Zum Tode von Klaus Bresser: Der Fragesteller

FR 09.10.2026 | 0.45 Uhr (Sa.) | ZDF

Alle Nachrichtenredaktionen haben sogenannte Leichenspeicher. Wenn du dich wunderst, dass oft sehr kurz nach dem Tod bekannter Menschen schon ausführliche Nachrufe gesendet oder publiziert werden, dann liegt das oft daran, dass man das Material schon in der Schublade hatte.
Gerade beim Fernsehen liegen für viele Promis schon Nachrufe vor. Sie werden hergestellt, wenn ein Promi schon sehr alt ist oder wenn er sehr krank ist. Schon 1999 habe ich hier darüber geschrieben.

Am Freitag wurde bekannt, dass Klaus Bresser mit 90 Jahren gestorben ist. Bresser war ZDF-Chefredakteur und Moderator u.a. vom „heute-journal“ und den ZDF-Wahlsendungen.
Am späten Freitagabend zeigte das ZDF einen Nachruf: „Der Fragesteller“. In dieser Doku ist auf das Leben Bressers zurückgeblickt worden.

Darin zu Wort kommt auch Bettina Schausten. Sie ist seit 2022 ZDF-Chefredakteurin und damit viele Jahre nach Bresser seine Nachfolgerin. In dem Film erzählt sie, was Klaus Bresser ausmachte. Sie erzählt das in der Vergangenheitsform.
Nun könnte man meinen, dass sie diese Worte ganz aktuell noch gesagt hat und diese dann in den fertigen Film reingeschnitten worden sind.
War aber nicht so, und das ZDF war da sogar sehr transparent. Als sie über Bresser erzählte und ihr Name eingeblendet war, stand da der Zusatz „(2024)“.
Heißt: Schausten sprach schon 2024 über den toten Bresser, der da noch gar nicht tot war.

Makaber? Mag sein. Aber offensichtlich dann doch auch gängige Praxis. So lange solche Dokus nicht aus Versehen mal noch zu Lebzeiten gesendet werden…

-> Die Sendung beim ZDF


Beitrag veröffentlicht

in

von

Schlagwörter:

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert