Monatsarchiv für Juli 2004

aRTikel

Jette: Plausch im Halteverbot

Samstag, den 31. Juli 2004
Tags: , ,

MAZ Oranienburg, 31.7.2004

Also nee, wissense nee, es war eben doch zu verlockend. Fix das Auto in der Oranienburger Bahnhofstraße am Gymnasium abgestellt und Geld aus dem Post-Automaten geholt. Schon war die Polizei, da eher nicht mein Freund und Helfer, zur Stelle. Sehr lange suchte der gute Mann in seinem kleinen Auto nach seiner Mütze, bevor er an mein Auto trat und mich fragte, warum er mich hier und jetzt ansprechen würde. Gute Frage. Lust auf einen Plausch? Frage nach dem Weg? Klar, ich wusste natürlich, dass ich im Halteverbot stand. Im Gegensatz zu mir dürfe er hier halten, wenn es sein müsse. Schließlich hätte er ja ein Polizeiauto, ich dagegen nicht. Ach. Wie schön für ihn. Ich käme ausnahmsweise mit einer Verwarnung davon. Aber erwischt er mich das nächste Mal an dieser Stelle, will er zusammen mit mir den Bußgeldkatalog studieren. Wie nett, vielleicht spendiert er mir dann ja auch einen Kaffee? Dass er mich auf mein Fehlverhalten hinwies, ist natürlich richtig. Dass ich nicht zahlen musste, ist nobel. Deswegen muss er mich aber doch nicht wie ein Kleinkind behandeln, meint eure
Jette

RTZapper

ZAPPER VOR ORT: Premiere “Fahrenheit 9/11″

Donnerstag, den 29. Juli 2004
Tags: , , , , , , ,

MI 28.07.2004, Berlin, Schloss Charlottenburg

Willkommen am roten Teppich von ProSieben. Im Ehrenhof des Schlosses Charlottenburg in Berlin fand am vergangenen Mittwoch die Deutschland-Premiere von Michael Moores „Fahrenheit 9/11“ statt. Unter den etwa 1000 Zuschauern waren wohl auch einige Promis.
Lisa Riecken zum Beispiel: Elisabeth Meinhard aus der RTL-Soap „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ versteht es, zu posieren. Braun gebrannt und mit zentimeterdicken Make-up flaniert sie ganz allein über den roten Teppich.
Wie schlimm muss eigentlich das Gefühl sein, bei einer solchen Premiere einzumarschieren, ohne von einem Reporter-Team angehalten und ausgefragt zu werden? Und sich dazu noch über die aufregen, die sich wichtig machen. Und von Reportern befragt werden. Neid? Nein, den kennen C-Promis nicht.
Die wahren Stars scheinen noch zu kommen, denn in der VIP-Lounge ist noch nicht wirklich ein VIP zu sehen. Höchstens vielleicht irgendein Sohn irgendeines VIPs. Lisa Riecken hat unterdessen mitten im Publikum Platz genommen. Auch unbeobachtet. Die beiden Plätze links und rechts neben ihr bleiben leer.
Der nette Mann von RTL hat wohl ein wenig gepennt und die Menschentraube rechts von ihm nicht gesehen. Da steht nämlich Bundesumweltminister Jürgen Trittin und sagt wichtige Sachen. Als der gute Mann des Kölner Privatsenders endlich hinspurtet, hat Herr Trittin bereits zu Ende geredet. Das war wohl nichts. Lisa Riecken schlürft inzwischen gelangweilt an ihrem zweiten Glas Wasser. Noch immer allein.
Der Kameramann von VOX hadert. Beim letzten Promi-Interview hing ständig das Mikro des Radiosenders Fritz im Bild. „Und stell doch mal deine Frage länger, damit ich mich einrichten kann“, belehrt er seinen jungen Kollegen. Niels Ruf war auch mal sehr bekannt. Nun läuft auch er völlig unbehelligt von den Journalisten über den Teppich. Das heißt, der VOX-Mann hätte ihn genommen, wenn seine Kollegen schneller geschaltet hätten.
Clever ist sie ja, unsere Lisa. Frau Riecken hat sich nämlich in der Zwischenzeit entschlossen, ein wenig Popcorn zu holen. Von draußen. Was auch bedeutet, dass sie ein zweites Mal über den roten Teppich flanieren darf. Und, welch eine Freude: Sat.1 beißt an. Ein junges, hippes Dreierteam mit Mini-Digi-Cam erfährt sicherlich aufregende Neuigkeiten über Lisa Riecken.
Thomas Herrmanns („Quatsch Comedy Club“) dagegen darf gleich mehreren Reportern Interviews geben, während sein Freund ein wenig abseits steht. Er wird den Rummel sicher gewöhnt sein und mit Humor nehmen.
Das ganz große Staraufgebot ist bei der „Fahrenheit“-Premiere ausgeblieben. So kommt nach Ende des Films auf das Publikum auch eine ganze Horde von Kamerateams zu, die wissen wollen, wie ihnen denn diese Doku nun gefallen hat. Und warum. Oder warum auch nicht.
Und – hat auch jemand Lisa Riecken gefragt, wie ihr der Abend gefallen hat? Das würde mich wirklich brennend interessieren!

