Auftritten in der Columbiahalle und auf der Zitadelle nun also die O2-World.
Ich dachte ja: Nun gut, noch so eine Halle. Schon die Max-Schmeling-Halle und das Velodrom sind groß, doch die Telefonfirmenwelt ist dann doch noch einen Zacken wuchtiger. Der Oberrang sitzt schon verdammt hoch und weit weg vom Geschehen.
Auf einem leuchtenden Laufband wird Bier angepriesen, natürlich auch die Mobilfunkfirma und bald stattfindende Konzerte. Und doch: Eine gewisse Faszination ist dann doch da. Und das Glücksgefühl im Unterrang zu sitzen und nicht in Himmelsnähe.
Leider war, im Gegensatz zur Ich+Ich-Open-Air-Tour, nicht Radiopilot als Vorband am Start, sondern Klee. Ihre schmusigen Popsongs mit der leicht rauchigen Stimme der sängerin kamen so lala an. Irgendwie wurde ich ein wenig dösig.
Kurz vor 9 dann: Adel und Band betraten die Bühne.
Hier zeigten sich auch ein ein paar Nachteile der O2-World: Die Sitze in den Rängen sind eng, beinfreiheit gibt es nicht, weill jemand durch, müssen alle aufstehen. Die akustik ist nicht ganz optimal, im hinteren Teil der Arena fällt der Schall ein wenig unangenehm auf. Adels Texte waren anfangs nicht zu verstehen, das gab es aber mit der Zeit. Durch die Enge war das sitzende Publikum eher gehemmt. Aber auch das gab sich, aber erst gegen Ende.
Wer die CD kennt, für den war das Konzert durchaus gewöhnungsbedürftig. Live ist Ich+Ich sehr viel rockiger als auf dem Album. Sehr viel härter. Was es nicht schlechter macht. Nur einige Songs hatten dadurch einen etwas anderen Charakter. Aber warum nicht?
War schön! Die Stimmung steigerte sich bis zum Schluss. Die akustische Zugabe, auf einer kleinen Bühne inmitten des Innenraums, war dann auch ein echter Höhepunkt.
110 Minuten dauerte das Spektakel, dann war alles vorbei. Gedrängel gab es beim Rausgehen nicht. Ein großer Pluspunkt für die Arena: Großzügige Flure, viele Ausgänge. Man ist schnell draußen.

RTelenovela

Traumtagebuch (53): Das Mülleimerklo läuft über

Dienstag, den 30. Dezember 2008
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(52) -> 9.11.2008

Etwas Merkwürdiges tut sich in meinem Elternhaus. Mal abgesehen davon, dass der Keller irgendwie verändert aussieht, sich der Flur saalähnlich vergrößert hat – was ist aus dem Klo geworden?
Die Toilette im Badezimmer sieht aus wie eine große Mülltonne. Als ich die Spülung testweise bestätige, schwappt das Wasser heraus. Und nicht nur das? Der Behälter läuft über, das Wasser läuft auf den Fußboden und beginnt langsam, den Raum zu fluten.
Ich renne raus in Flur – wie gesagt, in den saalähnlichen Flur. Ich höre meinen Vater herumschreien. Er ruft nach unserem Nachbarn B., der offensichtlich die neue Toilettenanlage installiert hat. “O.!!”, schreit er. Doch besagter O. flüchtet über die große, breite Treppe nach oben.

aRTikel

Ein waschechter Radiomann

Montag, den 29. Dezember 2008
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Porträt: Dietmar Ringel muss für seine Morgenmoderationen um 3 Uhr morgens in Schwante aufbrechen

MAZ Havelkultur, 29.12.2008

Rundfunkmoderator Dietmar Ringel ist berufsbedingter Frühaufsteher. Der Mann aus Schwante arbeitet beim Inforadio in der Hauptstadt.

SCHWANTE
Freitagmorgen, 7.58 Uhr. Im Inforadio des RBB läuft ein Kulturbeitrag. Dietmar Ringel blickt konzentriert auf seinen Monitor, auf dem bereits seine nächste Moderation steht: die Ankündigung der 8-Uhr-Nachrichten.
Seit fast zwei Stunden ist Dietmar Ringel inzwischen auf Sendung, steht vor dem großen Pult im Studio des Inforadios in der Berliner Masurenallee. Vor sich mehrere Bildschirme: Agenturmeldungen, Wetter- und Verkehrsinfos, der Text für seine nächste Moderation sowie die Übersicht der Programmelemente, die er selbst anklickt und auf Sendung schickt – ein Selbstfahrerstudio. Auf dem Tisch liegen außerdem ein paar Zeitungen sowie Unterlagen mit Hintergrundinformationen.
Im gläsernen Studio nebenan werden gerade die Nachrichten verlesen, Ringel hat gut fünf Minuten Pause.
Um kurz nach 3 in der Nacht bricht er von Schwante aus auf. Seit September 2005 lebt er gemeinsam mit seiner Frau in dem Ortsteil von Oberkrämer. „Wir sind dort sehr zufrieden“, sagt der 50-Jährige, der vorher in Berlin-Köpenick lebte. Eine gute dreiviertel Stunde braucht er, um im „Haus des Rundfunks“ in Charlottenburg anzukommen. Dann beginnt die Planung der Morgensendung. Die Meldungen der verschiedenen Nachrichtenagenturen studieren, ein Blick in die Zeitungen werfen, Interviews und Moderationen vorbereiten. Und das von Montag bis Freitag, jede vierte Woche.
8.05 Uhr, das kleine Lämpchen auf Dietmar Ringels Pult blinkt gelb. Das ist das Zeichen, dass er gleich auf Sendung gehen wird. Als er den zehntausenden Hörern in Berlin und Brandenburg einen „Guten Morgen“ wünscht und einen Beitrag über die gerade stattfindende Herbsttagung der Innenminister ankündigt, leuchtet es rot. Dann ist der Zutritt zum Studio tabu. Seit 1998 arbeitet Dietmar Ringel beim Inforadio. „Angefangen hat alles 1984 beim Jugendradio DT 64“, erzählt er. Er war für die Außenpolitik zuständig, im Wendejahr 1990 sogar der Intendant, der Chef der Welle. „Ich hatte viel Verantwortung“, erinnert er sich. „Aber es war auch die Zeit, wo uns niemand politisch reingeredet hat.“ Nach der Abwicklung von DT 64 arbeitete er sechs Jahre beim Berliner Rundfunk. Dort lernte er das Nachrichtenmachen, wie er selbst sagt. Zu seinem 40. Geburtstag gab er den Job freiwillig auf, wechselte zu den Nachrichtensendern MDR Info und Inforadio. Inzwischen arbeitet er nur noch in Berlin.
Ein guter Radiomann sei nicht von der Stimme abhängig, sagt Dietmar Ringel. „Es muss eine Persönlichkeit vorhanden sein. Er muss die Dinge für den Hörer übersetzen, in Interviews nachhaken.“ Neben den Live-Moderationen ist der Schwantener auch für die Reportage-Reihe „Echtzeit“ unterwegs. „Das mache ich sehr gerne“, sagt Dietmar Ringel. Im Rahmen der Sendung berichtete er auch schon aus dem Kremmener Scheunenviertel. Dadurch und durch die MAZ („Ich lese immer die MAZ und bin damit bestens im Bilde.“) hatte er mitbekommen, dass sich in Kremmen etwas tut und mit Andreas Dalibor, dem Leiter der „Tiefsten Provinz“, gesprochen. Inzwischen moderiert Ringel in der Theaterscheune drei- bis viermal im Jahr die Talkshow „Mitreden!“, zu der auch schon Prominente wie Axel Prahl und Heinz-Florian Oertel nach Kremmen kamen.
Im Studio nebenan beginnen die 9-Uhr-Nachrichten. Dietmar Ringel hat Feierabend. Nach einer kurzen Sitzung, die beim Inforadio mangels Stühle „Stehung“ heißt, und der Manöverkritik an der dreistündigen Sendung, macht sich der Schwantener auf den Weg nach Hause. „Dann lese ich erst mal die Zeitung und gehe ins Bett.“ Ausschlafen, bis 13.30 Uhr. In der Woche ruft er danach in der Planungsredaktion an, dann kommt es schon öfter vor, dass er am Nachmittag wieder ins Rundfunkhaus muss, um die Sendung vom nächsten Morgen vorzubereiten. „Das schlaucht“, sagt er. „Man kommt auch nicht zur Ruhe.“
Dietmar Ringel ist ein echter Radiomann. Einen Job bei einer Zeitung oder im Fernsehen traut er sich nicht zu. „Das müsste ich lernen“, sagt er. Aber eigentlich besteht dazu momentan gar kein Anlass.

RT im Kino

Tintenherz

Montag, den 29. Dezember 2008

Meggie Folchart (Eliza Bennett) hatte bisher ein relativ normales Leben. Mit ihrem Vater Mo (Brendan Fraser) geht die oft in Buchläden, in denen die beiden rumstöbern. Wobei ihr Vater eher nach alten Büchern sucht, aber nie fündig wird. Als sie eines Tages in einem alten Alpendorf auf einen seltsamen Typen treffen, der sie vor einem gewissen Capricorn (Andy Serkis) warnt, schnappt sich Mo seine Tochter und flüchtet mit ihr zu Tante Elinor (Helen Mirren). Dort verliebt sich Meggie sofort in den großen Raum mit der Bibliothek voller alter Bücher.
Dort überschlagen sich die Ereignisse. Elinors Haus wird überfallen. Bald ist klar: Es sind Figuren aus den Büchern. Liest Mo daraus vor, werden sie real.
Ich kannte das Buch “Tintenherz” von Cornelia Funke nicht. Wie auch immer dieser Film dem Roman gerecht wird – er ist misslungen, und das in vielerlei Hinsicht.
Die Geschichte erscheint nicht stimmig. Meggie nimmt die wundersamen Wendungen der Geschichte einfach so hin. Elinor schimpft mit dem Mädchen, als sie sie in der Bibliothek entdeckt, scheint aber nicht sonderlich bestürzt, als das Zimmer zerstört wird.
Der Film kann leider insbesondere am Anfang null Atmosphäre verbreiten. Alles passiert holterdipolter, die Story wird dem Zuschauer quasi vor den Latz geknallt, ohne große Liebe zu ausgefeilten Szenen. Überhaupt wirkt der Film mit seinen Szenen und Darstellern wie ein ziemlich preiswertes B-Movie, obwohl er sicherlich nicht preiswert war.
Problematisch ist auch Hauptdarsteller Brendan Fraser, der immer dreinglotzt, als ob ihn das ganze Drama nicht sonderlich interessiert. Mehr als zwei Gesichtszüge hat er offenbar nicht drauf. Er wirkt wie ein Langweiler. Auch das Finale von “Tintenherz” ist irgendwie blöd und ziemlich einfallslos (ohne hier nun zu spiolern).
Alles in allem ein ziemlich langweiliger Schinken. Und das ist sehr schade, denn die Geschichte von zwei Menschen, die durch lautes Lesen die Buchfiguren “erwecken” können, ist eigentlich sehr faszinierend. An der Umsetzung hapert es aber gewaltig.

3/10

aRTikel

Die erste eigene Tour: Eine Knochenarbeit

Sonntag, den 28. Dezember 2008
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Musik: Radiopilot war mit aufwändiger Bühnenshow unterwegs

MAZ Oranienburg, 27.12.2008

Die „Leben-passiert“-Tour führte die Band aus Oberhavel und Berlin durch elf deutsche Städte. „Willi“ war in Dresden und Berlin dabei.

