Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)

SO 21.04.2024 | 20.15 Uhr | ProSieben

Ein paar Kritiker haben am Ende wieder nur genörgelt: War ja gar nicht alles live. War ja streckenweise ganz schön langweilig. Die Moderatoren wirkten gelangweilt. Und so wirklich was eingefallen ist denen nichts.
Man kann es keinem recht machen.
Aber die Nörgler hatten in dem Fall auch nicht wirklich Recht.

Die 24 Stunden mit Joko & Klaas am Sonntag bei ProSieben fanden ihren Höhepunkt mit „Ein sehr gutes Quiz (mit hoher Gewinnsumme)“. Zur Primetime kamen die beiden Moderatoren mit einer Spielshow daher, die scheinbar in kurzer Zeit entstanden ist.
Allerdings: Die Aufzeichnung von „Joko & Klaas gegen ProSieben“, bei der die beiden die 24 Stunden gewonnen haben, muss ja schon länger her sein. Es können also nicht nur die paar Tage gewesen sein, wo man sich alles ausgedacht hatte, von denen immer die Rede war.

Nach dem tollen Live-Auftakt lief in der Nacht eine Show namens „Wert schläft verliert“, ein ziemlich misslungenes Show-Experiment von 2020. Viel bekam man aber nicht mit, denn die komplette Sendung lief rückwärts. Respekt, wer das über zwei Stunden durchgehalten hat.

Am Morgen meldeten sich Joko & Klaas wieder live – um joggen zu gehen. Begleitet von zwei Kameras rannten sie durch den Kiez, durch einen Park – und versuchten einmal, den Kameras zu entkommen, was zu einer lustigen Jagd führte. Ja, es passierte nicht so wirklich viel – aber lustig und auf seltsame Weise interessant war das dennoch.
Später gingen sie frühstücken – im Studio des Sat.1-Frühstücksfernsehens. Die Live-Sendung bei Sat.1 ging gerade zu Ende, als das ProSieben-Team dort ankam. Sie übernahmen das Set – und überraschenderweise blieb auch Sat.1 weiter auf Sendung. Eine Zeit lang konnte man bei Sat.1 Klaas im Studio zusehen, bei ProSieben stand Joko im Mittelpunkt. Sie machten Frühstück, plauderten und holten sich Leute mit ihrem Trödel ins Studio.
Am Nachmittag trafen sie sich mit Sido im Olympiastadion, um Karten zu spielen.

Zwischendurch liefen Highlights (oder eher Lowlights) aus den ProSieben-Talkshows der 90er, u.a. aus „Andreas Türck“ und „Arabella“ – wobei die Arabella-Ausschnitte besonders unangenehm waren, inklusive Lügendetektor-Tests und albernen (offenbar gescripteten) Streitigkeiten.
Am Nachmittag gab es einen Live-Stream von Tieren in Namibia, eine halbe Ewigkeit ein Standbild, bei dem nicht viel passierte. Hatte trotzdem erstaunlich hohe Zuschauerzahlen. Später gab es noch eine „taff“-Sendung von 1999 mit Steven Gätjen. Und immer wieder Highlights aus „Aushalten – nicht lachen“.

Unterdessen konnten Interessierte zum Abend hin nach Berlin-Adlershof kommen, wo dann das „Sehr gute Quiz“ über die Bühne gehen sollte. Kein Casting, sondern Leute von der Straße konnten gewinnen, wenn sie verschiedensten Fragen beantworten können.
Klar, nicht außergewöhnlich innovativ. Das Spannende war, dass auch das live war und dass die Leute ungecastet waren. Die Show soll in Serie gehen – wobei die Effekte dieses Tages da wohl leider keine Rolle mehr spielen werden.

Es war nicht alles perfekt. Aber es war besonders. Es war ein Programmtag, den man bei ProSieben nicht wieder erleben wird. Mit Live-Momenten, die aufregend waren, weil sie eben gerade jetzt passierten: Live durch die Nacht, das Joggen, das Frühstück. Zu beobachten, wie Joko und Klaas den Menschen auch mal Leerlauf zumuteten, war lustig. Wie sie ihrem Sender Leerläufe wie die Rückwärtssendung oder der Tier-Livestream zumuteten, auch. Ein bisschen Anarcho, ein paar Frechheiten, witzige Augenblicke oder auch einfach nur Nebenbei-Fernsehen.

Die 24 Stunden mit Joko & Klaas waren für ProSieben ein voller Erfolg. Vielleicht haben die Programmmacher ja auch ein bisschen genauer hingeschaut, um zu sehen, wie das lineare Fernsehen hier und da wieder aufregender gemacht werden kann. Live und mit gar nicht mal so aufwändigen Mitteln. Gern mehr davon.

-> Die 24 Stunden bei Joyn


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