Tagesarchiv für 24. Juli 2008

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Obama in Berlin

Donnerstag, den 24. Juli 2008
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DO 24.07.2008 | Berlin, Straße des 17. Juni

Die Straße des 17. Juni in Berlin ist mal wieder gesperrt. Die Leute strömen in Massen vom Hauptbahnhof, vom Brandenburger Tor, vom Tiergarten aus in Richtung Siegessäule.
Alles erinnert ein wenig an die Love Parade: Am Straßenrand sitzen überall Leute und warten. Unterhalten sich, beobachten die anderen. Nur die entfernten Technobeats fehlen. Denn es geht heute nicht um die Love Parade, sondern um Barack Obama.
Es war anfangs völlig unklar, wie viele Leute kommen. Die Rede von Obama an der Siegessäule wurde recht kurzfristig einberufen. Zumal er weder Präsident noch – wenn man es ganu nimmt – Kandidat ist. Dazu soll er erst noch bestimmt werden. Es ist also so oder so etwas Besonderes, dass so ein Aufriss für einen US-Senator gemacht wird, der Präsident werden will. Ein Novum also.
Aber es hat funktioniert. Hunderttausende sind gekommen. Schon in Oranienburg war der Bahnhof voller als sonst und es war ganz klar, wohin die meisten wollten.
Ein Stück US-Wahlkampf erlebte also auch Berlin: Auf der Straße standen überall die Wahlwerbeteams, die nach US-Citizens fragten. In Berlin lebende US-Bürger sollten für die Obama-Bewegung geworben werden.
Ich schaffte es nicht bis zur Siegessäule, aber ich stand auch nicht allzu weit weg, bis zur ersten TV-Leinwand auf dem 17. Juni schaffte ich es.
19 Uhr. Reamonn hat zu Ende gespielt. Die Leute warten auf Obama. Neben mir steht ein Mann mit Ekelbart, an dem er ständig rumfummelt. Er ist nervös, blafft alle um ihn herum an, die ihn angeblich schubsen würden. Da kann vorkommen bei so vielen Leuten, er ist einfach nur genervt. Und die anderen belustigt über ihn.
Zufall? Obama kommt mit Verspätung, seine Rede beginnt um 19.21 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt beginnt im ZDF gerade die Sondersendung. Wollte Obama etwa noch die “heute”-Sendung zu Ende gucken?
Eine gute halbe Stunde sprach Barack Obama. Sehr schnell hängt man an seinen Lippen. Seine rede ist einnehmend, in gewisser Hinsicht faszinierend, auch wenn er nur viele Allgemeinheiten ansprach – und den Berlinern mehrere Male Honig ums Maul strich, in dem er zigmal die Mauer und die Demokratie lobte. Aber historisch – nein, wirklich historisch war die Rede nicht.
Vielleicht kann man später immerhin mal sagen, ich war dabei. Aber erstmal muss Obama – viele vergessen das – gewählt werden. Und bei der Wahl haben wir nichts zu sagen.
Obama hat fertig gesprochen. Die Party ist auf einen Schlag zu Ende, mit einem Mal drehen sich die Leute um, wollen los. Ein echtes Problem, denn erstmal ging nichts. Um den Tiergarten zu schonen, war das Gelände umzäunt. Ein ziemlich kritischer Moment, wenn eine Panik ausgebrochen wäre, wäre rechts und links kein Ausweichraum gewesen. Doch die ungeduligen Leute schafften ihn sich, rissen Zäune um und kletten durch Rosenhecken in den Tiergarten. Seltsam, bei der Love Parade hatte das immer besser funktioniert (was die Umweltschützer in Sachen Tiergarten natürlich anders sehen).
Am Ende der Meile hatte rbb-Moderator Ulli Zelle ein paar Leute um sich gescharrt. Er stand inmitten von Transparenten halten Leuten und war umringt von vielen Berlinern. Als er mit seiner Live-Reportage durch war, bedankte er sich artig bei seinen Schilderhaltern.
Und dann war da noch, ganz am Ende der Obama-Fanmeile, ein Typ, der sich für den Gegenkandidaten McKain einsetzte. An einen Regenschirm pappte er mehrere McKain-Schildern und hielt das Ganze hoch. Über Buh-Rufe freute er sich, ebenso über die Fotografen, die ihn ablichteten. Obwohl das Bild die Botschaft abgab: “Mit McKain stehen wir ganz schön im Regen”, war er sich seiner Sache ganz schön sicher.
Warten wir mal den November ab.

