Werbung: Temu

FR 05.07.2024 | 18.49 Uhr | Das Erste

Es ist geradezu perfide, wie der chinesische Onlinehändler seine Reklame-Botschaften in die Menschen einhämmert. Immer und immer wieder, bis es im Kopf hängenbleibt.

Am Freitagabend lief im Ersten in der Halbzeitpause des Fußball-EM-Viertelfinales zwischen Spanien und Deutschland ein Werbespot von Temu. Das Unternehmen strebt gerade mit Macht auf den deutschen markt, ist auch einer der Hauptsponsoren der Fußball-EM in Deutschland.

Shoppen wie ein Milliardär, heißt der Slogan von Temu. Man wirbt mit Billigprodukten, und man sieht lauter fröhliche Menschen. Dazu läuft im Hintergrund ein asiatisch klingender Song, der genau diese Botschaft einhämmert. Temu! Temu! Eine einfache Melodie, immer und immer wieder der Name des Unternehmens.
Wahnsinn, wie mit dem Holzhammer.

Temu will, dass wir die entsprechende App runterladen, um dort online, auf dem Handy, einzukaufen. Man lockt mit unfassbar billigem Kram. Er wird direkt aus China geschickt, Versandkosten sind inklusive.
Natürlich rechnet sich das nicht, aber darum geht es auch gar nicht.
Es geht um unsere Daten. China will an unsere Handys. Laut seiner Datenschutzerklärung kann Temu auf Bankdaten, Kamera, Bilder und Tonaufnahmen auf den Geräten der Nutzer zugreifen. Erschreckend. Die Verbraucherzentralen warnen davor, dass Temu ja sogar öffentlich sage, dass sie die persönlichen Daten der Benutzer sammeln und für kommerzielle Zwecke an Dritte verkaufen. China verhökert uns. Dass der Billgkram oft schnell kaputt gehe, meist gar kein Gütesiegel habe und von sonstwo hergebracht wird, kommt noch hinzu.

Kurzum: Die Leute werfen sich in die Arme Chinas, und sie lassen sich oft nur zu gern von den Billigpreisen anlocken.
Die Kritik daran ist groß, und dass ein kommerzieller Verein wie die UEFA das Sponsorengeld trotzdem gern nehmen, muss man wohl hinnehmen.
Dass aber dieser Spot im wohl quotenträchtigsten Werbeblock des Jahres im öffentlichen-rechtlichen Fernsehen, im Ersten, gleich mehrfach zu sehen ist, das ist mindestens zu hinterfragen.

-> Der Spot bei Temu auf Youtube


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