Monatsarchiv für Juni 1997

RTZapper

Beverly Hills, 90210

Sonntag, den 29. Juni 1997
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SA 28.06.1997, RTL

Nein, nein und nochmals nein! Wann begreift es der Produzent der US-Jugendserie “Berverly Hills, 90210″, Aaron Spelling, endlich?
Eine der Darstellerin, Jennie Garth (Kelly), will NICHT heiraten! Und dabei ist sie doch von ihrem Lebensabschnittsgefährten Peter Facitelli schwanger! Aber heiraten? Kommt nicht in Frage!
Wäre ja alles völlig wurscht, wenn Jennie nicht ausgerechnet in dieser Teenieserie mitspielen würde. Diese Serie läßt sich nun mal nicht mit einer unverheirateten Mutter vereinbaren, meint jedenfalls der Produzent.
Sogar mit Bestechung hat es der Hüter der Jugendmoral versucht. “Wenn ihr heiratet, geht alles auf meine Rechnung.” Aber nein. Jennie bleibt hart.
Also, ich überlege es mir nun, ob ich mir die nächste Staffel der Serie ansehe. Auf jeden Fall hier mein Appell: Jennie, bitte heirate doch endlich! Tu’s für die Moral!
Danke.

RTelenovela

Lange Nacht in Berlin

Samstag, den 21. Juni 1997
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Es hat alles ein wenig länger gedauert in Berlin. Nach dem kino waren Jenny, Kevin und ich noch in der Pizzeria, so dass wir erst um 1.30 Uhr auf dem Bahnhof Zoo standen.
Wir warten nun schon seit fast 20 Minuten auf die U-Bahn zur Osloer Straße. Im Gleisbett läuft eine Maus herum.
Kurz vor 2 Uhr. Osloer Straße. Na toll: Von der Osloer ist kein Weiterkommen möglich. Betriebsschluss. Der andere Zug Richtung Zoo ist gerade weg. “Und jetzt?” – Warten auf den nächsten…
2.40 Uhr. Endlich zum Bahnhof Zoo zurückgekehrt, haben wir uns entschlossen, mit der S-Bahn nach Friedrichstraße und von dort aus weiter mit der S1 zu fahren. Doch erst muss ja mal die Bahn zum Zoo kommen. Und das kann dauern…
…bis um 3 Uhr. Und ehe wir dann am Ziel ankommen – das kann dauern…

RTelenovela

In den heiligen MAZ-Hallen

Donnerstag, den 19. Juni 1997
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„Hast du Lust, am 19. Juni in die Redaktion zu kommen? Wir wollen eine Jugendredaktion aufbauen. Dann hast du in den Ferien was zu tun.”
Weil keinem eine spontane Antwort auf solche oder ähnliche Angebote einfiel, trafen an jenem Tag Jugendliche aus allen Ecken des Landkreises zusammen. Der Traum von Luxus, Ruhm und finanzieller Unabhängigkeit hatte wohl die meisten in die heiligen MAZ-Hallen gelockt, um in die Tiefen des internationalen Journalismus einzutauchen.
Die erste Ernüchterung folgte, als Ina uns in allen Einzelheiten mit ihrem Konzept vertraut machte. Wir lauschten gebannt ihren Ausführungen. Jedem gingen dabei Täusende Gedanken durch den Kopf. Frischabiturienten, mit dem Geist von Goethe, Kant, Heine und Humboldt fest verwachsen, mußten sich Wörter wie schräg, hip, flockig, tuffig (ihr wißt schon wat ick meine) mühevoll aneignen. Superschräge Schüler sahen ihre Ferien flöten gehen.
Der erste Erscheinungstermin stand aber mit dem 1. Juli 1997 bereits fest. Bleiben also noch knapp zwei Wochen, um uns an den journalistischen Grundfertigkeiten, wie zum Beispiel Recherchieren, Teekochen, Interviewen oder Computern, zu versuchen. Sollte dieses Experiment erfolgreich verlaufen, könnte im Juli sogar noch eine zweite Jugendseite erscheinen, dann vielleicht noch eine und noch eine und noch eine …

RTZapper

Schulmädchen-Report: Was Eltern nicht für möglich halten

Sonntag, den 15. Juni 1997
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SA 14.06.1997, SAT1

Gebt’s zu: Ihr habt schon lange darauf gewartet, diese Leckerbissen der Filmgeschichte 13 Wochen lang über den Bildschirm flimmern zu lassen!
SAT1 wiederholt seit heute alle 13 Folgen des “Schulmädchen-Reports”. ein Brei aus Altherrenphantasien, betulicher Lüsternheit, schmieriger Moralapostel und Versandhaus-Psychologie.
Unterhaltsam daran ist allerdings, heutige Fernsehstars in peinlichsten Rollen zu sehen. Heute spielten bespielsweise Lisa Fitz und Jutta Speidel mit.
Unterhaltsam auch, wie die Spielfilmzeitschriften sich jetzt wieder 13 Mal irgendwelche Texte, Kritiken und sonst noch was ausdenken müssen…
Ich weiß jetzt jedenfalls, was ich die nächsten Wochen am späten Sonnabendabend tun werde: nicht SAT1 gucken…

