Vorweg: Die Unterscheidung von Rechten und Rechtsextremen lässt oft zu wünschen übrig. Sei es, dass man gegen Rechts ist und meistens die Rechtsextremen meint, oder dass über Demos von rechten berichtet wird und eigentlich oft Rechtsextreme gemeint sind.
Deshalb ist der Untertitel von Michel Abdollahis Buch nicht ganz trennscharf.
Der Inhalt aber ist relevant. Der Autor und Moderator zeigt in seinem Buch auf, wie die Lage in Deutschland ist und zeigt Wege auf, wie man noch umsteuern kann.
Es geht um Fremdenhass, darum, dass früher Unsagbares wieder in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Dass seit der Corona-Pandemie der Hass zugenommen hat, auch das Verächtlichmachen der Wissenschaft. Dazu die Einwirkungen von außen, aus den USA und Russland zum Beispiel.
„Es ist unser Land“ ruft Michel Abdollahi dem Leser zu. Ein großer Teil der 200 Seiten sind eine Bestandsaufnahme. Das sind auch alles zutreffende Beobachtungen – doch, wer sich dieses Buch kauft, wird das meiste davon wissen. Davon sollte der Autor ausgehen. Wer unwissend oder unbedarft ist, ist keine Zielgruppe dieses Buches.
Am Ende gibt es Ideen oder Utopien, aber gern hätte man mehr davon gelesen. Krass ist zudem, dass dieses Buch in einigen Teilen ein Jahr nach der Ersterscheinung schon von der Aktualität weit überholt worden ist.
Michel Abdollahi: Es ist unser Land – Wir dürfen Deutschland nicht den Rechten überlassen
Hoffmann und Campe, 202 Seiten
6/10
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