Diana Wintermeer: Honigsommer

Bislang lebte Sam mit seinen Eltern in der Stadt. Er ist eher ruhig, eher schüchtern und auch ein bisschen kränklich. Doch dann beschließen die Eltern, aufs Land zu ziehen. Sam ist entsetzt, er will das eigentlich nicht. Es ist doch total langweilig auf dem Land, denkt er.
Im neuen Haus angekommen, wird Sam gewissermaßen sofort von Alex in Empfang genommen. Alex wohnt mit seinen Eltern nebenan, und Alex scheint wild entschlossen zu sein, in Sam einen neuen besten Freund gefunden zu haben.
Und tatsächlich – sehr schnell werden die beiden unzertrennlich. Alex zeigt Sam die Vorzüge des Landlebens. Es gibt Bienenstöcke, einen See und tolle Feste. Und dennoch sagt Alex, dass er so bald wie möglich weg will. Sam, der eigentlich gar nicht aufs Land wollte, will dagegen gar nicht mehr weg.
Die beiden wachsen heran, werden zu Jugendlichen, und sie bleiben unzertrennlich, eine brüderliche Gemeinschaft. Oder ist da eventuell mehr?

Unter dem ziemlich kitschigen ZDF-Herzkino-Titel „Honigsommer“ hat Diana Wintermeer eine recht niedliche Geschichte über Freundschaft und das Erwachsenwerden geschrieben.
Recht schnell ist klar, dass sich da zwei gefunden haben. Wie vollkommen selbstverständlich machen Alex und Sam alles gemeinsam. Es ist immer eine große Nähe da, und irgendwann beginnt dann auch eine andere Anziehungskraft eine Rolle zu spielen. Wobei sich Sam da sehr viel sicherer ist als Alex, der nicht genau weiß, was da vor sich geht und auch zunächst nicht dazu stehen will.
Dieses Antasten, dieses Probieren, dieses Erleben – das ist spannend zu lesen. Hin und wieder ist man allerdings auch ein bisschen von diesem Hin und Her genervt, von der Unsicherheit, die irgendwie ja keine zu sein scheint, aber herbeigeredet wird.
Der Autorin gelingt es aber sehr gut, sich in das Leben und die Gefühlslage zweiter Teenager hineinzufühlen, in die Irrungen und Wirrungen, in die Sicherheiten und Unsicherheiten.

Diana Wintermeer: Honigsommer
Amazon, 398 Seiten
8/10


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