(4) -> 23.1.2019
2026 wurde „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ zu einem überraschenden Kinohit in Deutschland. Es war die Verfilmung des dritten Romans aus der „Alle Toten fliegen hoch“-Serie von Joachim Meyerhoff.
Der Film brachte diese Reihe wieder in Erinnerung. Sie begann stark, aber Teil 4 fand ich so ärgerlich langweilig, dass ich da irgendwie raus war.
Nach dem Film erschien nun Band 6 als Taschenbuch: „Man kann auch in die Höhe fallen“. Ich wollte ihm noch eine Chance geben.
Joachim ist mittlerweile Mitte fünfzig, und er ist irgendwie am Ende. Nervlich, körperlich – er muss raus.
Er beschließt, für einige Zeit bei seiner Mutter zu leben. Auf dem Land, in Schleswig-Holstein, an der Ostsee. Seine Mutter ist mittlerweile 86, und als er dort ankommt, stellt er einmal mehr fest: wie fit sie ist, wie gesund, wie lebensfroh – so ganz anders, so völlig das Gegenteil von ihm.
Er hilft ihr im Haus und im Garten – und so kommen sie ins Gespräch.
Der Roman erzählt vieles. Einerseits auf eine wunderbare ruhige Art, wie Joachim und seine Mutter zusammen leben, arbeiten, reden. Und Joachim will wieder schreiben.
Was er seiner Mutter vorliest, lesen auch wir. Es sind diverse Geschichten aus seinem Leben als Schauspieler. Anekdoten aus den Theatern, an denen er engagiert war.
Das führt dazu, dass dieser Roman sehr wechselhaft ist. Sind die Momente mit seiner Mutter sehr deep, auf eine rührende Weise nahegehend, sind einige der Theaterstorys seltsam uninteressant. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass der Joachim im Roman ja anfangs auch noch sehr niedergeschlagen war.
Andererseits gibt es aber auch zum Brüllen komische Theatergeschichten (in denen man Bruno Alexander aus dem Film vor Augen hat), absurde Szenen und Momente, die wirklich Spaß machen und kurzweilig sind. Ein Höhepunkt ist eine Lesung, die Mutter und Sohn gemeinsam bestreiten (müssen).
Joachim Meyerhoff: Man kann auch in die Höhe fallen – Alle Toten fliegen hoch, Teil 6
KiWi, 364 Seiten
7/10
Schreibe einen Kommentar