Wintertochter

Eigentlich war der Heilige Abend sehr besinnlich, doch dann klingelte das Telefon und Kattakas Welt brach zusammen. Ein völlig fremder Mann war am anderen Ende der Leitung wollte ihre Mutter sprechen.
Und dann erfährt Kattaka (Nina Monka) die Wahrheit. Daniel (Maxim Mehmet) ist nicht ihr richtiger Vater. Ihr richtiger Vater ist Russe und arbeitet auf einem Schiff, das gerade im Stettiner Hafen liegt. Kattakas Mutter Margarete (Katharina M. Schubert) hatte damals eine Affäre.
Das Mädchen ist am Boden zerstört. Sie will nur noch eins: nach Polen, zu ihrem Vater. Sie begibt sich auf die Reise – gemeinsam im Barkas mit der 75-jährigen Lene (Ursula Werner) und Knäcke (Leon Seidel), dem Jungen von nebenan.

Kattaka ist eine „Wintertochter“. Wobei irgendwie nicht klar ist, was das bedeuten soll. Also, mal abgesehen davon, dass der Film im Winter spielt und Kattaka eine Tochter ist.
Johannes Schmid nimmt den Zuschauer mit auf eine deutsch-polnische Reise. Das Mädchen, das nach ihrem Vater sucht – und dafür durch halb Polen reist. Er zeigt eine Familie, die eine echte Zerreißprobe erlebt, denn Kattaka will mit ihren Eltern nichts mehr zu tun haben. Dass das Mädchen dabei oft sehr unsympathisch rüberkommt, macht es in Sachen Identifikation etwas schwer.
Ursula Werner („Wolke 9“) hat einmal mehr eine tolle Rolle. denn auch die alte Frau erlebt eine Reise in ihre Vergangenheit. Der ausgleichende Pol ist Leon Seidel („Tom Sawyer“) als Knäcke, der die humorvolle Komponente in den Film bringt.
nicht immer ist das Geschehen glaubwürdig, allzu leicht kommt die Reisegruppe aufs Hafengelände. Hier und da sind die Szenen schlampig vorbereitet, wenn zum Beispiel Autos ganz frisch im Schnee parken, aber keine Spuren hinterlassen haben.
Sehenswert ist dieses etwas andere Roadmovie aber allemal.

7/10


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