aRTikel

Tischdienst auf Alcatraz

Mittwoch, den 28. Juli 2004
Tags: , ,

Alexander Plentz (19) betreut Kinder im Sommerlager der Freikirche in Vehlefanz

MAZ Oranienburg, 28.7.2004

VEHLEFANZ
Wer nach Alcatraz will, muss sich mit einer kleinen Fähre über den Mühlensee fahren lassen. Zu sehen sind lauter Sperrzäune, Zelte, in der Mitte ein Wachturm. Heute soll auf Alcatraz alles ein wenig lockerer angegangen werden: Der Gefängnisdirektor hat Geburtstag und dementsprechend gute Laune. Da haben die Gefangenen ein paar Freiheiten mehr als sonst, können auch mal eine ruhige Kugel schieben.
Die Gefängnisinsel liegt am Vehlefanzer Mühlensee und ist in Wirklichkeit das diesjährige Sommerlager (SoLa) der Freikirchen Schwante, Oranienburg und Potsdam. Der 19-jährige Alexander Plentz ist einer von etwa 80 Betreuern. Der Oranienburger ist bei allen Lagern dabei gewesen. „Im ersten Jahr noch als Teilnehmer, danach als Helfer und Betreuer“, erzählt er.
Die gut 120 Teilnehmer im Alter von neun bis 13 Jahren sind in fünf Familien, beziehungsweise Blöcke, aufgeteilt. Alexander ist einer von elf Familienmitarbeitern in „Block A“, die sich um 24 Kinder kümmern. Seit dem vergangenen Mittwoch haben die Mitarbeiter das Sommerlager aufgebaut. „Die meisten opfern dafür sogar einen Teil ihres Urlaubs“, erzählt Alexander. „Um die Gefängnisatmosphäre herzustellen, haben wir die vielen Bauzäune aufgestellt.“ Dazu die Waschanlagen, das Küchenzelt, die Dixi-Klos. Der Weg zum Camp musste mit Schotter ausgebessert werden. „Aber bei Regen ist er total schlammig.“
Nach dem Ausbruch aus dem Gefängnis und der Ankunft auf Alcatraz (MAZ berichtete) haben sich die Kinder in Vehlefanz inzwischen gut eingelebt. Gegen 7.30 Uhr werden sie am Morgen geweckt. „Zweimal am Tag findet ein Appell statt“, beschreibt Alexander Plentz den Tagesablauf. „Wobei wir das nicht übertreiben wollen, die Kinder sollen ja ihren Spaß haben.“ Der Gefängnisdirektor hält dann eine Rede und die Familien können Anträge einbringen. „Da denken sich die Kinder oft lustige Dinge aus“, schmunzelt der junge Betreuer. Zum Beispiel, ob sie die Mützen mal falsch herum aufsetzen dürfen. „Gestern wurde dem Antrag stattgegeben.“
Täglich gibt es ein oder mehrere Anspiele. In dieser Geschichte soll den Kindern das Leben auf Alcatraz gezeigt werden. Alexander spielt dort Mike Miller, der ebenfalls hier inhaftiert ist und an eine böse Clique gerät. Mike beschließt, dass er fliehen will. Wie diese Story weitergeht, erfahren die „SoLa“-Teilnehmer in den nächsten Tagen.
Aber auch diverse Aufgaben haben die Kinder zu erledigen. Toilettendienst, Tischdienst, Spüldienst. Nicht zu vergessen: die Nachtwache. „Da sitzen wir nachts am Feuer und machen alle halbe Stunde einen Rundgang“, erzählt Alexander. „Es ist erstaunlich, was sie dann alles so mitbekommen.“
„Wir wollen den Kids zeigen, welchen Sinn unser Leben hat“, erklärt Alexander das Anliegen, das er vermitteln will. „Uns ist klar: Gott hat einen Plan mit uns. Er vergibt uns unsere Strafen.“ Nur ein Fünftel der SommerlagerTeilnehmer sind Christen. „Generell sind die Kids begeistert“, sagt Alexander. „Das macht sie aber noch nicht zu Christen. Und wir wollen ihnen ja auch nur ein Angebot machen.“ Niemand werde gezwungen.
Für ihn selbst bedeutet diese Woche natürlich viel Stress, aber: „Es ist persönlich eine sehr gute Erfahrung. Man lernt viel über sich selbst. Man ist belastbarer, kann besser mit Kindern umgehen.“
Am Sonntag geht das Abenteuer Alcatraz in Vehlefanz zu Ende. Dann können auch die Eltern und Interessierten ab 10Uhr das Camp besichtigen.

