Das Mädchen mit den goldenen Händen

Eine ostdeutsche Provinzstadt, zehn Jahre nach dem Mauerfall. Immer noch scheint alles eher trist zu sein, viele Gebäude verfallen.
Gudrun (Corinna Harfouch) feiert ihren 60. Geburtstag. Zur Feier im alten Festsaal sind viele Menschen eingeladen. Man kennt sie im Ort als engagierte Frau, auch ist sie Teil des Gemeindesrates. Auch ihre Tochter Lara (Birte Schnöink) kommt, um ihre Mutter zu besuchen. Obwohl sie anstrengend ist. Gudrun will ihrer Tochter die Geburtstagsrede schreiben, die Lara halten soll, und ihre Kleid will sie auch gleich noch bügeln. Und die alten Ost-Marzipan-Pralinen gibt es auch wieder – muss Lara gleich mal probieren.
Die Party läuft ganz gut – bis Gudrun erfährt, dass die Gemeinde das alte Kinderheim verkaufen will. Das Haus, in dem sie groß geworden ist, an dem viele Erinnerungen hängen. Sie muss das verhindern.

„Das Mädchen mit den goldenen Händen“ – der Titel bezieht sich auf ein Grimmsches Märchen – ist das Regie-Debüt von Katharina Marie Schubert. Sie zeichnet ein ziemlich trübseliges Bild der Nachwendezeit. Eine Mischung aus Neuzeit, Moderne und Verfall – und dem Festhalten an alten Zeiten. Wie in diesem Film sind in vielen Orten nach der Wende Immobilien verscherbelt worden, begleitet von Bürgerprotesten, bei denen das Festhalten am Gestern gefordert worden ist.
Insbesondere Corinna Harfouch glänzt in diesem Film. Die freundliche, bestimmte Härte, das Organisieren, damit nichts schief läuft, und die Panik, als es passiert, was sie nicht vorhergesehen hat.
Dennoch ist der Film sehr zäh. Die bleierne Stimmung in der kleinen Stadt schlägt sich auch auf den Zuschauer nieder. Die Szenen sind lang und wirklich etwas dröge. Über weite Strecken wird auf Filmmusik verzichtet. Trotz der eigentlich recht interessanten Handlung zieht sich der Film dann doch ganz schön.

-> Trailer auf Youtube

Das Mädchen mit den goldenen Händen
D 2020, Regie: Katharina Marie Schubert
Wild Bunch Germany, 107 Minuten, ab 12
5/10


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert