Ein herrliches, leichtes Leben? Schauspieler haben alles, kriegen alles, und denen geht es immer blendend? Wenn man Marvin Bosch (Elyas M’Barek) sieht, könnte man das meinen. Er ist erfolgreich – aber so richtig glücklich ist er auch nicht, so scheint es.
Als das Interview mit der aufdringlichen Klatschreporterin Bettina Bamberger (Alexandra Maria Lara) zu seinem neuen Film vollkommen aus dem Ruder läuft, flüchtet er vor seiner eigenen Filmpremiere und landet in einem kleinen Theater. Auf der Bühne steht Frieda (Lucie Heinze), die gerade einen feministischen Stand-up hinlegt.
Auf der Flucht vor der Klatschpresse landet er bei Frieda zu Hause – und die beiden verlieben sich. Und seine Karriere geht den Bach runter…
„Liebesdings“ heißt der Film von Anika Decker, der sich im Genre der romantischen Komödie angesiedelt hat. Allerdings kommt die Romantik gar nicht so richtig auf, denn Marvin und Frieda haben im Film gar nicht so viel Gelegenheit, ihre aufkeimende Liebe zu zelebrieren. Es bleibt ein Liebesdings, was dann ja doch schon wieder zum Filmtitel passt.
Ganz gewiss ist der Film nicht langweilig, er ist sogar an vielen Stellen recht unterhaltsam. Aber er hält sich auch mit seltsamen Nebengeschichten auf. Der Werbedreh von Marvin ist zotenreich und albern – und überflüssig. Auch die seltsame Liebesgeschichte der Klatschreporterin hätte der Film nicht gebraucht. Dass Marvins bester Freund meint, ein Geheimnis in einer Talkshow ausplaudern zu können, ohne dass das schief läuft, ist geradezu albern-dämlich.
Trotz dieser größeren Drehbuchschwächen gibt es gute Momente – zum Beispiel wenn Marvin und seine Freunde einen alten Freund besuchen, und dessen Kinder stehen voll auf den Schauspieler Marvin. Spannend sind die kleinen Stand-ups. die im Theater gezeigt werden.
Ganz klar: „Liebesdings“ hat eigentlich mehr Potenzial, schöpft es aber bei weitem nicht aus.
Liebesdings
D 2022, Regie: Anika Decker
Constantinfilm, 99 Minuten, ab 12
6/10
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