DI 29.09.2026 | arte
Der Vorwurf ist ungeheuerlich, und sollte er stimmen, handelt es sich tatsächlich um einen schlimmen Vorfall.
Er platzt in die Mitte einer Gemeinschaft von Freunden, ihrer Familien und Schulklassen und löst eine echte Krise aus.
Die alles entscheidende Frage ist: Was geschah in der Johannisnacht? Die 13-jährige Manuela (Aina Martínez) feiert mit ihren Freunden Pol (Ot Serra Bas), Steven (Nael Gamell Orejuela) und Roger (Bruno Bistuer Farré), und es fließt Alkohol. Und klar, in der Pubertät spricht man auch über Sex.
Aber es ist dann wohl mehr passiert. Pol wurde übergriffig, und für Manu war es eine schlimme Situation. Aber Pol bestreitet, dass da was passiert ist.
„Familiengeheimnisse“ heißt die 6-teilige spanische Serie, die bei arte zu sehen ist. Und um das gleich mal vorwegzunehmen: Die jugendlichen Darsteller spielen die ohne Zweifel sehr schwierige Geschichte hervorragend. Da ist der an sich schüchterne Pol, der gerade erst zu sich selbst findet und sich eingestehen muss, Mist gebaut zu haben. Und Manu, die entsetzt und beschämt ist, gleichzeitig aber Angst, dass sie zu viel Staub aufwirbelt.
Die Serie zeigt die verschiedenen Stadien: Erst der Unglaube, dann kommt die Scham. Es wird beraten, wie mit der Sache umzugehen ist, und im Freundeskreis kommt es zu schwierigen Momenten, zu Vorwürfen.
Sehr spannend ist aber, was dann passiert. Denn wir sind bei einer Mediation dabei, in der alle Beteiligten in einem Kreis zusammenkommen. In Spanien ist das offenbar eine bewährte Methode, gerade mit minderjährigen Jugendlichen solche Vorfälle zu besprechen.
Sind die ersten beiden Folgen noch ohne richtigen Fokus, kann diese Serie dann aber eine wahnsinnige Spannung aufbauen. So oder so widmet sich „Familiengeheimnisse“ einem sehr wichtigen Thema.
-> Die Serie bei arte (bis 24. November 2026)
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