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aRTikel

Dallgow-Döberitz: Willi macht den Pommestest

Donnerstag, den 24. Juli 2008
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Probiert: Fünfmal im Dallgower Havelpark gekostet / Am besten schneidet der Kaufmarkt-Imbiss ab

MAZ Falkensee, 24.7.2008

In den vergangenen Tagen und Wochen nahm MAZ-Mitarbeiter Robert Tiesler im Havelpark in Dallgow-Döberitz fünfmal in Bistros und Imbissläden die Pommes frites unter die Lupe. Wie teuer und wie groß sind die Portionen? Alle Preise beziehen sich auf eine Portion Pommes mit Ketchup. Wurde gut gewürzt, und sind die Stangen ordentlich frittiert? Unter den Kandidaten setzte sich der Kaufmarkt-Imbiss durch. Das Gesamtfazit jedoch ist eher ernüchternd: Es gab keine Einser-Note. So richtig gute Pommes mit einer echten Top-Bewertung hat dieser Test leider nicht hervorgebracht.

Note 2
Kaufmarkt- Imbiss
Die Verkäuferin wunderte sich ein wenig: Nur Pommes? Das kommt wohl selten bei ihr vor. Die Auswahl beim „Kaufmarkt-Imbiss“ im Erdgeschoss gegenüber dem Buchladen ist auch reichlich. In der Sitzecke ist es auch recht interessant, denn sie lädt zum „Leute gucken“ ein.
Preis : 1,20 Euro
Der Preis kann sich sehen lassen und ist im Havelpark konkurrenzlos. Die Portion ist ausreichend. Die Pommes sind gut gewürzt, das Salz schmeckt noch recht angenehm, anfangs mischt sich jedoch ein leicht öliger Geschmack darunter. Wahrscheinlich hat die Verkäuferin die Pommes nicht lange genug abtropfen lassen. Insgesamt hätten die Stangen noch ein wenig länger in der Fritteuse liegen können. Das hätte die Note verbessert. Dennoch: Testsieger

Note 2-
Brandenburger Bauernkater
Sicher sind wir uns nicht, ob der Name stimmt. Im Büdchen vor dem Havelpark steht auf einen Zettel gekrakelt: „Brandburger Bauernkater“. Fehlt da ein „en“? Angeboten wird auch eine Currywurst mit „XXL-Geschmack“ und dem Zusatz „unsere Beste“. Das wollen wir mal hoffen – oder gibt es auch eine Currywurst „unsere nicht so dolle“?
Preis : 1,50 Euro
Gut so: Der Verkäufer lässt das Öl lange von den Pommes tropfen und würzt sie mit leckerem Currypulver. Dennoch könnten sie knuspriger sein. Sie wären Testsieger geworden, aber der Ketchup hat diesen Titel zunichte gemacht. Er schmeckt seltsam würzig, das Tomatige fehlt völlig. Außerdem entsteht mit der Zeit eine Matschepampe, da die Soße auf der ganzen Portion verteilt wurde.

Note 3 +
Nordsee
Ach, bei Nordsee, gleich neben dem Eingang, gibt es auch Pommes? Ja, schließlich sind die auch als Beilage zu den diversen Fischgerichten zu haben. Warum also auch nicht als Einzelportion?
Preis: 1,99 Euro
Ist es nur Einbildung? Aber manchmal erinnern die Pommes bei Nordsee geschmacklich wirklich ein bisschen nach Fisch. Es handelt sich dabei um etwas dicke Pommes-stückchen, die sehr viel kartoffeliger schmecken als bei den anderen Ständen im Havelpark. Das könnte durchaus ein Vorteil sein, doch bei Nordsee wird diese Chance nicht ausgenutzt. Die Pommes liegen bereits in der Auslage, wodurch sie nur noch halbwegs frisch sind und knusprig schon mal gar nicht. Dann den Kunden lieber zwei Minuten warten lassen, aber dafür frische Ware!

Note 3
McDonald’s
Der Mann hinterm Tresen ist im Stress, die Frau, die vor ihm steht, möchte 20er-Nuggets haben. Hektisch knallt er die Teile in eine Kiste. Wenn es am Ende tatsächlich genau 20 waren – Respekt!
Preis: 1,84 Euro (mittlere Portion)
Wer nicht gerade ein Menü kauft, muss bei McDonald’s ziemlich tief in die Tasche greifen. So manche Portion bei den Imbisskollegen gibt es für weniger Geld, aber dafür mehr auf den Teller. Die Pommes sahen nicht nur fettig aus, sie schmeckten auch so. Scheinbar kamen sie aus dem Ölbad direkt in das Becherchen. Die kleinen Stangen waren insgesamt auch nur schwach gesalzen. Eigentlich schmecken die Pommes bei der Imbisskette besser, als die beim „Willi“-Test. Wirklich punkten konnte hier übrigens der leckere Ketchup.

