MI 28.10.2026 | 22.25 Uhr | 3sat
Für die Eltern ist es ein Schock, und eigentlich halten sie es anfangs für einen Witz. Ihr 8-jähriger Sohn Niklas teilt ihnen mit, dass sie jetzt Nina heißt und ein Mädchen ist. Genauer gesagt: Dass sie eigentlich schon immer Nina war und Niklas nur gespielt hat.
Fortan kleidet sich Nina weiblich, und sie will auch unbedingt so in die Schule gehen. Die Familie wird regelrecht von ihr überrollt.
Der Film „Einfach Nina“ ist von 2022 und lief 2023 im Ersten. Am Mittwochabend zeigt ihn 3sat noch einmal. Es ist ein Film, für den die Öffentlich-Rechtlichen tatsächlich geschaffen sind. Denn erzählt wird eine durchaus spannende und auch lehrreiche Geschichte.
Wie Nina ihren Standpunkt vertritt, ist erstaunlich. Sie ist gerade mal 8, aber sie weiß sehr genau, was sie will. Wir sehen, dass sie auch vorher schon mit ihrer besten Freundin gespielt hat und sie da ein Mädchen war – für die Freundin völlig normal. Weshalb der Umgang des Mädchens ebenso vollkommen selbstverständlich ist.
Deshalb könnte man sagen, dass es viel mehr um den Umgang der Eltern mit der Situation geht. Die sind vollkommen überfordert, und das in diesem Film absolut kein Vorwurf. Weil Nina so resolut ist, haben sie quasi keine Chance. Von einem Moment zum anderen verlieren sie ihren Sohn, und das löst auch Trauer aus. Es gibt einen Moment, wo Mutter Friederike das gegenüber Nina sagt, und sie antwortet: „Aber ich bin doch hier.“ Das ist sehr rührend, für die Mutter und auch für den Zuschauer.
Klar ist auch: Es ist keine Phase, und der Film deutet das nur an, als die Familie bei einer Therapeutin sitzt. Wenn die Pubertät beginnt, dann stellen sich noch ganz andere Therapie-Fragen. Doch darum geht es diesem Film dann nicht, was die Zukunft bringen wird, liegt in der Ferne.
„Einfach Nina“ dreht sich um den Weg zur Akzeptanz. Gerade in Zeiten, in denen insbesondere Trans-Menschen große Akzeptanz-Probleme haben, ist das ein wichtiger Film – fast noch wichtiger als 2022.
-> Der Film bei 3sat (bis 27. Oktober 2027)
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