DO 17.09.2026 | 20.15 Uhr | RTL
Das Interessante an richtig beschissenem Fernsehen ist ja: Man kann einfach nicht wegsehen. Und die Beschissenheit ist ja auch fast schon wieder unterhaltsam. Am Donnerstagabend feierte Heidi Klum zwei Tage vor Beginn des Oktoberfestes zum zweiten Mal ihr „HeidiFest“. Der Unterschied zum letzten Jahr: Nicht mehr ProSieben zeigt die Show, sondern RTL.
Allerdings ist unklar, wie RTL da produktionstechnisch mit drin hängt. Denn die Show hatte denselben Look wie 2025. Vermutlich hat RTL die Show, so wie sie ist, gekauft.
Spannend ist das deshalb, weil das „HeidiFest 2026“ so vollkommen untypisch für RTL ist. Auf eine seltsame Weise wirkt die etwas mehr als zweistündige Fast-Live-Show ziemlich billig. Es sind offenbar nur wenige Kameras im Einsatz. Das Licht ist eher mau, die Kulissen spärlich. Es ist aber halt auch nicht viel Platz im Münchner Hofbräuhaus.
Das HeidiFest ist purer Trash. Heidi Klum sagt ab und zu mal was an, zwischendurch tanzt und trinkt sie oder knutscht mit ihrem Mann Tom Kaulitz rum. Aber dafür hat sie diverse Gastmoderatoren wie Olivia Jones, die ihre Texte vom Prompter ablesen.
Ansonsten war es sehr musikalisch, und es wirkte ein bisschen wie eine Schlagershow der ARD in den 90ern. Ireen Sheer playbackte einen ihrer Hits, Sarah Engels tanzte zu „Fire“, Katja Ebstein sang ein bisschen schief, und am seltsamsten war das Model Naomi Campbell, die jetzt DJ ist. Wir durften ihr dabei zusehen, wie sie an einem Mischpult ein paar Hebel und Knöpfe bediente, und im Hintergrund war elektronische Musik zu hören. Rednex war auch da, die Band tanzte auf einer kleinen Bühne, und dazu spielte das 30 Jahre alte Playback, auf das hier und da raufgesungen wurde.
Zwischendurch funktionierten Mikros nicht, Moderationen wurden verstolpert, die Gäste hörten ihre Playbacks im Stimmengewirr nicht. Und hätte nicht die ganze Zeit das RTL-Logo oben links in der Ecke gestanden – man hätte meinen können, irgendein billiges Regionalprogramm zu verfolgen.
Es könnte sein, dass man eine solche Show direkt vor Ort feiert – immerhin saufen die Leute dort ja genug. Aber zu Hause brauchte man schon seeeehr viel Alkohol, um da was Gutes reinzusehen.
Aber wie gesagt, es war wie bei einem Unfall: Man konnte einfach nicht wegsehen. Wir freuen uns also auf das HeidiFest 2027. Oans, zwoa, g’suffa!!
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