Tagesarchiv für 29. November 2007

RTelenovela

Seuchenwanne

Donnerstag, den 29. November 2007
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Ich lese mir gerade bei Wikipedia die Seite zum Norovirus durch. Ein brandaktuelles Thema. Ob es sich bei uns Büro um das Norovirus handelt, wissen wir nicht. Irgendwas ist ja aber jedenfalls. Anfang der Woche fiel der erste Kollege aus. Gestern der zweite, heute der dritte. Und alle hatten etwas mit Durchfall und alle haben etwas Ansteckendes. Rollt da etwa eine Welle durch unser Büro? Wir sind gespannt auf morgige eventuelle Krankmeldungen. Bis in unser Hinterzimmer ist es jedenfalls noch nicht vorgedungen.
Laut Wikipedia sind Gemeinschaftseinrichtungen auf jeden Fall immer ein Übertragungsherd. Nach Tage später sind Gegenstände oder Toiletten kontaminiert. Wer am Virus leidet, kann, auch wenn es keine Übelkeit mehr gibt, noch drei Tage lang ansteckend sein. Drei Tage Hausarrest sind also fast schon Pflicht.
Ich habe heute jedenfalls schon scherzhaft angeregt, dass wir erstens am Eingang eine Seuchenwanne aufstellen müssen (wie am Rügendamm, als auf der Insel die Vogelgrippe herrschte), und dass wir von Zimmer zu Zimmer am besten nur noch telefonisch kommunizieren sollten…

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RTZapper

Jimi Blue: I’m Lovin’… (l.r.h.p.)

Donnerstag, den 29. November 2007
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MI 28.11.2007, 21.24 Uhr, Jamba TV

Warum glaubt die Musikindustrie eigentlich, dass irgendwelche Schauspielersöhnchen, die unbedingt auch Schauspieler werden mussten, gleichzeitig gute Sänger sind? Und warum glaubt die Musikindustrie, dass man dieses “Produkt” auch noch mit einem erfolgreichen, niveaumäßig ein paar Etagen höher angesiedeltem Entertainer vergleichen zu können. Das muss ja in die Hose gehen.
Wer den Videoclip von Uwe Ochensknechts Sohn Jimi Blue sieht, wird wissen was ich meine.
Klein-Jimi macht auf dicke Hose. Lässt ein paar willige Frauen hinter sich aufreizend tanzen, zieht sich an wie Justin Timberlake und meint, das wäre in irgendeiner Art und Weise gut.
Jimi, du bist weder Justin, noch reichst du auch nur ansatzweise an ihn heran. Fast möchte man sagen: Die Sangesqualität von Jimi Blue ist eher minderwertig. Und die Performace im Hintergrund lächerlich – auf jeden Fall für einen 15-jährigen Milchbubi vollkommen unpassend.
Aber die pubertierenden Jungmädels wird wohl gefallen – und mehr wollen die Plattenbosse ja auch gar nicht. Qualität? Ach egal.

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RT im Kino

Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken

Donnerstag, den 29. November 2007
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Die Wahrheit über Männer und Frauen. Allan und Barbara Pease haben sie 2000 in ihrem Buch “Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken” aufgeschrieben. Fanden nicht nur die Deutschen total lustig und schmissen den Autoren die Kohle quasi in den Rachen.
Jetzt kommt der Film zum Buch – und das ausgerechnet aus Deutschland. Regisseur Leander Laußmann wagte sich an den Stoff und kreierte einen Aufklärungsfilm. So wie Oswald Kolle in den 60ern und 70ern. Damals war das nicht lustig gemeint, heute lachen wir drüber. Haußmann meinte es lustig, heute lachen wir eher seltener.
Jan (Benno Fürmann) und Katrin (Jessica Schwarz) verlieben sich. Doch die Beziehung läuft nicht so, wie es die beiden gern hätten. sei es wegen Jans Sekretärin Anhie (Nadja Becker) oder wegen des Buchautoren Jonathan (Uwe Ochenknecht), der Katrin umgarnt.
Kurz gesagt: Dieser Film ist schlecht. Nahezu indiskutabel. Der Witz ist nicht komisch, die Überzeichnungen nervig und der ständige James-Last-Musikteppich (ja, wirklich von James Last!) ist ätzend.
Erst das letzte Drittel – fast hat man den Eindruck, der Regisseur und sein team wurde komplett ausgewechselt – macht ansatzweise Spaß. Nämlich an der Stelle, an der plötzlich die erotischen Fantasien von Jan leibhaftig erscheinen. Ein wirklich sehr schönes Bild, was da aufgezeigt wird. An dieser Stelle entfaltet “Warum Männer…” jedenfalls endlich mal einen annehmbaren Witz. Und natürlich wird für viele von Interesse sein, dass Beno Fürmann seine wahrscheinlich längste Nacktsequenz zu spielen hatte. Wobei allerdings in dem zusammenhang die wichtige Information nicht preisgegeben wird…
Letztlich funktioniert der seltsame Humor des Films jedoch nicht. Wobei natürlich schon die Vorlage oftmals witzlos ist. Somit gibt es wirklich bessere und sehenswertere Filme.