Note 3 –
Döner & Co.
Wie hält der Mann hinter dem Tresen bloß diese Hitze aus? Der Dönergrill hinter ihm lässt sogar das ausgegebene Wechselgeld heiß werden. Zum Warten wird der Kunde des Imbisses im Erdgeschoss zwar an einen der Tische gegeben, das heißt aber nicht, dass das Essen gebracht wird, wie man dann vielleicht denken könnte.
Preis: 1,60 Euro
Die gelben Stangen sahen glänzend aus. Leider ist das an dieser Stelle nicht unbedingt als Lob zu verstehen. Sie schmeckten auch noch recht fettig. Einmal abtropfen lassen könnte auch hier keinesfalls schaden. Auch fehlte fast komplett das Salz, nur wenige Spuren von dem Gewürz waren in der Portion auszumachen. Da reichten am Ende auch nicht die zwei kleinen Kleckse Ketchup, um das auszugleichen.

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RTZapper

Big Planet / ProSieben Nightloft

Donnerstag, den 24. Juli 2008
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DI 22.07.2008 | 23.00 Uhr | 9live
MI 23.07.2008 | 2.05 Uhr (Do.) | ProSieben

Bei 9live wird man immer dreister, um den Leuten das Geld aus der Tasche zu ziehen. Aus den Moderatoren werden mehr und mehr Schauspieler.
Es ist 2.10 Uhr. “Big Planet” bei 9live soll seit 10 Minuten zu Ende sein. Aber – blöderweise und unerklärlich – es ruft niemand an, um das Rätsel zu lösen: weibliche Vornamen mit drei A.
Das Studio sei leer, niemand sei mehr da, nur noch der Moderator. Die Putzkolonne würde schon warten, er komme nicht mehr nach Hause.
Der Moderator in schauspielerischer Mission.
9live hatte eigentlich mal eine Selbstverpflichtung mitunterzeichnet. Darin heißt es u.a., dass immer klar sein müsse, wann eine Sendung und damit ein Spiel zu Ende sei. Das war hier nun wirklich nicht zu erkennen. “Big Planet” überzog, nirgendwo stand, wann das wahre Ende der Sendung sei.
Und so laberte und laberte sich der Typ einen Ast ab. Wie lange – das wusste niemand so genau. Und am oberen Bildrand lief folgender Text durch: Das Spiel dauere so lange wie die Sendung liefe. Ah ja. Nur hielt sich 9live an dieser Stelle nicht dran. Dreist, unseriös, 9live.
Und weil das Ganze so gut funktioniert hat, lief das gleiche Spiel, also die weiblichen Vornamen mit drei A, am nächsten Tag nochmal im “ProSieben Nightloft”. Und auch hier waren die beiden Moderatorinnen am (gespielten) Rande des Nervenzusammenbruchs, weil kein (zwinker zwinker) Zuschauer eine Lösung wusste.
So lange ProSieben das “Night Loft” im Programm hat, wird der Sender nie seriös.

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RTelenovela

Knacks!

Donnerstag, den 24. Juli 2008

Merkwürdiges tut sich in unserem Haus. Wenn man am großen Fenster im Treppenaufgang zwischen EG und 1. OG vorbeiläuft, knackt es manchmal. Als ob die Scheibe gesprungen ist.
Mulder? Scully? Oder was schlimmes?
PS: Die Hausverwalterin sollte besser nicht in den nicht genutzten Briefkasten sehen…

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RTZapper

Estelle Getty ist tot

Donnerstag, den 24. Juli 2008
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Am Freitag wäre sie 85 geworden. Estelle Gettys Karriere begann, da war sie schon mehr als 60.
Ende der 80er-Jahre war es, als jeden Freitagabend die “Golden Girls” liefen. Mittenmang: Sophia Petrillo, die herrliche, freche, biestige Alte. Sie brachte Dorothy, Rose und Blanche oft zur Weißglut. Und uns zum Lachen.
Estelle Getty ist gestorben.
In Memoriam: Ein Ausschnitt von den “Golden Girls”, zu finden im Fernsehlexikon.

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