Heimsuchung

Ein Grundstück am malerischen Märkischen Meer. Darauf stehen ein Haus und ein kleines Nebengebäude.
Über Jahrzehnte hinweg sind wir dabei, wenn Menschen dort einziehen, wenn sie gehen müssen, wenn neue Leute kommen.

Alles beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts mit einem Bauern (Detlev Buck), der das Grundstück an seine Tochter Klara vererben will. Aber er findet raus, dass sie vor der Ehe schwanger wurde. Daraufhin verkauft er das Grundstück.
30 Jahre später baut dort ein Architekt (Lars Eidinger) ein Haus. Nebenan errichtet ein jüdischer Fabrikant (Ulrich Matthes) ein kleines Haus. Die jüdische Familie wird in der NS-Zeit abgeholt, der Architekt geht nach dem Krieg mit seiner Frau nach Westdeutschland.
Zu DDR-Zeiten zieht eine erfolgreiche Schriftstellerin (Martina Gedeck) in das Haus. Das geht bis zu Wende gut, als sich eine Erbengemeinschaft meldet.

Volker Schlöndorff erzählt in „Heimsuchung“ von einem Haus und den jeweiligen Bewohnern. Menschen kommen und gehen, das Haus bleibt.
Der Film geht dabei gewissermaßen episodenhaft vor. Die Geschichten werden chronologisch erzählt, was auch die größte Schwäche des Films ist. Da jeder Epoche nur eine sehr begrenzte Zeit zur Verfügung steht, bleibt alles eher oberflächlich, es fehlt an Tiefe. Eigentlich wäre jede der Familie ein eigener Film wert gewesen, oder man hätte eine Serie draus gemacht.
So wird hier zunächst die Geschichte des Architekten und seiner Frau erzählt, die relativ unbeschadet durch den Krieg kommen, während nebenan die jüdische Familie ins KZ kommt.
Als das Haus dann leer steht, weil der Architekt weg geht – ohne das Haus zu verkaufen -, wird es in der DDR einer Schriftstellerin zugewiesen, die dann auch das kleine Haus nebenan mit nutzt. Dass es Grundbuch-Probleme gibt, war dabei immer bekannt.
Einer bleibt übrigens immer: der Gärtner, der auf seltsam-wundersame Weise immer alt ist – über Jahrzehnte hinweg. Ein guter Geist?
„Heimsuchung“ – nach dem Roman von Jenny Erpenbeck – ist durchaus interessant, und er lebt von den guten Darstellern, aber man hätte erzählerisch sehr viel mehr draus machen können. Da hat man es sich etwas zu einfach gemacht.

-> Trailer auf Youtube

Heimsuchung
D 2026, Regie: Volker Schlöndorff
Studiocanal, 121 Minuten, ab 12
6/10

Ein Haus an einem märkischen See wird über viele Jahrzehnte hinweg zum Schauplatz ganz unterschiedlicher Lebensgeschichten. Generation für Generation ziehen neue Bewohner ein, deren persönliche Schicksale eng mit den tiefgreifenden politischen und gesellschaftlichen Veränderungen des 20. Jahrhunderts verbunden sind. Von der Weimarer Republik über die Zeit des Nationalsozialismus und die Wirren des Zweiten Weltkriegs bis in die Nachkriegsjahre und das Leben in der DDR erlebt das Anwesen zahlreiche Umbrüche. Mit jeder neuen Epoche verändern sich die Menschen, ihre Hoffnungen und ihre Lebensentwürfe, während das Haus als stiller Zeuge ihrer Erfahrungen bestehen bleibt. Auch nach der Wiedervereinigung Deutschlands setzen sich die Veränderungen fort. So entsteht das Porträt mehrerer Generationen, die auf unterschiedliche Weise nach Heimat, Identität und einem Platz in einer sich stetig wandelnden Welt suchen.


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