OBERHAVEL
Es ist kurz nach 16 Uhr, als der Van mit den Jungs von Radiopilot am Donnerstag vor Weihnachten an der „Scheune“ in Dresden auf den Hof fährt. Sie kommen gerade aus Erfurt. Davor traten sie unter anderem in Stuttgart, Köln, Bocholt und Freiburg auf. Insgesamt elf Städte in gut zwei Wochen.
Nur noch vier Stunden bis zum Einlass, da bleibt für eine Besichtigung von Elbflorenz keine Zeit. Den Bühnenaufbau müssen sie komplett allein erledigen. Elfmal auf- und abbauen. Alle Instrumente, fünf Fernseher sowie Mikrofone, Verstärker, Kabel und mehr. An ihrer Seite haben sie nur einen Techniker, ihren langjährigen Freund Friedemann Kootz. Eine Knochenarbeit für alle Beteiligten. „Wir sind aber immer noch gut drauf“, sagt Sänger Lukas Pizon (28). Gitarrist Rafael Triebel (23) ergänzt: „Manchmal wünschte ich mir, dass eine gewisse Routine einsetzt. Aber es tauchen jedes Mal neue Probleme auf.“ Das Motto: Irgendwas ist immer. Aber sie nehmen es gelassen hin.
„Meine Stimme ist auch wieder okay“, meint Lukas. Zuvor mussten zwei Konzerte abgesagt werden, weil sich der Sänger eine Grippe eingefangen hatte. Nicht ganz 100 Karten konnte der Veranstalter in Dresden für das Konzert im Vorfeld verkaufen. In den Saal der „Scheune“ passt das Vierfache, doch die Gruppe lässt sich davon nicht schrecken. „Wir spielen auch für das kleinste Publikum“, so Lukas Pizon. In Bocholt waren bisher die meisten Zuschauer, mehr als 100.
Der Bühnenaufbau geht konzentriert, aber locker voran. Pianist Florian Büttner (23) baut im Vorraum die große Klappwand mit den Fanartikeln auf. Sie steht und hält. „Es muss aber auch gut aussehen“, meint Florian beim Betrachten seines Werkes. Er ist ein Perfektionist.
Im Saal beobachtet Lukas Schlagzeuger Christoph und Bassist Benny beim Aufbau, während er ein Mitbringsel vom Cateringbüfett verspeist.
Wenig später: Soundcheck. Techniker Friedemann regelt den Ton. Von Nervosität ist weiterhin nichts zu spüren.
Im Saal warten Juliane (18) und Sarah (17) aus dem sächsischen Altenberg. Sie kennen bisher nur wenige Lieder von Radiopilot. „Den Monster-Song finde ich toll“, sagt Sarah. Beide sind gespannt. Zu sehen bekommen sie eine für ein Clubkonzert aufwändige Show. Zu den 18 Songs haben die Musiker Videos geschnitten, Filme, Animationen.
Die Zuschauer feiern die Jungs: „Es war großartig“, ruft Juliane danach. „Wir kaufen uns jetzt auf jeden Fall die CD.“ Und Autogramme gibt’s auch, draußen am Fanstand. Für Radiopilot ist der Abend aber noch nicht gelaufen: Bühnenabbau. Erst weit nach 2 Uhr fahren sie in ihre Herberge.
Nächster Tag, Freitag. Aufstehen um acht. Rückfahrt nach Berlin. PR-Termin am Alexanderplatz und Bühnenaufbau im Berliner „Magnet“.
Berlin. In der Heimat steigt das Abschlusskonzert der „Leben-passiert“-Tour. Schon im Vorverkauf gingen mehr als 160 Karten weg. Tatsächlich ist der schmale, lange Raum rappelvoll, als es am Abend losgeht. Von Lockerheit ist in den Minuten davor sehr viel weniger zu spüren. Stattdessen Hektik, Stress, Nervosität. Beim Aufbau scherzt Lukas: „Ich wünsche mir jetzt ein Mettbrötchen und einen Whirlpool. Und dann ins Bett.“ Die jungen Männer spüren die Tour in ihren Knochen. Doch das Konzert selbst ist wie ein Rausch. Die Fans bejubeln alle Songs, zünden Wunderkerzen an, werfen mit Konfetti. „Wir kommen 2009 wieder“, verspricht Lukas. Doch die Messlatte haben sich die Jungs dafür schon sehr hoch gelegt.