Monatsarchiv für Juni 2005

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Gottschalk & Friends

Mittwoch, den 29. Juni 2005
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DI 28.06.2005, 22.45 Uhr, ZDF

Das Schlimmste für einen Talkmaster ist, wenn der Interviewgast mitten im Gespräch fragt: „Hörst du mir überhaupt zu?“ So geschehen am vergangenen Dienstagabend in der Sendung „Gottschalk & Friends“. Besagter Herr Gottschalk hörte Nena nur bedingt zu. In seine ZDF-Show lädt sich der Showmaster lauter Freunde ein – um sie dann selbst vollzuquatschen. Tolles Konzept. „Gottschalk & Friends“ zeigt eindrucksvoll, wie uninteressiert der Showmaster in Wirklichkeit an seinen Gästen ist. Hauptsache, sie sind da. Und Hauptsache, er kann sagen, sie waren bei ihm. Nena zum Beispiel war noch nie bei „Wetten, dass…?“. Obwohl Thommy das dachte. Es waren ja schließlich schon alle großen Stars bei ihm. Bis auf Nena eben. Die ihm das schön aufs Brot schmierte und Thommy zur Fassungslosigkeit trieb. Niemand ist vollkommen. Und Gottschalk schon gar nicht.

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The Joy Of Painting With Bob Ross

Dienstag, den 28. Juni 2005
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MO 27.06.2005, 1.00 Uhr (Di.), BR alpha

Wer abends nicht einschlafen kann, dem sei um 1Uhr BR alpha zu empfehlen. Da steht ein Typ neben einer grauen Leinwand und säuselt auf englisch irgendetwas vor sich hin. „The Joy Of Painting With Bob Ross“ – das etwas andere Sandmännchen. Ohne Sand. Dafür mit einer Farbpalette in der Hand. Innerhalb von gut 20 Minuten malt Bob, was die Palette hergibt. Hin und wieder wird Bobs Gesäusel von einem Lachen unterbrochen, manchmal beginnt er auch zum summen oder sein eigenes Werk zu kommentieren: „Yeah, I Like It!“ Das Sing-Sang-Gesäusel beruhigt ungemein! Nachdem Bob die „Indian Yellow“-Farbe auf die Leinwand gestrichen hat, sieht es tatsächlich aus, wie eine Sonne, die von Wolken umgeben ist. Aber: Wer soll das alles so schnell nachmachen? Was am Ende rauskam, habe ich nicht mehr mitbekommen. Der Sandmann hat gute Arbeit geleistet.

aRTikel

Das etwas andere Konzert

Freitag, den 24. Juni 2005
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„Kultur hoch 12“ am Louise-Henriette-Gymnasium


MAZ Oranienburg, 24.6.2005

ORANIENBURG

Der Abiball des Louise-Henriette-Gymnasiums ist gerade mal ein paar Tage her, schon melden sich die Anwärter für das Abitur 2006 zu Wort. Der nächste Abschlussball muss schließlich auch finanziert werden. Und wer etwas bietet, bekommt dafür auch den einen oder anderen Euro.
Unter dem Motto „Kultur hoch 12“ zeigten die Zwölftklässler der Oranienburger Schule, was sie kulturell drauf haben. „Das etwas andere Konzert“ (so die Eigenwerbung) präsentierte sich in der Aula in einer sehr schönen Atmosphäre, wenn man mal von der Hitze absieht. Auf mehreren kleinen Bühnen stellten die kommenden Abiturienten Musik, Gedichte, Tanz und Theater vor.
Die Aerobicgruppe tanzte zum Dancehit „Call On Me“, Pascal Schütz stand mit dem Song „Allein in der Nacht“ erstmals auf der Bühne. Die Improvisationsgruppe mit Bastian Steinmöller, Eric Golub und Franziska Zehe zeigte Theater aus dem Stegreif und begeisterte damit das Publikum in der ausverkauften Aula.
Der Abend wurde ganz ohne die Hilfe von Lehrern organisiert. Im Gegensatz zu den großen Frühlings- und Weihnachtskonzerten, bei denen unter anderen die Musiklehrer involviert sind, waren sie an „Kultur hoch 12“ nicht beteiligt. Die Leitung des Abends hatte Hendrikje Grunow, Schülerin der 12. Klasse. Das Konzept ging voll auf. Eine gelungene Mischung mit schönen, besinnlichen und heiteren Momenten. Da lässt sich auch über die eine oder andere Panne locker hinwegblicken. In Hinsicht auf die Diskussionen um die Frühlings- und Weihnachtskonzerte am LHG setzten die Zwölftklässler ein großes Achtungssignal. Denn es geht eben doch.