RTZapper

ran – Boxen: Michalczewski – Hill

Samstag, den 14. Juni 1997
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FR 13.06.1997, 22.15 Uhr, SAT1

Habt ihr den Boxkampf Tiger – Hill gesehen? Oder besser gesagt, die Show davor? Nein? Na dann herzlichen Glückwunsch!
Irgendwer hat da nämlich Heiner Lauterbach irrtümlicherweise in den Boxring gelassen. Er säuselte dort seinen “Boxer-Blues” ins Mikrofon.
Vielleicht habt ihr ja auch die Anzeigen gelesen, in den Lauterbach eine Pille anpreist, die die “Leistungsfähigkeit” steigert. Und ich habe den Verdacht, am besagten Abend hat er einfach das Schächtelchen mit den Leistungspillen mit Schlaftabletten vertauscht. anders kann ich mir die Trantütigkeit Lauterbachs nicht erklären.
Überhaupt hat SAT1 für die Boxübertragung die Rote Karte verdient. Obwohl es eine Aufzeichnung war, brachte es der Sender nicht fertig, den Kommentator ausreden zu lassen. Mitten im Satz wurde die Werbung reuingeknallt.
Andererseits hat Erich Lasaar soviel dummes und überflüssiges Zeug gelabert, daß wahrscheinlich auch die SAT1-Techniker abgenervt waren.
Trotz allem: Glückwunsch an den Tiger. ER konnte ja nun wirklich nichts dafür…

RTZapper

Vera, Hans, Bärbel und Johannes

Montag, den 9. Juni 1997
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Anhand von Titelüberschriften von Dailytalkshows möchte ich heute einmal zeigen, daß es heutzutage immer weniger um echte Fakten geht. Fairerweise muß man aber auch sagen, daß das nur die Überschriften sind. Wahrscheinlich wurde in den Sendungen selbst auch über die Gegenthesen gesprochen.
Bei “Vera am Mittag” hieß es einmal: “Latex – Meine zweite Haut”. Es ist nur ein Minderheitenvergnügen. Nur 2 Prozent mögen es.
“Wer dick ist, bekommt keinen Partner”, sagt Bärbel Schäfer. Und auch das stimmt nicht. Denn 60 prozent aller Männer lieben mollige Frauen.
Hans Meiser meint: “Mit dem Kind kommt die Trennung”. Das ist ganz falsch. Nur 4 Prozent aller Kinder leben in nichtehelichen Beziehungen.
Waghalsige These bei “Kerner”: “Die Jugend ist ungebildet”. Es ist anders – seit 1992 stieg die Anzahl der Abiturienten um 11 Prozent (aber eigentlich muß das nichts heißen…).
Jede vierte Talkshow befaßt sich mit divsersen Sexpraktiken. Leder, peitschen, Handschellen. Tatsächlich finden aber 83 Prozent der Deutschen zärtlichen Kuschelsex am schönsten, besagt eine Studie.
Hans Meiser sagte mal: “Ehrlich und direkt sind Talkshows.” Und auch das scheint die Unwahrheit zu sein.

RTZapper

Astra: Musik bitte!

Montag, den 2. Juni 1997
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Ich muß einfach nochmal was zum Thema Astra-Satellit sagen…
Letzte Woche berichtete ich von der Verschlüsselungsvielfalt. Aber es gibt noch etwas, was mich auf Astra wahnsinnig stört.
Allein in Deutschland gibt es, glaube ich, vier Musiksender. Aber keinen auf Astra. Bis auf eine klitzekleine Ausnahme: VH-1 sendet auf dem Nickelodeon-Transponder täglich von 20 bis 0 Uhr. Vier Stunden. Läppisch! Dabei ist Nickelodeon ein Kindersender und beginnt sein Programm erst um 6 Uhr! Sechs Stunden, die man ebenfalls noch nutzen könnte. VH-1 begründet diesen Fakt mit den Transponderkosten. Unverständlich, denn VH-1 und Nickelodoen sind von der gleichen Betreiberfirma.
Was ist mit VIVA? Astra wäre sicherlich noch attraktiver mit dem erfolgreichsten deutschen Musiksender. Aber VIVA will nicht – und Astra scheint sich nicht drum zu kümmern.
Jetzt, Anfang Juni, soll ein englischer Musiksender namens The Box unverschlüsselt (!) auf astra starten. Ist ja ganz nett – aber: von 3 bis 7 Uhr morgens! Na klasse…
Und MTV? Nur im Kabel unverschlüsselt. Danke Astra!