Karabasch im Ural in Russland. Pavel Talankin ist Lehrer an einer Schule, und seine Aufgabe ist die eines Filmers, eines Videografen. Er soll den Schulalltag festhalten, zum Beispiel bei Festen und Veranstaltungen filmen.
Er filmt den Alltag, auch als der Krieg gegen die Ukraine beginnt und Wladimir Putin die Propagandamaschine so richtig anlaufen lässt.
Die Dokumentation „Ein Nobody gegen Putin“ von David Borenstein und Pavel Talankin lässt uns am Alltag an einer russischen Schule teilhaben.
Besonders ist das deshalb, weil Russland solche ungefilterten Aufnahmen natürlich ungern rausgeben will. Wir sehen allerdings auch vieles, was die Propaganda durchaus gern sieht. Schulklasse, die zum Appell antreten, Putin, der per Bildschirm Kinder zu einem Jugendtreffen begrüßt – und so weiter.
Gerade wer den Schulalltag in der DDR miterlebt haben, wird in diesem Film ehrlicherweise gar nicht so viele erstaunte Momente haben, denn zu sehen ist, wie eine Schule im Sozialismus/Kommunismus funktioniert, mit allen direkten und indirekten Einflussnahmen des Putin-Staates.
Interessanter sind dann auch die Momente des leisen Widerstands. Wenn die das Lehrerkollegium darüber austauscht, wie genervt sie gerade sind oder wenn Pavel Talankin die US-Hymne in der Schule abspielen lässt.
Alles in allem sind das durchaus spannende, aber am Ende wenig überraschende Einblicke. Dennoch gab es dafür den Oscar für die beste Doku.
-> Trailer auf Youtube
-> Der Film bei arte (bis 29. April 2030)
Ein Nobody gegen Putin
Dänemark 2025, Regie: David Borenstein / Pavel Talankin
W-Film, 90 Minuten, ab 12
6/10
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