Ragnar Jónasson: Insel

(1) -> 20.7.2021

Nach „Dunkel“ ist „Insel“ der zweite Teil der Roman-Trilogie über die isländische Ermittlerin Hulda Hermannsdóttir. Allerdings spielt diese Geschichte 20 Jahre davor – genau genommen beginnt sie sogar 30 Jahre davor.

1987 im Nordwesten Islands. Benedikt und Katla sind noch nicht lange zusammen. Sie zeigt ihm das Sommerhaus der Familie. Doch am nächsten Morgen ist Katla tot. Ermordet.
Schnell wird ihr Vater erst verdächtigt, dann verurteilt – kurz danach nimmt er sich das Leben.
Zehn Jahre später. Dagur, Benedikt, Klara und Alexandra machen übers Wochenende einen Ausflug. Keiner will es aussprechen – aber der Jahrestag des Todes von Katla, mit der sie alle befreundet waren, rückt näher. Aber die Atmosphäre ist seltsam. Und am Ede kommt es erneut zu einem Todesfall? Erneut ein Mord?
Hulda kommt ins Spiel, beginnt mit den Ermittlungen. Dass beide Fälle miteinander zusammenhängen, findet sie bald raus. Jeder der Jugendlichen könnte es gewesen sein. Und wie war das damals eigentlich, vor zehn Jahren: Wurde der richtige verhaftet?

Ragnar Jónasson hat für seine Roman-Trilogie den umgekehrten Weg gewählt. Das Ende hat er zuerst erzählt. Ob es dafür einen näheren Grund gibt, erschließt sich zumindest aus dem zweiten Roman nicht so wirklich.
Zwar gibt es in „Insel“ eine Passage, in der Hulda in die USA reist und nach ihrem Vater sucht, aber warum das quasi im Nachhinein für besondere Spannung sorgt, bleibt noch offen. Vielleicht wird das in Teil 3 aufgelöst, der noch früher spielt.
Nichtsdestotrotz ist der Fall, um den es im Roman geht, durchaus spannend. Sehr gut bringt Jónasson die düstere isländische Atmosphäre rüber. Beobachtungen, tolle Dialoge, man bekommt einen ganz guten Eindruck von den Menschen, um die es hier geht. Irritierend sind nur – aber das ist ja nun mal in/auf Island so – die schwer lesbaren und aussprechlichen Namen.
Bleibt dann nur noch der Anfang der Story, am Ende der Trilogie.

Ragnar Jónasson: Insel
btb, 371 Seiten
7/10


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