Nur um 0 Uhr wurde es 17 Cent billiger

Wie gaben Tankstellen in Oberhavel den erneuten Tankrabatt weiter? Das Ergebnis ist teilweise ernüchternd

MAZ Oberhavel, 2.10.2026

Oberhavel.
Seit Mitternacht am 1. Oktober gilt in Deutschland wieder der sogenannte Tankrabatt. Nach dem Beschluss von Bundestag und Bundesrat werden von jedem Liter Sprit 17 Cent abgezogen.
Aber geben die Tankstellen in Oberhavel den 17-Cent-Rabatt an die Kunden weiter? Die eher ernüchternde Antwort lautet: In den meisten Fällen nicht. Zumindest an den fünf Stichproben-Tankstellen in Oberhavel. Ermittelt wurden die Daten mithilfe des Onlinedienstes „Clever tanken“.

Die MAZ schaute sich die Preise bei Total und „Günstig tanken“ in Oranienburg, Shell in Hennigsdorf, Sprint in Liebenwalde und Aral in Zehdenick an. Verglichen worden sind die Preise vor 12 Uhr und nach 12 Uhr am 1. Oktober, 30. September und 25. September.

Demnach sind die 17-Cent-Ermäßigung nur an einer Stelle weitergegeben worden. Bei „Günstig tanken“ an der Oranienburger Friedensstraße kostete der Liter Super E10 am Donnerstag um 12 Uhr 2,219 Euro, am Vortag zur selben Zeit 2,389 Euro. Der Diesel kostete am Donnerstag 2,379 Euro, am Vortag 2,549 Euro. Geht es um den teuersten Preis des Tages, kommt man also tatsächlich auf ein Minus von 17 Cent. Eine Woche zuvor kostete der Sprit weitere drei bis vier Cent mehr.
Anders sieht es aber schon aus, wenn man den billigsten Tagespreis an derselben Tankstelle vergleicht. Vor 12 Uhr kostete der Liter E10 am Donnerstag 2,039 Euro, am Mittwoch 2,119 Euro, das ist nur ein 8-Cent-Unterschied. Beim Diesel sind es 14 Cent. Eine Woche zuvor lagen die Preise 6 bis 10 Cent drüber.

Weitere Preisvergleiche: Bei Total in Oranienburg sahen die Schwankungen folgendermaßen aus: Der Preis am Donnerstag um 12 Uhr sank beim E10 im Vergleich zum Vortag um 9 Cent, im Vergleich zum 25. September um 16 Cent. Vor 12 Uhr: Am Donnerstag sank der E10-Preis um 8 Cent im Vergleich zum Vortag und 18 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Beim Diesel ist es ähnlich.

Bei Shell in Hennigsdorf sank der E10-Preis um 12 Uhr am Donnerstag um 14 Cent im Vergleich zum Vortag und um 19 Cent im Vergleich zur Vorwoche. Die niedrigsten Tagespreise vor 12 Uhr: 13 Cent im Vergleich zum Vortag und 21 Cent im Vergleich zur Vorwoche.

Bei Sprint in Liebenwalde war der E10-Preis im Ranking am niedrigsten. Der Liter E10 kostete am Donnerstag vor 12 Uhr „nur“ 2,009 Euro, das waren aber auch nur 9 Cent weniger als am Vortag – scheinbar wurde der Tankrabatt dort schon am Vortag schrittweise eingeführt. Beim Vergleich der Diesel-Preise wurde auch an keiner Stelle der 17-Cent-Rabatt erreicht.

Bei Aral in Zehdenick gingen die Preise im direkten Tagesvergleich zwischen 14 und 16 Cent zurück.

Allgemein lässt sich bei den Preisen beobachten, dass die Mineralölfirmen schon in den Tagen vor dem 1. Oktober mit den Preisen um 5 bis 10 Cent runtergegangen sind. Ganz akkurat um 17 Cent gefallen sind die Preise übrigens nur an den Tankstellen, die auch in der Nacht geöffnet sind.

Um 0 Uhr fielen zum Beispiel die Preise an der Star-Tankstelle in Oranienburg um eben jene 17 Cent. Genauso war es an der Sprint-Tankstelle in Nassenheide.

Bei der Einführung des Tankrabatts im Mai war das Ergebnis der Preis-Analyse noch ein anderes – im Frühjahr hatten die meisten Tankstellen den 17-Cent-Rabatt im Tagesvergleich akkurat weitergegeben. Der aktuelle Rabatt soll bis Ende des Jahres gelten.


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