Monatsarchiv für Juni 2004

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Hundstage

Mittwoch, den 30. Juni 2004
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DI 29.06.2004, 22.25 Uhr, 3sat

Ein paar dicke alte Österreicher, die in der prallen Sonne liegen und dösen. Big Brother? Es hatte tatsächlich was von einer Real-Life-Doku, die Dienstagabend auf 3sat zu besichtigen war. Nur, dass RTL II das Ganze noch mit toller Mucke mit hübschen jungen Dingern aufgepeppt hätte. Der Film „Hundstage“ zeigte das Leben in einer Reihenhaussiedlung in Niederösterreich während eines brütend heißen Sommers. Grantelnde Rentner, ein Versicherungsagent, der sich Autokratzer ansieht, ein Besoffener, der mit seinem Kumpel seine Frau erniedrigt, eine ältliche Dame, die an ihren Schamhaaren herumschnippelt. Schöne Menschen? Fehlanzeige. Aber so ist eben das wahre Leben! Interessant, was in Österreich so für das Kino produziert wird. Einige der Dialoge waren inhaltlich nur zu erahnen, die Österreicher sprechen eben doch kein Deutsch. Im Kino lief der Film teilweise sogar mit deutschen Untertiteln. Danke auch, dass wir jetzt auch so ziemlich alle österreichischen Einkaufsketten kennen lernen durften. Warum gibt es „Lutz“ eigentlich nicht bei uns? Und was verkaufen die da überhaupt? Schleichwerbung, die wirklich neugierig macht!

RTZapper

Horoskop

Dienstag, den 29. Juni 2004
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MO 28.06.2004, TV.Berlin

Manchmal ist an so einem Horoskop ja wirklich was dran. Je nachdem, was es vorhersagt. Aber dass es auch in Sachen Gesundheit aussagefähig ist, war mir neu. So riet mir das Horoskop, das TV Berlin am Montagabend ausstrahlte, dass Artischocken die Verdauung regulieren. Gut, dass ich das jetzt weiß. Lass ich den Döner heute also weg. Schlechter Tag für alle Skorpione: Achten Sie auf Ihre Mundhygiene! Ach so, das heißt, alle im Sternzeichen Skorpion Geborenen haben gestern aus dem Mund gestunken. Da wird mir ja einiges klar. Auch die Fische hatten gestern nicht allzu gute Karten: Machen Sie eine Haarkur, hieß es im Horoskop. Dafür wird es heute sicher schon zu spät sein, wenn allen Fischen die Haare ausgefallen sind. Dass solche Horoskope, die in den Zeitungen abgedruckt oder im Fernsehen gezeigt werden Humbug sind, hat TV Berlin mal wieder eindrucksvoll bewiesen. Und ich geh’ jetzt Artischocken essen.

aRTikel

Imbiss-Test: Der Oranienburger – Es gibt ihn doch!

Donnerstag, den 24. Juni 2004
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Imbiss-Test (27): Der „Wurstkessel“

MAZ Oranienburg, 24.6.2004

BERLIN
Wenn Hamburg seinen Hamburger hat, warum sollte Oranienburg dann keinen Oranienburger haben? Auch wenn es ihn nicht in Oranienburg, sondern in Berlin-Waidmannslust zu kaufen gibt. Genauer gesagt in der „Nordmeile“ an der Oranienburger Straße. In einem kleinen Büdchen namens „Wurstkessel“ gibt es neben diversen Fleisch- und Wurstwaren zum Mitnehmen eben auch warme Bock- und Currywürste, Buletten und den Oranienburger.
Zu einem sagenhaften Schnäppchenpreis bekommt man eine Bulette, Gurken und Käse zwischen das Brötchen. Allerdings würde der Käse, damit er besser zerläuft, wohl besser auf die warme Bulette gehören. Aber egal, bei dem Preis!
Leider bietet der kleine Imbiss keine Möglichkeit, sich mit dem Oranienburger an ein Tischchen zu stellen, um ihn zu essen. So geschieht das im Schlenderschritt über den großen Parkplatz. Und wer dann eventuell doch noch Hunger haben sollte – Burger King ist auch vor Ort…

Wertung (von * bis *****):
Oranienburger: ****
Bulette: ***
Service: ***
Preise: *****
Gesamtwertung: 2-

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Akte 04/26

Mittwoch, den 23. Juni 2004
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DI 22.06.2004, 22.15 Uhr, Sat.1