5/10

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RT im Kino

Hunting Party – Wenn der Jäger zum Gejagten wird

Donnerstag, den 29. November 2007

Als Fernsehkriegsreporter Simon Hunt (Richard Gere) vor laufenden Kameras einen Nervenzusammenbruch hat, steht seine Karriere vor dem Aus. Dabei hatte er gerade im Krieg im ehemaligen Jugoslawien erlebt, wie eine Frau, seine Geliebte, erschossen wurde. Eine Gräueltat folgte der nächsten.
Fünf Jahre später trifft Simon auf seinen damaligen Kollegen Duck (Terrence Howard). Und hat wieder eine Topstory im Gepäck: Er weiß, wo sich einer der größten Kriegsverbrecher aufhält – gar nicht weit von Sarajewo entfernt. Gemeinsam mit dem jungen Benjamin (Jesse Eisenberg) machen sie sich auf die gefährliche Suche.
“Hunting Party” soll in gewisser Weise sicherlich aufwühlen. Soll zeigen, wa der Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina und Montenegro anrichtete. Das gelingt auch, wenn die Kamera die vielen Hochhäuser mit den unzähligen Einschusslöchern zeigt. Aber “Hunting Party” soll wohl auch unterhalten. So wird Witz und Satire eingestreut. Doch aus einer Prise Humor wird stellenweise ein ganzer Komikblock.
Leider ist Regisseur Richard Shepard dieser Film völlig entglitten. Durch den vielen Humor und dem Bemühen, in die an sich packende und mitunter traurige Story Gags einzufügen, erreicht er, dass das Publikum an Stellen lacht, in denen es eigentlich nichts zu lachen gibt. Die Balance ist verloren gegangen. Der Film wird oft zur Karikatur. Angesichts dessen, dass wir es mit einem spannenden Thema zu tun haben, ist das extrem schade.
Hinzu kommt noch die Geschichte des TV-Journalisten Hunt, der einen persönlichen Rachefeldzug aus Liebe führt. Das stuft “Hunting Party” zusätzlich weiter runter.
Chance verpasst. Da nützt es auch nicht, dass die Namen der Filmemacher im Abspann so riesig sind, dass man die gar nicht mehr lesen kann. Was ja eventuell widerum gar nicht so schlimm ist.

5/10

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RTelenovela

Alt-Berliner Spreewald

Donnerstag, den 29. November 2007
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Kurze Essenspause in Schönwalde-Siedlung (auf der Landesstraße zwischen Falkensee und Bötzow). Neben der Tankstelle gibt es einen kleinen Imbiss. In der Auslage liegt haufenweise Kram: Buletten, Fleischspieße, Salate. Unmengen. Stellt sich die Frage, wie lange das Zeug da schon rumliegt. Und wie lange es da noch rumliegen wird. Denn ob ein Imbiss in Schönwalde-Siedlung am Tage so viele Kunden hat, dass zig Spieße rausgehen – ich bezweifele das.
Irritierend war der Hinweis auf den Kartoffelsalat. Ein ganz besonderer Kartoffelsalat. Alt-Berliner Kartoffelsalat. Ganz genau: Spreewälder Alt-Berliner Kartoffelsalat.
Ja, was denn nun? Spreewälder? Alt-Berliner? Beides wird ja wohl schlecht gehen. Oder ich habe die neueste Gemeindegebietsreform verpasst.
Die einzige Möglichkeit wäre wohl, dass “Spreewälder” eine Marke ist. Klingt trotzdem doof.
PS: Ich hatte mir einen Cheeseburger und eine Portion Pommes gekauft. Die Pommes waren lecker, der Burger dagegen grenzwertig. Für 2,40 Euro sollte jedenfalls das Burgerbrot nicht alt und pappig schmecken…

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RTZapper

Shop 24 Direct: Die Amigos

Donnerstag, den 29. November 2007
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DI 27.11.2007, 1.45 Uhr (Mi.), Super RTL

Wir müssen mal über die Amigos reden. Nein, nein, keine korrupten Politiker. Die Amigos sind Bernd und Karl-Heinz und das wichtigste für sie ist: “Die Musik”. Genau, Musik in Anführungsstrichen – so steht es deren Internetseite. Was zur Frage führt, ob die ihre Musik selbst ernstnehmen. Ernstnehmen können. Seit rund 35 Jahren machen die Amigos schon Musik. Seit rund zwei Jahren schwimmen sie auf einer Erfolgswelle. Scheinbar niemand kennt die Typen, trotzdem tummeln sie sich monatelang in den Charts, wie Phantome. Dabei sehen Bernd und Karl-Heinz aus, wie die verstoßene Ost-Verwandtschaft, die mit ein bisschen Gesinge in traurig-billigen Spartensendern wie Volksmusik.tv ein paar Euros dazu verdienen will.
Im “Shop 24 Direct” auf Super RTL wurde gestern Nacht das Knaller-CD-Paket verkauft. Die besten Hits der Amigos. 66 Titel auf vier CDs. 66, wow. 66 Hits. Oder sind das einfach alle Lieder, die es von denen gibt, die man dann einfach mal als “Hits” bezeichnet?
Die Moderatoren der nächtlichen Werbesendung waren jedenfalls sehr begeistert. Nun ja. Sagen wir: Ihre schauspielerische Leistung ist verbesserungswürdig. Denn der schleimige Typ und seine Moderationspartnerin mit Haushaltstagsfrisur leeechelten dermaßen gekünstelt, dass der entsetzte Zuschauer sein Unglück kaum fassen konnte. Mal ehrlich, ihr beiden Moderationstalente: Glaubt ihr das eigentlich selbst, wenn ihr eure Texte aufsagt? “Ich glaube, davon kann man nie genug bekommen.” Ob die beiden Granaten lachen mussten, als die Dreharbeiten zu Ende waren. Oder gar kotzen mussten, weil sie ihre eigene Heuchelei nicht fassen konnten?
Die Amigos – so oder so ein echtes Phänomen, echte Chartsphantome.

Hits: 29