RTZapper

Freispruch – Die Comedy-Jury

Montag, den 26. Juli 2004
Tags:

MO 26.07.2004, 20.15 Uhr, ProSieben

„Wie schwul ist Deutschland?“, fragte vergangene Woche die „Bild“ in rosa Lettern und blieb uns die Antwort leider schuldig. Dafür ist ja zurzeit einiges zu erfahren: Guido Westerwelle stellte den Mann an seiner Seite vor. Alle taten überrascht – dabei waren Guidos Neigungen doch eigentlich kein Geheimnis. Jedenfalls war das am Montag ein schönes, tuffiges Thema zum Start der ProSieben-Show „Freispruch – Die Comedy-Jury“. Hier sollen die Ereignisse der Woche auf lustige Art und Weise besprochen werden. Die Runde um Ingolf Lück, Oliver Pocher, Kim Fisher, Michael Kessler und einem „Star-Search-No-Name“ war alles: ätzend, öde, abgrundtief dämlich, humoristisch unter aller Sau. Nur nicht lustig. Ein Niveau war nicht mal zu erahnen. „Ist schwul cool?“, lautete die Frage. Da kann die Antwort nur „ja“ lauten. Cooler als diese Schnarchrunde auf jeden Fall! Lustig scheint das jedenfalls niemand gefunden zu haben, denn die meisten Lacher kamen vom Band. Selbst die Akteure selbst scheinen ihre Unfähigkeit erkannt zu haben. Freispruch? Für diese fünf Leute: ausgeschlossen!

RTZapper

ZDF-Fernsehgarten

Sonntag, den 25. Juli 2004
Tags: ,

SO 25.07.2004, 10.47 Uhr, ZDF

Musik, Akrobatik, Talk, Mode, Fitness, Kochen – das ist jeden Sonntagmittag der „ZDF-Fernsehgarten“. Der pure Stress: In keiner anderen Show wird dermaßen durchs Programm gehetzt wie hier. Für die Koch-Ecke bleiben beispielsweise gerade mal vier Minuten, in denen die Zutaten in den Topf gefeuert, dreimal umgerührt und im Schnelldurchlauf die Sache abgehandelt wird. Mal abgesehen davon, dass man in Sachen Rezept in dieser Hetze absolut nichts mitbekommt – warum wird am Sonntag kurz nach dem Aufstehen so ein Stress gemacht? Dafür könnten ruhig ein oder zwei Musikgäste zu Hause bleiben, die ihr Geträller sowieso ausschließlich nur Playback präsentieren. Da hätten wir alle was davon.

aRTikel

Jette: In der Wetter-Hölle

Samstag, den 24. Juli 2004
Tags: , , ,

MAZ Oranienburg, 24.7.2004

Also nee, wissense nee, gestern gab es ja einen Hauch von Sommer. Nach den Unwettern der letzten Tage war das wirklich erholsam. Denn erst beendete der Wolkenbruch in der Nacht zum Sonntag meine Gartenparty vorzeitig. Dann, nicht mal 24 Stunden später, sorgte das nächste Unwetter dafür, dass meine Satellitenanlage kurzfristig den Geist aufgab und ich meinen „Tatort“ nicht mehr sehen konnte. Lena Odenthal musste glatt ohne mich ermitteln! Das kann einem dann schon die Laune verhageln. Am Dienstag aber, da befand ich mich dann höchstpersönlich in der Wetter-Hölle, auf der Berliner Stadtautobahn. Überall nur Wasser und Blitze. Ich habe mal gelernt, dass wir im Auto vor Blitzeinschlägen sicher sind: der faradaysche Käfig. Seit Dienstag weiß ich auch, wie das aussieht. Das Auto vor mir befand sich im Lichtschein des Blitzes. Sieht schön aus. Echt. Fast schon Kunst! Schade, dass auf der Autobahn nicht geparkt werden darf. Genau ab der Grenze zu Oberhavel ließ das Unwetter nach. Berlin hatte es exklusiv. Ganz viel Sonne wünscht euch eure
Jette

RTZapper

Rammstein: “Mein Teil”

Mittwoch, den 21. Juli 2004
Tags: ,

DI 20.07.2004, 2.00 Uhr (Mi.), VIVA plus

Warum immer nur von der Liebe trällern? Rammstein können auch anders, wie der Videoclip in der Nacht zu gestern in „Nightrider“ bei VIVA plus bewies: „Heute treff’ ich einen Herrn, der hat mich zum Fressen gern. Weiche Teile und auch harte stehen auf der Speisekarte. Denn du bist, was du isst und ihr wisst, was es ist! Es ist mein Teil!“ Und mit „mein Teil“ ist tatsächlich des Mannes bestes Stück gemeint. Inspiriert wurde die Gruppe vom Fall des Kannibalen Armin Meiwes, der einen Bekannten umbrachte und verspeiste. Wie lecker! Und um so leckerer, dass Rammstein darüber nun ein Lied macht. Nun gut, letztlich will die Band doch nur erreichen, dass man mal wieder über sie redet, sich empört. Was sie ja hiermit auch geschafft hat. Dabei ist der Song in jeder Hinsicht grottig. Dann lieber doch noch ’nen Liebessong…