Achtung, enthält Spoiler!
Dieser Film spaltet. Zwischen Verehrung und Vernichtung gibt es nur wenig. „Digger“ sorgt für Diskussionen, und in der Tat ist nicht so ganz klar, was er sein will. Satire? Theaterstück? Engagierte Kritik? Es ist von allem was dabei, aber es macht trotzdem ein wenig ratlos.
Wir lernen einen schwerreichen, in die Jahre gekommenen Manager eines Öluntenehmens kennen, Digger Rockwell (Tom Cruise). Mit den Praktiken seiner Firma hat er die Erde stark ausgebeutet. Er trägt Verantwortung für Umweltschäden und ihre Folgen. Der US-Präsident (John Goodman) will, dass Rockwell für die Schäden aufkommt, aber das will er nicht auf sich sitzen lassen.
Aber eigentlich ist alles ganz anders, deshalb auch die Spoilerwarnung. Denn in Wirklichkeit sehen wir die Entstehung eines Theaterstücks. Rockwell ist nicht Rockwell, sondern ein Schauspieler, der Rockwell spielt.
Das ist irgendwie interessant, weil man hinter die Kulissen so eines Schauspielzirkusses blicken kann, aber der Film macht am Ende zu wenig draus.
Geht es anfangs darum, einen reichen Unternehmer zuzusehen und zu verurteilen, wie die Welt zugrunde gerichtet wird, ist es dann doch nur Theater.
Die erste Stunde ist leider sehr zäh und wirklich lahm. Auch wenn Tom Cruise toll spielt (leider hat er eine ungewohnte Synchronstimme) und das Set opulent wirkt, ändert das nichts daran, dass ewige Dialoge bald langweilen.
Der stärkste Moment im Film ist, als Rockwell vor großem Publikum spricht und den Zuhörern vorwirft, sich einerseits über ihn und seine Ölgeschäfte aufzuregen, aber andererseits sehr vom Öl zu profitieren. Das ist stark, weil ganz schön wahr.
Ganz zum Schluss hat der Film noch mal eine interessante Wendung, die durchaus ein wenig nachwirkt. Alles in allem aber ist „Digger“ sehr unentschlossen. Man hätte sehr viel mehr draus machen können.
Digger
GB 2026, Regie: Alejandro González Iñárritu
Warner, 129 Minuten , ab 12
4/10
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