Geister

Sie sehen sich das erste Mal auf einer großen Abiparty: Farasha (Mariam Dawoud) und Faris (Eren M. Güvercin). Es funkt sofort.
Er erklärt sich bereit, sie und ihre betrunkene Freundin im Auto mitzunehmen.
Doch es kommt zu einem Unfall. Farasha stirbt.
Faris ist schockiert, in tiefer Trauer, und er kann es erst nicht glauben, aber Farasha erscheint ihm in seinen Träumen. Oder sind es gar keine Träume? 40 Nächte verbringen sie so miteinander, wie ein Paar. Aber was folgt danach? Gibt es ein gemeinsames Danach?

„Geister“ heißt der neue Film von Fatih Akin, und es ist sein wohl verkorktester.
Das liegt vor allem daran, dass die Stimmung, die der Film vermitteln will, eine Behauptung bleibt. Die Romantik, die hier in der Luft liegen soll, überträgt sich leider gar nicht. Eine Abend und einmal Händchen halten, und daraus entwickelt sich die große Liebe. Das kann so passieren, aber das sehen wir nicht so wirklich im Film.
Das liegt auch an einer schlechten Umsetzung des ersten Gesprächs. Es findet in der Disco statt, aber die beiden schaffen es trotzdem, sich normal zu unterhalten, was vollkommen unglaubwürdig ist. Vermutlich soll es verdeutlichen, dass die beiden in einer „anderen Welt“ sind. Aber es wirkt eher wie schlechtes Filmhandwerk. Auch der Unfall ist szenisch und schnitttechnisch eher unglaubwürdig. Dass die Polizei einmal kurz bei Faris im Zimmer steht und die Sache erledigt zu sein, keine Rolle mehr zu spielen scheint, ist erst recht unglaubwürdig.
Leider ist auch das Schauspiel von Mariam Dawoud an vielen Stellen seltsam hölzern. Die Dialoge gerade am Anfang sind platt und allgemein steril gesprochen. Dass Dawouds Figur Farasha an einigen Stellen eher unsympathisch wirkt, dafür kann sie natürlich nichts.
Allgemein fehlt es dem Film oft an Timing, stellenweise ist er langatmig. Dass Faris dann irgendwann außen auf einem Fernsehturm sitzt, ist völlig überdramatisiert.
Es ist schade, aber „Geister“ funktioniert weder als Liebesfilm noch als Drama.

-> Trailer auf Youtube

Geister
D 2026, Regie: Fatih Akin
Warner, 106 Minuten, ab 12
3/10


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Kommentare

2 Kommentare zu „Geister“

  1. Daggi

    Im Interview bei radioeins hat er davon erzählt, wie schwierig es war, die ganze Vorgeschichte zeitlich komprimiert im Film unterzubringen, anscheinend hat das nicht besonders gut geklappt. Wenn es später auch noch Längen gibt, ist das natürlich noch ärgerlicher, aber wenigstens ist es kein 3h Schinken geworden wie heute oft üblich. Wahrscheinlich reicht dafür das Budget beim deutschen Film trotz Förderung nicht aus, zum Glück.

  2. RT

    Tatsächlich sind die Kritiken ja sehr gespalten. Es gibt viele sehr gute, im Gegenzug aber auch Verrisse.

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