MO 02.11.2026 | 21.45 Uhr | Das Erste
Eigentlich sollte am Montagabend im Ersten eine weitere Ausgabe von „Hart aber fair“ laufen. Stattdessen gab es eine spannende Folge einer Talk-Doku-Reihe. In „Konfrontation“ begleitet der Journalist Markus Feldenkirchen mehrere Wochen oder Monate einen Politiker. Am Ende steht ein Talk, wo dieser Menschen dann mit dem Beitrag konfrontiert wird.
Die Ausgabe mit Bärbel Bas sollte eigentlich schon im September laufen. Doch sie wurde aus dem Programm genommen, und später wussten wir dann auch warum: Weil sich Bärbel Bas zurückgezogen hatte, um sich um ihre sterbende Stieftochter zu kümmern. Danach trat sie als SPD-Co-Chefin und Arbeitsministerin zurück.
Am Montagabend tauchte die „Konfrontation: Bärbel Bas“ plötzlich doch wieder im Programm auf – anstelle von „Hart aber fair“. Aber obwohl ja eine Stunde Sendezeit zur Verfügung stand und die Sendung in der ARD-Mediathek auch etwa 62 Minuten dauerte, lief im Ersten nur eine kürzere knapp 35 Minuten lange Version.
Sie war dann auch mit Spannung erwartet worden, weil es das erste Gespräch nach ihrem politischen Rückzug war.
Tatsächlich wurde es dann doch ziemlich emotional. Mit feuchten Augen berichtete Bärbel Bas über das, was sie in den vergangenen Wochen erlebt hat. Von der starken, fröhlichen Frau, die die eigentlich immer war, ist nicht mehr so viel übrig geblieben. Ihre Stimme war leiser, kurz vorm Brechen.
Wie menschlich ist der Politikbetrieb? Es müsse möglich sein, sich in solch einer privaten, schwierigen Lage zurückziehen zu können, sagte sie. Sie berichtete davon, dass sich Kollegen der Koalition dennoch despektierlich geäußert haben – auch um die politische Stimmung weiter anzuheizen.
Sie habe dann später festgestellt, dass es erst mal nicht mehr gehe.
Der Grund ist furchtbar, aber man sieht selten, dass sich eine Politikpersönlichkeit so rundum angefasst zeigt.
Natürlich sogt auch das wieder für Hass und Häme in Social Media – inszeniert sei das, hieß es da teilweise. Solchen Leuten ist vermutlich nicht mehr zu helfen.
Das heißt übrigens nicht, dass die „Konfrontation“ seitens Markus Feldenkirchen kritikfrei ist. Kritisiert wurde Bärbel Bas schon vorher. Zu sehen war zum Beispiel ein Auftritt bei einer Demo, bei der sie niedergebrüllt worden ist.
Im Fernsehen lief dieser Teil der Sendung vermutlich deshalb nicht, weil er ja an sich nicht mehr relevant ist nach dem Bas-Rücktritt. Interessant war er aber dennoch.
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