aRTikel

Kulinarische Reise nach Polynesien

Mittwoch, den 22. Juni 2005
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Neues Restaurant „Balloon“ öffnete in der Turm-Erlebniscity


MAZ Oranienburg, 22.6.2005

ORANIENBURG

Eigentlich bin ich eher mäklig, esse lieber nur das, was ich schon kenne. Am Montag stand in der Turm-Erlebniscity polynesisches Barbecue auf dem Programm. Das „Balloon“ wurde offiziell eingeweiht.
Essen aus Polynesien also. Aber wo liegt dieses Polynesien überhaupt? Das polynesische Dreieck umfasst Hawaii, Neuseeland und die chilenische Osterinsel. Und wie funktioniert dieses polynesische Barbecue? Am Büfett werden diverse Gemüse-, Fleisch- und Fischsorten angeboten. Roh. Ein ungewohnter Anblick. Nach einer eventuellen Vorspeise muss sich jeder zunächst für eine Marinade entscheiden. Kiwi-Kokos mit fein-nussigem Geschmack. Oder Königswürze-Knoblauch. Wer diese Entscheidung getroffen hat, bekommt ein Brett und eine Schüssel. In der Schlange am Büfett erzählt uns Turm-Pressesprecher Werner Siegler, dass die Entwicklung des neues Restaurant-Konzeptes ein gutes Dreivierteljahr gedauert hat. Eine derartige Lokalität sei in Deutschland einzigartig. 6,90 Euro kostet ein Barbecue. Mehr mehrmals zuschlagen möchte, zahlt einmalig 13,90Euro.
Der Rundgang ums Büfett beginnt. Zuerst das Gemüse. Paprika, Gurken, Zwiebeln, was auch immer. Möhren, Nüsse, Nudeln. Immer rein ins Schüsselchen. Zum Schluss Fisch oder Fleisch. Oder beides. Die volle Schüssel wird dann vom Koch in Empfang genommen. Auf einer großen Herdplatte wird das Ganze gegart. Wer will, kann zusehen. Neudeutsch: Front Cooking.
Und das Ergebnis: Ja, es schmeckt recht lecker. Aus den rohen Zutaten ist eine heiße, gare Mahlzeit geworden. Auch wenn die Zutaten letztlich gar nicht so außergewöhnlich sind. Doch eher nur die Art der Zubereitung.

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Alles auf Rot!

Dienstag, den 21. Juni 2005
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MO 20.06.2005, 23.00 Uhr, 9live

Spannung bei 9live. Oder was man bei 9live so Spannung nennt. Links im Bild ein Rätsel. Trotz der Uhrzeit, es ist gleich 1 Uhr, ist der Moderator total gut drauf. Eine Uhr wird eingeblendet. In 20 Sekunden ist es 1 Uhr. Dann soll der Hot-Button zuschlagen, dann wird ein Anrufer ins Studio gestellt. Trommelwirbel! Die Uhr tickt! 1 Uhr! … Stille. Der Moderator hält den Atem an. Aber: böser Hot-Button! Nicht zugeschlagen! Die Uhr läuft weiter. Ruft etwa niemand an? Im Gegenteil: Im Hintergrund laufen die Leitungen heiß, verjubeln die Anrufer ihre Kohle. 9live-Sendungen wie „Alles auf Rot“ sind nicht nur ätzend, sondern auch noch eine ganz üble Abzocke, wie ich finde. Da wird den Zuschauern (in diesem Fall mehr als eine halbe Stunde!!) suggeriert, dass gleich jemand ins Studio gestellt wird, ohne dass etwas passiert. Eine ganz ekelhafte Geldmacherei, auf die leider immer noch zu viele Zuschauer reinfallen. Und wenn ihr jetzt sagt, Sat.1 („Quiz-Nacht“) und Kabel 1 („Film-Quiz“) machen das jede Nacht auch – 9live produziert diese Shows ebenfalls. Lasst bloß die Finger von diesem Mist!

