Wall ist immer wieder ohne Internet

Das Glasfaserkabel aus Radensleben liegt frei im Gras neben der Bahnstrecke. Ortsvorsteher Mario Blümchen fordert von der Telekom Lösungen

MAZ Nordwestbrandenburg, 24.10.2026

Wall.
Mario Blümchen ist schwer genervt. „Die aktuelle Situation ist aus meiner Sicht nicht mehr hinnehmbar“, sagt der Ortsvorsteher des Fehrbelliner Ortsteils Wall.
Die Telekommunikationsversorgung des Ortes ist seit den Gleissanierungsarbeiten der Deutschen Bahn erheblich beeinträchtigt. So schrieb er es an die Bundesnetzagentur. Kurz gesagt: Wall ist immer wieder ohne Internet. Der Grund: Das Kabel liegt vollkommen frei im Gras neben der Bahnstrecke. Es kommt vom Knotenpunkt in Radensleben und führt bis nach Wall.

Alles begann vor einem Jahr. Da fanden im Gebiet rund um Wall Arbeiten an der Strecke des Prignitzexpress statt. Der Bahndamm ist neu aufgeschüttet worden, und auch neue Gleise liegen jetzt dort. „Entlang der Gleise war die Hauptleitung der Deutschen Telekom, über die der Ort Wall angeschlossen ist, auf Holzmasten verlegt“, erzählt Mario Blümchen.
„Im Zuge der Arbeiten wurde das Glasfaserkabel durch die beauftragte Baufirma Matthäi demontiert und entlang der Strecke im Gras beziehungsweise auf angrenzenden Flächen abgelegt“, berichtet er.
Die bisherigen Holzmasten seien bereits seit Jahren marode gewesen. „Die Leitung verursachte wiederholt Feuerwehreinsätze, da sie gegen ein Herabfallen auf die Gleise gesichert werden musste“, erinnert sich der Ortsvorsteher.
„Nach Abschluss der Gleissanierung wird die Baustelle derzeit zurückgebaut.“ Aber die Telekom-Leitung liegt weiterhin ungeschützt im Gras. „Nach meiner Recherche darf sie weder erneut aufgeständert noch im unmittelbaren Gleisbereich im Boden verlegt werden.“

Für das kleine Dorf Wall hat das nun unmittelbare Folgen. Schon mehrfach ist das Internet komplett ausgefallen – und nicht nur für ein paar Minuten oder Stunden.
„Seit November 2025 wurde diese Leitung durch Mäharbeiten und Bauaktivitäten bereits fünfmal durchtrennt“, so Mario Blümchen weiter. Dadurch sei das ganze Dorf mit rund 190 Menschen wiederholt von der Telekommunikationsversorgung abgeschnitten gewesen.

„Momentan läuft es. Aber besonders problematisch ist, dass die letzte Störung erneut innerhalb von nur etwa zwei Wochen nach der vorherigen Unterbrechung aufgetreten ist“, erzählt er frustriert.
„Die Deutsche Telekom ist zwar bemüht, die jeweiligen Störungen kurzfristig zu beheben. Tatsächlich wird das einzige Kabel, das den Ort versorgt, lediglich repariert.“ Eine nachhaltige Lösung zur sicheren und dauerhaften Verlegung des Kabels sei bislang nicht erkennbar. Seine Mail an die Bundesnetzagentur und die Telekom blieb ohne Ergebnis. So müssen sich die Menschen in Wall weiterhin darauf einstellen, dass das Internet ausfallen könnte.
„Zwei bis drei Tage ist dann immer alles tot“, so Mario Blümchen. Und das in einer Gegend, wo der Mobilfunk ohnehin nicht besonders gut funktioniert. „Deshalb muss man abends schauen, wo man den besten Empfang hat.“ Ohne einen Hotspot über die Internetverbindung gehe da sehr wenig.

Die MAZ hat sich ebenfalls an die Telekom gewandt. „Die Situation in Wall ist uns bekannt“, sagte Telekom-Sprecher Adrian Sanchez. „Dazu zählen auch die Störungen, die im Zusammenhang mit der vorübergehenden Ablage des Kabels auf einem Grundstück der Deutschen Bahn und dessen Beschädigung durch Dritte entstanden sind.“

Mit dem Grundstück der Deutschen Bahn ist das erwähnte Gras neben den Gleisen gemeint. „Wir bedauern die Unannehmlichkeiten, die unseren Kundinnen und Kunden dadurch entstanden sind“, so der Sprecher weiter.
„Wir haben im Vorfeld mögliche Alternativen geprüft. Ein Ausweichweg für die Leitung ließ sich jedoch nicht realisieren. Uns ist an einer nachhaltigen und dauerhaften Lösung gelegen.“
Eine mögliche Lösung: „Geplant ist, eine neue Leitung unterirdisch im Bereich der derzeitigen Baustelle zu verlegen. Die dafür erforderlichen Grundstücksfragen werden derzeit noch durch die Bahn geklärt.“

Eine Idee steht also im Raum, aber ob und wann diese umgesetzt werden, ist offen. So lange liegt die Internetleitung der Menschen in Wall noch frei in der Wiese.


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Kommentare

Ein Kommentar zu „Wall ist immer wieder ohne Internet“

  1. Daggi

    Wow, klingt ja wie aus einem schlechten Film geklaut. Warum die vorhandene Leitung nicht neu aufgeständert werden kann ist die Frage die sich mir hauptsächlich stellt, die allerdings nicht beantwortet wurde.

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