Wo kann man sich am besten die Birne zuknallen und die geilsten Weiber anmachen? Im bulgarischen Varna oder im guten alten Palma auf Mallorca? Der Trend geht momentan eindeutig
in Richtung Osten, besagte gestern eine Agenturmeldung. Da war es für Ulrich Meyers „Akte“ höchste Zeit, für Malle Propaganda zu machen. Also schickten sie Ballermann Mickie Krause nach Varna, um zu testen, was da abgeht. Stimmung? Tendiert gegen null. Nur ruhige Kneipen, ganz normale Menschen. Wie öde. Frauen anmachen? Entfällt. Weil: Der Alk ist so billig, dass alle besoffen sind – und die Frauen sind sowieso alles andere als willig. Oder es sind Nutten. Und das ist ja auch doof. Fazit: Bulgarien ist langweilig. Wer da hin fliegt, hat selber Schuld. Auf Malle dagegen fühlt sich der Mickie pudelwohl. Hier kann er seine Hits grölen und alle machen mit. Hier ist der Alk zwar teuer, aber die Frauen bereit für jede Anmache. Unklar ist nur, wie viel Geld Ulrich Meyer für diese Werbesause bekommen hat. Das Interessante: Obwohl Bulgarien in dem Beitrag am Dienstagabend zehnmal sympathischer rüberkam, bekam das Urlaubsziel den „Daumen runter“. Arbeiten denn nur Prolls in Meyers Redaktion?

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Genial daneben – Die Comedy-Arena

Sonntag, den 20. Juni 2004
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SA 19.06.2004, 22.15 Uhr, Sat.1

Es gab Zeiten, da hatte Karl Dall eine eigene Talkshow, in der er seine Gäste vor lauter Offenheit regelmäßig kurz vor die Verzweiflung und ab und zu zum vorzeitigen Verlassen der Sendung brachte. Aber das ist Geschichte. Heute lässt er sich lieber in andere Shows einladen. Sonnabend war er beispielsweise bei „Genial daneben“ auf Sat.1. Die Sendung ist meistens tatsächlich genial lustig. Was aber Karl Dall dort wollte, hat sich mir nicht so ganz erschlossen. Denn gesagt hat er nicht viel. Und wenn doch, dann war es im Grunde nur eine Wiederholung einer Feststellung, die er schon Minuten zuvor auf die Leute losgelassen hatte. Gegen die junge Comedy-Generation scheint er nicht mehr anzukommen. Andererseits ist das ja eine sehr einfache Art, noch ein bisschen Kohle zu verdienen. Trotzdem, Karl: Lass es sein!

RTelenovela

Die Ärzte

Samstag, den 19. Juni 2004
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Am Anfang steht das Warten. Darauf, dass man endlich den Einlass passieren kann und dabei nicht zerquetscht wird. Das ist bei der Parkbühne Wuhlheide nicht unproblematisch. Doch ein dreistündiges Konzert mit der „besten Band der Welt“ entschädigt dann doch für alles.
Die Ärzte waren in der Wuhlheide zu Gast und brachten als Special Guests die Village People mit, die den Abend eröffneten. Vor der Ärztesprechstunde stand also das Mitgrölen von „YMCA“ und Co.
Entgegen allen Prognosen hielt das Wetter, so stand der Party also nichts im Wege. Dreimal 17000 Fans wurden Freitag, Sonnabend und Sonntag mit alten und neuen Hits von Bela, Farin und Rod beglückt. So durfte auch nicht der „Schrei nach Liebe“ fehlen, der von den Fritz-Hörern zuvor zum beliebtesten Ärzte-Song gewählt wurde. Kleine Seitenhiebe gab es beim Freitagkonzert auf Herbert Grönemeyer, der am selben Abend auf dem Lausitzring ein Konzert gab. Dort würde es sicher gerade regnen, grinste Farin. Jeder, wie er es verdiene.
Mit einem Abstecher nach „Westerland“ und dem Hit „Zu spät“ wurde die Masse ganz am Ende noch mal zum Brodeln gebracht.
Die Ärzte? Einfach geil und jederzeit wieder!

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Schlager

Mittwoch, den 16. Juni 2004
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DI 15.06.2004, 2.35 Uhr (Mi.), Deutsche Welle

„Ich hab geglaubt, es ist Liebe.“ Das ist kein Wehklagen meinerseits, sondern der neue Song von Chayen. Was, liebe Schlagerfreunde, ihr kennt Chayen nicht? Dann habt ihr wohl Dienstagnacht nicht die Deutsche Welle gehört. Die sind genügsam und nennen ihre Sendung schlicht „Schlager“. Da weiß man, was einen erwartet. Claudia Raulf nannte sich Chayen, weil ihre Freunde meinten, sie sehe so verdammt indianisch aus. Gut, dass das im Radio schwer überprüfbar ist. Das billig zusammengeschusterte Arrangement des Songs wird durch ihre Stimme, die sich anhört, als ob ihre Verdauung gestört ist, nicht gerade aufgewertet. Mit „Siehst du die Liebe nicht?“ wurde den Schlagerfreunden ein weiterer Hit-Gigant vorgestellt. Kostprobe? „Sieh in meine Augen, mein Gesicht. Ich habe dich geliebt, vom ersten Augenblick.“ Zum Abschied schenkte uns Chayen ein ins Mikro Geblöktes: „Wir hören uns!“ Also, ich glaube nicht.