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Telekurs für Autofahrer

Montag, den 13. Juni 2005
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SO 12.06.2005, 22.15 Uhr, BR alpha

Fahrschule ade! Willkommen beim „Telekurs für Autofahrer“. Das ist keine neue Programminnovation, sondern eine Wiederholung von 1968. In Schwarzweiß. Warum der Bildungskanal BR alpha dieses Juwel in zwölf Folgen am Sonntagabend sendete, wird nicht so ganz klar. Es ging um die Frage, wann außerhalb geschlossener Ortschaften das Fern- oder das Abblendlicht eingeschlatet werden muss? Einiges von dem, was dort gezeigt wurde, ist heute nicht mehr wirklich fahrschultauglich. So wird der 68er-Generation vorgeführt, dass an einer Autobahnauffahrt gehalten werden muss. Beschleunigungsstreifen gab es noch nicht. Wer das heute nachmacht, lebt gefährlich. Beim nächtlichen Überholen muss dem vorderen Autofahrer vorher eine Lichthupe gezeigt werden. Heute wäre das Nötigung. Habt ihr einen Unfall oder eine Panne, muss eine Warnfackel aufgestellt werden. Heutzutage fast ein Verbrechen. Stichwort Waldbrandgefahr. Aber 1968 war das so. Bleibt zu hoffen, dass sich niemand mehr an die dort gezeigten Regeln hält!

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Phänomenal egal

Samstag, den 4. Juni 2005
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Farin Urlaub spielt in Berlin Treptows ausverkaufter Arena


MAZ, 4.6.2005

Rund um die Eichenstraße in Berlin-Treptow herrscht am Donnerstagabend ein absolutes Verkehrschaos. Es ist Konzert-Stimmung in der Arena. Farin Urlaub kommt ohne „Die Ärzte“.
„Wir wollen Madonna sehen“, singen ein paar Wartende. Während der langen Einlasszeit haben sie vielleicht schon wieder vergessen, was sie gleich auf der Bühne erwarten wird. Die Besucher sind vor Konzertbeginn so ausgelassen als wären sie im Fußballstadion. Immer wieder setzt ein lauter „Farin!“-Chor ein. Zwei Gongschläge eröffnen die zweistündige Berliner „Urlaubssaison“. Mit den Zeilen „Die lange Zeit des Wartens ist vorbei“ eröffnet der Rockmusiker das Konzert. 9000 Fans haben sich eingefunden, um nicht nur Urlaubs aktuelles Album „Am Ende der Sonne“ zu feiern. Textsicherer erwies sich sein Publikum stets bei den Hits vom Debütalbum „Endlich Urlaub“ aus dem Jahre 2001.
Wer im hinteren Teil der Arena stand, hörte so oftmals das Publikum lauter singen als den Künstler auf der Bühne. Vier Jahre hatte sich der unter dem Namen Jan Vetter-Marciniak getaufte Musiker für sein zweites Album Zeit gelassen.
Songs wie „Kein zurück“, „Wie ich den Marilyn Manson Ähnlichkeits-Wettbewerb verlor“ oder „Porcellan“ bieten einen Mix aus nachdenklichen, ironisch-heiteren und rockigen Abtanz-Nummern. Mit dieser Mischung versteht es Farin Urlaub, sein williges Konzertpublikum in absolute Begeisterung zu versetzen.
Zu Verschnaufen gibt es dabei während der gut 130 Minuten gar nichts. Es folgt Song auf Song. Aktion auf Aktion. Laolas, Mitsingaktionen, Pogo, Mithüpfen. „Jugend trainiert für Olympia“, bemerkt Farin Urlaub lachend. Die Fans sollen eben Spaß haben. Und die Fans haben auch Spaß, befinden sich in prächtiger Stimmung. Ruhig und besinnlich wird es während des Konzerts nur, als Farin seinen Song „Phänomenal egal“ anstimmt.
Doch der beste Urlaub geht einmal vorbei. Aber es bleibt Hoffnung: Nämlich nach zwei Zugaben verkündet er das Versprechen: „Ich komme wieder!“ Seine Fans ganz bestimmt auch.