Krebs. Und es sieht nicht gut aus.
War’s das für Sophie (Lisa Tomaschewsky)? Dabei hatte die 21-Jährige gerade so viel vor. Sie wollte aus ihrem Elternhaus ausziehen. Sie wollte studieren. Sie wollte leben.
Doch jetzt steht ihr erst einmal eine mehrwöchige Chemotherapie bevor. 32 Wochen lang muss sie ins Krankenhaus. Nach acht Wochen gibt es erste Ergebnisse. Schon nach drei Wochen gehen ihr die Haare aus.
Immer an ihrer Seite: ihre Eltern, ihre Schwester, ihr Freund Rob (David Rott), ihre beste Freundin. Letztere ist es, die sie in einen Perückenladen mitnimmt. Sophie nimmt sich gleich mehrere mit – für verschiedenste Gelegenheiten. Denn eines will sie keineswegs: aufgeben.
Die Geschichte von Sophie ist in erster Linie extrem traurig. Die harte Keule kommt gleich am Anfang. Die Trauer. Der Schock. Wie Sophie es erfährt. Die Eltern. Die Freunde. Das sind keine einfachen Momente, es ist zum Heulen. An vielen Stellen ist der film zum Heulen.
Aber das ist zum Glück nicht das einzige Gefühl, was der Film von Marc Rothemund bietet. „Heute bin ich blond“ erzählt nämlich von einer sehr starken jungen Frau, die sich dem Krebs nicht einfach so ergeben will. Bei aller Trauer, bei allen Schocks geht es auch um Lebensmut und Freunde. Deshalb geht es auch öfter mal humorvoll zu.
Hauptdarstellerin Lisa Tomaschewsky spielt die lebenshungrige Frau ganz großartig, sehr kraftvoll. Die Hoffnung, der Mut, die Wut – all das überträgt sich auf den Zuschauer.
Ganz sicher ist dieses Drama kein Film für einen entspannten Kinoabend zum Abschalten – aber dennoch: sehr sehenswert.
Heute bin ich blond – Das Mädchen mit den neun Perücken
D 2012, Regie: Marc Rothemund
Universum, 117 Minuten, ab 6
8/10
Schreibe einen Kommentar